Stolpersteine vermeiden

7 typische Fehler in ERP-Projekten

 Wird eine ERP-Software falsch eingeführt oder scheitert sogar das gesamte Projekt, kann das Anwenderunternehmen schnell in finanzielle Schieflage geraten. So lässt sich die ERP-Implementierungen erfolgreich durchführen.

1. Einstufung als reines IT-Projekt: Bei ERP-Einführungen werden in aller Regel veraltete Insellösungen durch ein integriertes Komplettsystem ersetzt. Da dabei meist auch Prozessoptimierungen erzielt werden können, bildet das neue ERP praktisch nie die alten Abläufe eins zu eins ab. Veränderte Prozesse bedeuten aber auch Veränderungen in der Ablauf- und Aufbauorganisation, weshalb eine ERP-Implementierung nicht als reine IT-Angelegenheit betrachtet werden darf. Gefragt ist ein übergreifendes Änderungsmanagement.

2. Unklare Anforderungen und Ziele: Häufig legen die Verantwortlichen für ERP-Implementierungen die Prioritäten unterschiedlich aus oder es sind keine messbaren Ziele vorhanden. Neben den Zielen müssen ebenfalls die „Nicht-Ziele“ definiert werden. Eine funktionierende Projektplanung mit anschließendem Controlling ist mit unklaren Anforderungen nicht möglich.

3. Egoismen und Kompetenzstreitigkeiten: Neben den Zielen müssen Kompetenzen und Zuständigkeiten definiert sein. Am besten lässt sich das durch Rollenbeschreibungen mit Aufgaben und Pflichten bewerkstelligen. Zudem sollten eindeutige Projektregeln aufgestellt und durchgesetzt werden, etwa für Eskalationsfälle. Ein Projekthandbuch kann einen verbindlichen Handlungsrahmen definieren.

4. Fehlende Ressourcen bei Projektstart: Oft sind bei Projektbeginn die Schlüsselpositionen nicht besetzt, das Projekt wird aber trotzdem gestartet. Häufig schätzen Unternehmen die Verfügbarkeit der eigenen Ressourcen falsch ein. Um sie realistisch abzubilden, sollten auch die internen Ressourcen auf Basis von Arbeitspaketen eingeplant werden. Als Faustformel gilt dabei: Ein externer Beratertag entspricht mindestens zwei bis drei Tagen an internen Arbeitsleistungen. Durch eine realistische Ressourcenplanung kann hier Abhilfe geschaffen werden.

5. Mangel an qualifizierten Mitarbeitern: Viele Unternehmen verfügen zu Beginn des Projekts nicht über eine umfassende ERP-Systemkompetenz und es ist auch kein Projektleiter vorhanden, der umfangreiche Erfahrungen mit ERP-Einführungen hat. Dieser Umstand kann gelöst werden, indem Mitarbeiter vor Projektstart ausgebildet werden, man neue Mitarbeiter an Bord holt oder die entsprechenden Arbeitspakete fremd vergibt.

6. Schlechte Kommunikation: Sämtliche Beteiligten wie Management, Betriebsrat und Mitarbeiter müssen umfassend und regelmäßig informiert werden. Mit einem großen CC-Verteiler im Mail-Verkehr ist das aber nicht getan. Stattdessen sollte es turnusmäßige Meetings und Informationsveranstaltungen geben. In Newslettern, der Hauszeitung oder im Intranet sollten Unternehmen zudem aktives Projekt-Marketing betreiben.

7. Keine oder unzureichende Projektplanung: Eine geeignete Planung muss mindestens folgende Elemente enthalten: einen Projektstrukturplan mit Arbeitspaketen, einen Plan, der die Abhängigkeiten der Arbeitspakete berücksichtigt, einen Meilensteinplan, die Projektorganisation, eine Ressourcen- und eine Kostenplanung sowie eine Risikoanalyse.

Quelle: IFS

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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