Praxistipps für Mittelständler

4 Backup-Regeln für KMU

Die Datensicherheit im Rechenzentrum (RZ) steht und fällt u.a. mit der Backup-Strategie. Dabei sollten sich mittelständische Unternehmen besser nicht nur auf ein einziges Backup verlassen.

Sobald Daten in diesem Backup verloren gehen oder fehlerhaft sind, ist dieses wertlos. Deswegen ist die sogenannte „3-2-1-Regel“ ein Goldstandard unter den Backups. Die Regel besagt, dass mindestens drei Datenkopien auf mindestens zwei unterschiedlichen Medien gespeichert werden sollen. Eine Kopie davon soll extern aufbewahrt werden. So einfach diese Regel auch klingen mag, Unternehmen tun sich mit ihrer Umsetzung schwer, insbesondere wenn die Budgets knapp sind. Beachten sie folgende Tipps, können sie laut Infrastrukturspezialisten Veeam, ohne hohe Investitionen die Regel befolgen:

Backups testen

Ein Backup ergibt nur Sinn, wenn es im Ernstfall auch zuverlässig ist. Um sicherzustellen, dass alles einwandfrei abläuft, müssen die Backups regelmäßig getestet werden. Idealerweise führen Anwender eine komplette Wiederherstellung der Daten durch. Dieser Vorgang funktioniert jedoch nur in einer virtualisierten Umgebung, in der die Backup-Kopie so oft wie gewünscht wiederhergestellt werden kann. Falls die IT-Infrastruktur noch nicht virtualisiert ist, ist dieser Vorteil bereits Grund genug, diesen Weg zu beschreiten.

Deduplizierungstechnologie anwenden

Damit Anwender sich nicht auf fehlerhafte Daten verlassen müssen, ist es sinnvoll, zwei voneinander unabhängige Kopien ihrer Daten zu machen. Dieses Vorhaben kann jedoch äußerst teuer werden, sobald der Datenbestand eines Unternehmens wächst. Deduplizierungstechnologien schaffen  nicht nur Platz, sondern sparen auch Kosten, indem sie sicherstellen, dass die gleichen Daten nicht unnötig mehrfach kopiert werden. Auf diese Weise können Anwender ihren Backup-Umfang von einem Terabyte auf 50 Gigabyte reduzieren. Die Deduplizierung spielt auch bei Offsite-Backups eine wichtige Rolle.

Cloud-Service für Offsite-Backups

Offsite-Backups sind im Fall eines Desasters notwendig, um den Betrieb möglichst nahtlos am Laufen zu halten. Um externe Backups regelmäßig sicherzuerstellen, sind cloud-basierte Services von Vorteil, da Backup-Tapes nicht manuell ausgewechselt und physisch transportiert werden müssen. Die Daten können außerdem einfach an jedem beliebigen Ort wiederhergestellt werden.

Auch in diesem Fall gilt: Werden ausschließlich deduplizierte Daten transportiert bzw. versendet, sinken die Breitbandkosten erheblich. Um den Datenbestand weiter zu reduzieren, können Anwender außerdem Technologie zur WAN-Beschleunigung anwenden. Für den ersten großen Datentransfer ist eine Festplatte oder ein Tape empfehlenswert.

Tape als brauchbares Speichermedium

Sollte ein cloud-basiertes Backup nicht in die Budget- oder Compliance-Vorgaben passen, ist der Einsatz des Tapes nach wie vor rentabel. Anwender sollten darauf achten, wie sie es in ihre Backup-Strategie aufnehmen: Das Tape ist beim First-Level-Backup nicht em-pfehlenswert, da der Vorgang der Wiederherstellung zu viel Zeit beanspruchen würde. Allerdings ist es eine günstige und langlebige Alternative, Daten langfristig vorzuhalten.

Virtualisierte Umgebungen können einfach und ohne Risiko auf Tape gesichert werden, was es zu einer guten Option für Offsite-Backups macht. Wichtig bei dieser Methode ist ein stets verfügbarer Tape Reader, damit die Daten auch gelesen werden können.

Bildquelle: Thinkstock/iStockphoto

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