Digitale Transformation

5 Tipps für mehr Agilität im Unternehmen

Im Zuge der Digitalisierung kommt es auf flexible und schnelle Reaktionen an. Für agile Firmen ist dies einfacher umzusetzen als für hierarchisch organisierte Betriebe. Letzteren können folgende 5 Tipps zu höherer Agilität verhelfen.

Auf dem Weg zum agilen Unternehmen

Auf dem Weg zu einem agilen Unternehmen warten einige Herausforderungen auf die Verantwortlichen.

Immer mehr Unternehmen stellen sich agil auf, da der Marktdruck eine ständige Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit erfordert, die sich mit der klassischen Arbeitsweise nicht mehr ausreichend erreichen lässt. Agilität ist in Zeiten komplexer werdender Märkte, veränderter Kundenanforderungen und immer kürzeren Innovationszyklen zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor geworden. Die IT spielt dabei als technologisches Rückgrat eine tragende Rolle. Auf dem Weg zu einem agilen Unternehmen warten allerdings einige Herausforderungen, schließlich ist Agilität mehr als das bloße Implementieren einer Technologie. Worauf es bei der agilen Transformation ankommt, erklärt Steffen Heilmann, Bereichsleiter IT bei der Mytoys Group, in fünf praktischen Tipps für mehr Agilität im Unternehmen.

  1. Agilität ist eine Frage der Unternehmenskultur: Agilität ist kein festes Regelwerk, sondern eine Denkweise und ein Ansatz für Organisationsstrukturen und -prozesse. Obwohl Agilität ihren Siegeszug im „agilen Manifest“ der Software-Entwicklung begann, sollte sie im gesamten Unternehmen verankert werden. Zwei Schlüsselkomponenten einer agilen Implementierung sind dabei die Fokussierung auf die einzelnen Teams, die im Zuge dessen mehr Verantwortung übernehmen, und die aktive Nutzung von Feedback-Schleifen zur kontinuierlichen Verbesserung von Prozessen und Ergebnissen.
  2. Agiler Ansatz erfordert neue Management-Mentalität: Der Erfolg einer agilen Implementierung hängt in hohem Maße von selbstorganisierten, funktionsübergreifenden Teams ab. Die Rolle des Managements in einem solchen Umfeld ist anders als in klassischen, hierarchischen Organisationen. In einer agilen Welt besteht die Funktion der Führungsebene darin, eine klare Vision und ein Ziel für das Team zu formulieren. Dies kann auch die Definition geschäftsrelevanter KPIs und allgemeiner Rahmenbedingungen umfassen. Da der agile Ansatz eine andere Management-Mentalität erfordert, ist es wichtig, dass gerade das Senior Management die Umsetzung aktiv unterstützt.
  3. Kleine, effiziente Teams statt großer, „träger“ Abteilungen: Die Umsetzung von Agilität ist ein Veränderungsprozess. Daher ist es notwendig, mit einer kleinen Gruppe zu beginnen, die idealerweise mit einem geschlossenen Thema startet. Die Teams sollten funktionsübergreifend sein und für eine einfachere Kommunikation gemeinsam in einem Raum bzw. an einem Ort sitzen. Wichtig ist ein patenter Coach, der dem Team hilft, eine agile Basis zu schaffen sowie die entscheidenden Feedbackschleifen und Gründungsprozesse aufzubauen.
  4. Implementierung von Agilität benötigt Zeit: Die Einführung von Agilität ist ein Change-Prozess, der, gerade in der Anfangszeit, immer etwas Zeit erfordert. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich die Teams, sobald sie etabliert sind, wesentlich schneller iterieren und verbessern können. Voraussetzung ist, dass den Mitarbeitern in der Anfangsphase von wenigen Wochen bis Monaten möglichst viel Autonomie und Freiraum eingeräumt wird. Sind die Teams erst einmal etabliert und in einem Arbeitsmodus, werden die Vorteile der neuen Agilität transparent. Eines der ersten Resultate wird die Fähigkeit der Teams sein, ihre eigenen Prozesse sehr schnell zu verbessern.
  5. OKR-Modell – das Rahmenwerk für agile Teams: Bisher bleibt der Einsatz agiler Methoden oft nur auf Entwicklerteams beschränkt. Um das zu ändern, bedarf es einer konkreten Methodik, die gemeinsame Ziele von IT und Fachabteilung transparent macht und dafür sorgt, dass alle Beteiligten am selben Strang ziehen. Neben Ansätzen wie Scrum over Scrum, Large Scale Scrum oder das Scaled Agile Framework bietet das agile OKR-Modell (Objectives and Key Results) eine lohnende Alternative. Da OKR auf messbaren Zielen basiert, liefert dieser Ansatz ganz konkrete Anhaltspunkte, um die Verbesserungsbereiche für die IT-Organisation zu definieren. Gleichzeitig sind durch die iterative Planung auf Quartalen schnelle und flexible Anpassungen möglich, die Kollaboration wird gefördert und der Fokus auf die Arbeit am System zusätzlich geschärft.

Bildquelle: Thinkstock/Digital Vision

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