Positive Marktentwicklung

3D-Technologie hält Überraschungen bereit

3D-Printer können nahezu jedes räumliche Objekt anfertigen. Außerdem hält die Technologie laut Michael Pittner, Purchase Manager bei der Siewert & Kau Computertechnik GmbH, einige Überraschungen bereit...

Michael Pittner, Siewert & Kau

„Der Markt wird weiter wachsen, denn 3D-Technologie hält immer wieder viele Überraschungen und Neuerungen bereit“, betont Michael Pittner, Purchase Manager bei der Siewert & Kau Computertechnik GmbH.

ITM: Herr Pittner, inwieweit ist das Thema „3D-Druck“ bereits im Mittelstand angekommen?
Michael Pittner:
In den letzten Jahren haben bereits viele mittelständische Unternehmen auf 3D-Druck gesetzt. Ein Grund hierfür ist, dass durch den Einsatz von 3D-Technologien die Entwicklungskosten, z.B. für Spezialbauteile, enorm gesenkt werden können. Auch wir haben unser Angebotsportfolio in diesem Bereich schon frühzeitig strategisch erweitert. Seit Herbst vergangenen Jahres investieren wir in den aussichtsreichen Zukunftsmarkt und vertreiben 3D-Printer diverser Marken.

ITM: Was (welche Nachteile) hält den einen oder anderen Mittelständler bisher davon ab, sich mit 3D-Druckern zu beschäftigen?
Pittner:
Viele Mittelständler scheuen die Einführung der neuen Technologien, weil sie annehmen, 3D-Druck sei zu komplex und vor allem zu kostenintensiv. Dabei gibt es auch für den Mittelstand passende und rentable Lösungen. Es ist jedoch nicht leicht, auf einem so beratungsintensiven Feld wie 3D-Printing den Überblick zu behalten. Wir haben 2015 ein dediziertes „Competence Center Printing“ ins Leben gerufen, in dem das Thema „3D“ fest verankert ist. Hier erhalten Kunden von einem speziell geschulten Team Betreuung und individuelle Lösungsangebote zu 3D-Produkten.

ITM: Für welche Bereiche bzw. Branchen ist 3D-Druck grundsätzlich interessant?
Pittner:
3D-Druck eröffnet vielen unterschiedlichen Branchen neue Möglichkeiten. Das Feld erstreckt sich über die Fertigungsindustrie im Allgemeinen, die Kleidungsindustrie, die Dentalbranche bis hin zur Architektur oder auch in den Kunstbereich hinein.

ITM: Welche Objekte können mit einem 3D-Drucker hergestellt werden und welche Eigenschaften bringen diese mit?
Pittner:
Im Grunde lässt sich nahezu jedes räumliche Objekt mit einem 3D-Printer anfertigen. Einer der großen Vorteile ist, dass dieses Druckverfahren Strukturen herstellen kann, die bei konventionellen Methoden nicht möglich sind. Abhängig vom verwendeten Material haben Objekte aus dem 3D-Drucker spezielle Eigenschaften wie Hitzebeständigkeit, Flexibilität und Stoßfestigkeit.

ITM: Wie ausgereift ist die Technologie Stand heute? An welchen Stellen hapert es häufig noch bzw. gibt es Verbesserungsbedarf?
Pittner:
Es fehlt noch an standardisierten Dateiformaten. Derzeit dient meistens „.stl“ als Dateiformat, welches ursprünglich nicht für den 3D-Druck konzipiert wurde, sondern für die Darstellung von Oberflächen mittels zusammengesetzter Dreiecke. Allerdings gibt diese Darstellungsart bei gekrümmten Flächen häufig nur noch einen Teil der realen Geometrie wieder. Dies kann zu Informationsverlust führen, der sich in der Qualität des Druckobjekts widerspiegelt. Zudem werden bei einem mehrfarbigen Druck häufig Informationen wie Material oder Farbe nicht transportiert. Hier sind die Druckergebnisse mit „.stl“ oftmals nicht zufriedenstellend. Verbesserungsbedarf gibt es sicherlich auch hinsichtlich der Druckgeschwindigkeit. Für schnelle Druckverfahren ist die 3D-Printing Technologie derzeit noch nicht ausgereift genug.

ITM: Wie gestaltet sich das derzeitige Angebot an 3D-Druckern auf dem Markt?
Pittner:
Der Markt ändert sich ständig, fast täglich kommen neue Geräte hinzu. Einsteigermodelle, z.B. auch für den B2C-Bereich, gibt es schon ab 400 Euro. Die attraktiven Preise führen dazu, dass gerade bei Consumer-Produkten die Nachfrage stetig steigt. Für den professionellen Gebrauch liegt der Invest dagegen deutlich höher. Bei B2B-Modellen ist der Markt laut einer aktuellen Context-Studie leicht rückläufig. Der Gesamtmarkt entwickelt sich aber sehr positiv und vielversprechend.

ITM: Worauf sollten Nutzer bei der Auswahl von Anbieter, Gerät und entsprechender Software achten?
Pittner:
Bei dieser Vielzahl an neuen Produkten ist es wichtig, den Überblick zu behalten, um rentabel zu investieren. Auch hier bietet das „Competence Center Printing“ Unterstützung. Nutzer sollten sich grundsätzlich die Fragen stellen, was sie drucken möchten und welchen Zweck der fertiggestellte Druck hat. Bei der Auswahl sind dann die Größe des Druckraums und die Materialien, die verarbeitet werden können, entscheidend.

ITM: Welche Kenntnisse benötigt ein Mittelständler beim Umgang mit einem 3D-Drucker?
Pittner:
Bei einigen 3D-Druckern sind IT-Kenntnisse nötig, um sie in Betrieb zu nehmen und um Druckdaten mit einem 3D-Programm zu erstellen. Es gibt allerdings auch schon Geräte, die mittels „Plug & Play“ funktionieren und deren Software zur Bedienung nahezu selbsterklärend ist.

ITM: Welche Rolle wird 3D-Druck zukünftig im Zusammenhang mit Industrie 4.0 spielen?
Pittner:
Bei der Fertigung wird der 3D-Druck eine tragende Rolle spielen, denn mögliche Vorteile wie beispielsweise niedrigere Gesamtkosten liegen auf der Hand. Verbesserte Software, sinkende Kosten für die Geräte sowie vereinfachte Scanverfahren zur Datengewinnung für Modelle machen den Einsatz der Technik zukünftig noch leichter, sodass das Verfahren sicher immer beliebter wird.

ITM: Wie schätzen Sie generell die Entwicklungen im 3D-Druck-Bereich ein?
Pittner:
Der Markt wird weiter wachsen, denn 3D-Technologie hält immer wieder viele Überraschungen und Neuerungen bereit, wie z.B. Verfahren für mehrfarbigen Druck, die Möglichkeit, realistische Farbverläufe darzustellen und neue Materialien einzusetzen.

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