Wie funktioniert der Weg in die Wolke?

5 Hürden bei der Cloud-Migration

Das Interesse an Cloud-Services nimmt zu. Auf dem Weg in die Cloud sollte man mindestens diese fünf Fallstricke beachten.

  • Michael Hohl, Vice President Services & IT bei der Transtec AG

    Michael Hohl, Vice President Services & IT bei der Transtec AG nennt die wichtigsten Hürden der Cloud-Migration.

Eine erfolgreiche Cloud-Mi­gration hängt von mehreren Faktoren ab – auch von Backup und Hochverfügbarkeit. Zunächst müssen sich die Unternehmen jedoch im Vorfeld im Klaren darüber sein, welche Systeme, Applikationen und Daten sie in die Public Cloud verlagern wollen oder dürfen und welche Ziele damit verbunden sind – z.B. hinsichtlich Qualitäts- und Produktivitätssteigerung, Kostensenkung oder Erhöhung der Ausfallsicherheit.

„Es gibt auf Unternehmensseite vielfach falsche Vorstellungen im Hinblick auf den Nutzen einer vollständigen oder teilweisen Migration der eigenen IT in die Public Cloud“, erklärt Michael Hohl, Vice President Services & IT bei der Transtec AG, und zeigt fünf mögliche Fallstricke auf:

1. Cloud nicht mit Kostensenkung gleichsetzen

Viele Firmen gehen davon aus, dass die Nutzung von Cloud-Services unweigerlich mit einer Kostensenkung verbunden ist. Doch dies muss nicht so sein. Dabei wird auch verkannt, dass eine Kostenreduzierung nicht immer das mit der Cloud verbundene primäre Ziel sein muss. Auch Aspekte wie Hochverfügbarkeit, Ressourcenengpässe oder „Digitale Transformation“ können für die Cloud sprechen.

2. Lizenzmodelle beachten

Unerlässlich ist eine Überprüfung der genutzten Anwendungen und der damit verbundenen Lizenzmodelle, denn nicht jede Software ist ohne Weiteres 1:1 in der Cloud nutzbar. Auch ist eine solche Nutzung eventuell mit hohen Kosten verbunden – ein Beispiel wären hier Oracle-Datenbanklizenzen, die bei korrekter Lizenzierung deutlich teurer als bei einer On-Premise-Installation wären.

3. Das Backup beachten

Zwei Punkte, die bei Cloud-Mi­grationen zu berücksichtigen sind, betreffen Disaster Recovery und diesbezüglich das Leistungsangebot des Providers. Hierbei kommt es auf die beiden Kenngrößen RTO (Recovery Time Objective) und RPO (Recovery Point Objective) an. RTO bezieht sich auf die vorgegebene Zeitspanne, die bis zu einer vollständigen Systemwiederherstellung nicht überschritten werden darf. RPO betrifft die Zeitspanne, für die ein Datenverlust akzeptiert wird, also den Zeitraum der maximal zwischen zwei Backups liegen darf.

4. Sicherheits-Policies

Sind die Sicherheitsrichtlinien des Providers mit den internen Compliance-Vorgaben vereinbar? Eine solche Frage ist vor einer Cloud-Migration zu beantworten. Eventuell ist eine Anpassung der eigenen Richtlinien erforderlich. Es kann aber auch sein, dass keine Vereinbarkeit gegeben ist. So ist es möglich, dass der Provider – vor allem, wenn es ein internationaler ist – die Einhaltung deutscher bzw. europäischer Datenschutzvorgaben nicht garantieren kann.

5. Kein Vendor-Lock-in

Unverzichtbar ist die Vereinbarung einer Ausstiegsstrategie. Will ein Unternehmen seine IT wieder zurückholen, muss vertraglich exakt geregelt sein, wie die Rückabwicklung erfolgt. Das betrifft auch einen möglichen Provider-Wechsel.

Bildquelle: Thinkstock / iStock // Transtec

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