Datenanalysen

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Datenanalysen bieten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Grundlage für wichtige Unternehmensentscheidungen. Anspruch und Realität gehen in der Praxis aber weit auseinander.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Nachhaltige Unternehmens­führung verlangt zunehmend nach verläss­lichen Daten und deren Analyse.

Die Analysten von Sapio Research nahmen im Auftrag des In-Memory-Datenbank-Anbieters ­Exasol den Zusammenhang zwischen der aktuellen Krise und datenbasierter Entscheidungsfindung zum Anlass, Unternehmensentscheider nach ihren Erfahrungen in diesen bewegten Monaten zu fragen. Für die Umfrage „Datengetriebene Entscheidungsfindungsprozesse beschleunigen: Fünf Möglichkeiten, den Krisenmodus in einen Wettbewerbsvorteil zu wandeln“ wurden insgesamt mehr als 2.500 Entscheidungsträger mit technischem oder kaufmännischem Hintergrund aus Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern befragt. 800 Teilnehmer davon arbeiteten für Firmen in der DACH-Region.

In der Studie zeigt sich ein deutlicher Widerspruch zwischen Wunsch und Wirklichkeit. So gaben beispielsweise 64 Prozent der 800 in Deutschland, Österreich und der Schweiz Befragten an, dass die Nachfrage nach Datenanalysen innerhalb des Unternehmens gewachsen sei. Dabei kamen die zusätzlichen Anfragen aus ganz verschiedenen Bereichen der Unternehmen: aus der IT, aus dem Vertrieb und dem Customer Service ebenso wie aus Operations und Marketing. Und die Ansprüche sind durchaus hoch: Nach 

Angaben der befragten Entscheidungsträger sollten fast 40 Prozent der Datenanalysen in (nahezu) Echtzeit bereitgestellt werden. In der Realität aber traf dies nur auf drei Prozent der Anfragen zu, im Durchschnitt dauerten Abfragen mehrere Stunden – die Zeit, die es braucht, die Ergebnisse dann noch in Management Reports aufzubereiten, ist da noch gar nicht mit einberechnet.

Zumindest die technischen Entscheider sehen die Ursachen für diese Diskrepanz auf der infrastrukturellen Seite. So meinten 36 Prozent, dass die Datenqualität im Unternehmen erhöht werden müsse, 35 Prozent haben Bedenken beim Datenschutz, 28 Prozent machten ungeklärte Deployment-Fragen dafür verantwortlich. Weiterhin wurden die siloartige Datenhaltung, Skalierungsprobleme und mangelnde Performance bei den Datenbankabfragen häufig als Ursachen genannt. Darüber hinaus stellte sich vielen die Frage, wer im Unternehmen eigentlich umfassenden Zugang zu den Daten hat.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Umfrage offenbart ein vielschichtiges Problem: Nachhaltige Unternehmensführung verlangt zunehmend nach verlässlichen ­Daten und deren Analyse. Zugleich liegen die Daten verteilt in verschiedenen Bereichen, Verantwortlichkeiten sind unklar, Datenauswertungen dauern zu lange. Unternehmen sollten anhand einer individuell definierten Datenstrategie überprüfen, welche infrastrukturellen Engpässe es gibt. Denn eine IT-Infrastruktur, die performant Datenanalysen zur Verfügung stellen kann, ist die beste Basis für das datengetriebene Business in der heutigen Zeit.

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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