RZ-Betrieb in Island

Ab in den Norden

In Island, dem Land der Vulkane, lassen sich Rechenzentren besonders energieeffizient betreiben.

Die für Geothermiekraftwerke idealen Begebenheiten in Island beruhen auf den über 30 aktiven Vulkanen, die auf der Insel zu finden sind.

Betreiber von Rechenzentren in Deutschland stehen vor einer großen Herausforderung: Während der Bedarf nach Fläche immer rasanter wächst, wachsen auch die Strompreise in Deutschland. Gerade die Umlage nach dem Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (EEG) ist vielen ein Dorn im Auge. Denn bereits aktuell sind die Kosten je Kilowattstunde Strom in Deutschland fast doppelt so hoch als anderswo. Zahlreiche Kunden suchen deshalb nach Alternativen zur Collocation in Deutschland – und wenden ihren Blick zunehmend in Richtung Nordatlantik.

Einer der Anbieter, der Serverflächen im hohen Norden anbietet, ist Verne Global. „Wir haben uns zu Beginn nicht nur Gedanken darüber gemacht, wie man ein Rechenzentrum möglichst energieeffizient betreiben kann, sondern auch, wo unserer Meinung nach der weltweit ideale Rechenzentrumsstandort liegt. Ein Hauptkriterium für uns war dabei eine nachhaltige, sichere und preiswerte Stromversorgung“, erklärt Tate Cantrell, CTO bei dem Rechenzentrumsbetreiber, der seit 2011 ein Rechenzentrum in Keflavik, westlich der isländischen Hauptstadt Reykjavik, betreibt. „Der Strom wird hier zu 100 Prozent aus Geothermie und Wasserkraft gewonnen, kostet dabei nur einen Bruchteil und ist in ausreichendem Maße verfügbar, so dass wir ohne Probleme redundante Sicherungssysteme in unseren Rechenzentrum installieren konnten.“

Geringe Gefahr von Vulkaneruptionen

Zusätzlich kam man dem Anbieter von isländischer Seite bei der Stromversorgung entgegen: Der Strompreis je Kilowattstunde, den der RZ-Betreiber zahlen muss, wurde auf 20 Jahre festgelegt. „Damit sind wir in der Lage, unseren Kunden nicht nur aus ‚grünen‘ Energiequellen gewonnenen Strom – und damit eine Verbesserung ihrer CO2-Bilanz – zu bieten, sondern ebenso Kosteneinsparungen und Preissicherheit“, so Cantrell weiter. „Darüber hinaus verfügt Island über eines der jüngsten und belastbarsten Stromnetze weltweit, das zudem in sich geschlossen ist – wir können also ausschließen, dass der Strom für unser Rechenzentrum von Atom-, Gas-, Öl- oder Kohlekraftwerken kommt.“
Außerdem besitzt Island einen weiteren Standortvorteil für den Betrieb von Rechenzentren: Die konstant kühle Umgebungstemperatur macht die Kühlung mit Außenluft-Wärmetauschern das ganze Jahr über möglich.

Jedoch sehen viele in Islands wichtigster Energiequelle auch das größte Risiko: Die für Geothermiekraftwerke idealen Begebenheiten des Landes beruhen auf den über 30 aktiven Vulkanen, die auf der Insel zu finden sind. Erst 2010 sorgte der Ausbruch des Eyjafjallajökull weltweit für Schlagzeilen. Für Jeff Monroe, CEO von Verne Global, kein Grund zur Sorge: „Jeder, der auf der Suche nach einem neuen Rechenzentrum ist, muss sich mit dem Risikolevel der jeweiligen Lokation auseinandersetzen. Klar ist dabei: Eine 100prozentige Sicherheit gibt es nie. Allerdings haben wir die Lage für unser Rechenzentrum bewusst gewählt: Wir befinden uns auf dem Gelände des Nato-Stützpunktes Naval Air Station Keflavik – und die Verteidigungsallianz wählte genau diesen Ort wegen seines massiven Untergrunds und der geringen Gefahr bei Vulkaneruptionen. Bedenkt man zudem das erwähnte moderne Stromnetz, die stabile politische Lage sowie die strengen dort geltenden Datenschutzrichtlinien, kann der Ort trotz der Vulkane zu einem der sichersten Rechenzentrumsstandorte der Welt gehören.“

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