Blockchain

Zukunftssicher mit agiler Verschlüsselung

Speziell für die Blockchain entwickelte Hardware-Sicherheitsmodule sind in der Lage, die Distributed-Ledger-Technologie zuverlässig abzusichern – vorausgesetzt, sie sind für die Bedrohung durch Quantencomputer gerüstet.

Sicherheitsschloss

Kryptoagilität sichert die langfristige Handlungsfähigkeit.

Im Jahr 2025 sollen laut einer Umfrage des World Economic Forum bereits zehn Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts in der Blockchain lagern. Doch die Begeisterung für die unzähligen Möglichkeiten, die sich durch den Einsatz der Technologie im Unternehmenskontext ergeben, wird häufig durch die Angst vor Manipulation gehemmt. Die prominentesten Blockchain-Vertreter Bitcoin und Ethereum waren in den vergangenen Jahren häufiger in den Schlagzeilen, da Hacker mehrere Milliarden Euro in den entsprechenden Kryptowährungen entwenden konnten.

Diese Vorfälle sind jedoch nicht auf Sicherheitslücken zurückzuführen. Tatsächlich sind weder Bitcoin noch Ethereum jemals wirklich gehackt worden: Die Kryptodiebstähle konnten vielmehr stattfinden, weil sich Cyberkriminelle Zugriff auf die Krypto-Wallets von Nutzern verschaffen konnten, deren private Schlüssel nicht ausreichend gesichert waren.

Dauerhafte Sicherheit garantieren

Die zugrunde liegende Funktion der Blockchain besteht aus Transaktionen, bei der zwei Parteien Informationen austauschen. Dieser Austausch erhält vom Ersteller eine Signatur und wird durch einen Hash im nächsten Austausch gespeichert. Die Signatur ist eine kryptografische Operation und verlangt als einzige Voraussetzung einen privaten Schlüssel, um die Berechtigung zur Erstellung zu überprüfen. Ein gestohlener privater Schlüssel bedeutet daher die vollständige Kontrolle über das Konto eines Blockchain-Nutzers.

Um diesem Diebstahl vorzubeugen, empfiehlt es sich für Unternehmen, ein Hardware-Sicherheitsmodul (HSM) in ihre Blockchain-Lösung zu integrieren, wie es etwa von Utimaco angeboten wird. In der gesicherten Umgebung eines Blockchain-spezifischen HSM lassen sich private und öffentliche Schlüssel gleichermaßen generieren und verwalten. Zudem lässt sich hier bereits festlegen, wie viele der erstellten Schlüssel für zukünftige Transaktionen nötig sind, um gemäß dem Konsensusverfahren der Blockchain eine Transaktion durchzuführen.

Derzeit besteht die unmittelbare Bedrohung für Use Cases in der Blockchain also im Verlust der privaten Schlüssel und nicht durch Sicherheitsmängel. Langfristig jedoch droht die Weiterentwicklung von Quantencomputern die Sicherheit von Blockchain-Lösungen zu gefährden, da diese in der Lage sind, heute noch als sicher geltende Verschlüsselungsalgorithmen wie elliptische Kurven innerhalb von wenigen Minuten zu knacken. Empfehlungen für quantensichere Algorithmen durch das National Institute of Standards and Technology (NIST) werden in den kommenden Jahren er­wartet. Daher ist es nötig, bereits heute auf eine krypto-agile Infrastruktur zu setzen, die auch zukünftige ­Algorithmen unterstützt und die Blockchain somit langfristig absichert.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 01-02/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Auch wenn Quantencomputer erst in einigen Jahren so weit sein sollen, muss Kryptoagilität bereits beim Einsatz neuer Blockchain-Use-Cases in Unternehmen mitberücksichtigt werden. Nur wenn wirklich gewährleistet ist, dass Blockchains auch in Zukunft sensible Informationen sicher lagern können, lässt sich ihr Potenzial vollständig abrufen und nutzbar machen.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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