Flexibilität gefordert

Abfüll- und Verpackungsprozesse auf höchstem Niveau

Die Nachfrage nach Arzneimitteln steigt weltweit, die Pharmabranche wächst. Immer mehr flüssige und pulverförmige Arzneimittel müssen in Spritzen, Injektionsfläschchen oder Ampullen abgefüllt werden – das Spezialgebiet von Bausch+Ströbel. Das Unternehmen gehört zu den Weltmarktführern für Sondermaschinen und Anlagen im pharmazeutischen Verpackungsbereich.

  • Abfüllprozess ei der Bausch+Ströbel-Gruppe

    Mit Blick auf die Anforderungen der weltweiten Kunden will das Unternehmen die Prozessintegration und Automatisierung noch weiter vorantreiben. ((Bildquelle: Bausch+Ströbel))

  • Bernhard Frisch

    „Das ERP-System ist unsere abteilungsübergreifende, gemeinsame Zahlenbasis“, unterstreicht der kaufmännische Geschäftsführer Bernhard Frisch. ((Bildquelle: Bausch+Ströbel))

  • Volker Deschner, Leiter der Abteilung Planung, Prozesse und Ressourcen

    Volker Deschner, Leiter der Abteilung Planung, Prozesse und Ressourcen. ((Bildquelle: Bausch+Ströbel))

Ob Fläschchen, Ampullen oder Einmalspritzen: Wenn pharmazeutische Produkte abgefüllt und verpackt werden müssen, kommt Bausch+Ströbel ins Spiel. Das baden-württembergische Unternehmen mit über 1.700 Mitarbeitern weltweit entwickelt und fertigt speziell dafür zugeschnittene Sondermaschinen und Anlagen. Neben der Konstruktion und dem Bau der Fertigungslinien bietet Bausch+Ströbel eine große Bandbreite an Dienstleistungen für ein sicheres und kontinuierliches Abfüllen von Pharmazeutika an.

Im Sinne der Kundenorientierung ist bei den Badenern in allen Unternehmensbereichen Flexibilität gefordert. Zum einen bei den Anlagen, die neben einer hohen Leistung auch ein ständiges Umrüsten ermöglichen müssen, zum anderen bei den eigenen Prozessen, die bei dem Mittelständler im ERP-System Proalpha zusammenlaufen. Mit der Software entwickelt das Unternehmen seine Prozesse bereits seit über zehn Jahren kontinuierlich weiter.

Termine und Kosten im Blick

Eine Anlage von Bausch+Ströbel besteht aus Linien mit bis zu zwölf verketteten Maschinen. Diese übernehmen das Reinigen oder Sterilisieren der Behälter, das Abfüllen, Außenreinigen, Verschließen, Prüfen, Montieren und schließlich das Etikettieren. Der Mittelständler übernimmt dabei für alle Anlagen das gesamte Engineering, 80 Prozent der verbauten Teile stammen aus eigener Entwicklung. Zwischen zwölf und 24 Monaten dauert es im Schnitt, bis eine Anlage gefertigt und abgenommen ist. „Um diese umfangreichen Anlagen mit einer hohen Fertigungstiefe zu produzieren, benötigt man ein breites ERP-System, das insbesondere Einkauf, Fertigung und Montage durchgängig abbildet“, unterstreicht Volker Deschner, Leiter der Abteilung Planung, Prozesse und Ressourcen.

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Über 200.000 Produktionsaufträge wickelt das Unternehmen jährlich mit der Software ab. Hinzu kommen die Aufträge zur Fertigung von Ersatzteilen sowie die Eilaufträge, wenn sich in der Montage eine letzte Optimierung ergibt und die Konstruktion nochmals angepasst wird. Dann muss das neue Teil in nur einem Tag eingeplant und gefertigt sein. Für jede Maschine und jedes Ersatzteil koordiniert der Anwender sämtliche Teilaufgaben mit dem Projektmanagement des ERP-Systems. Neben der Produktion gehören dazu auch die Konstruktion, der Einkauf, die Elektroprogrammierung, die Dokumentation und die Montage. „Die Wertschöpfung besteht aus einer Vielzahl an Einzelleistungen, die nicht nur alle geplant, sondern auch an das Projektmanagement zurückgemeldet werden müssen. Nur so sind Kapazitätsplanung sowie Projekt- und Kosten-Controlling sinnvoll möglich“, erklärt Deschner.

Alle im System gesammelten Werteflüsse aus Projektmanagement und Produktion laufen in einem Projekt-Controlling zusammen, das immer weiter verfeinert wird. „So gelingt es immer früher und besser zu sehen, wie erfolgreich ein Projekt ist“, sagt Deschner. Den Kostendruck aus dem internationalen Wettbewerb spürt auch der Qualitätsfertiger aus Baden. Daher wird die im ERP-System integrierte Kostenrechnung immer wichtiger.

Eine einzige Datenquelle

Die Software erlaubt es ihm und seinen Mitarbeitern, das gesamte Rechnungswesen aus verschiedensten Blickwinkeln zu betrachten, und liefert die Zahlenbasis für alle Auswertungen vom Projekt-Reporting, über Monatsberichte bis hin zur korrekten Umlage der Gemeinkosten.

Als Hersteller kundenindividueller Sondermaschinen begleitet Bausch+Ströbel den Einsatz der erstellten Produktionsanlagen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Dass der Service auch noch nach 20 oder 25 Jahren Anfragen für Ersatzteile bekommt, ist keine Seltenheit.

„Das Service-Modul unserer ERP-Software hilft uns, unsere große Service-Abteilung zu organisieren“, sagt Deschner. Über 10.000 Service-Aufträge werden damit jährlich abgewickelt. „Mit der Call-Verwaltung behalten wir im Zusammenspiel von Angeboten, Aufträgen und Service-Einsätzen den Überblick.“ Ein zentraler Baustein ist das integrierte Dokumenten-Management-System (DMS), in dem alle Unterlagen zu den jeweiligen Aufträgen hinterlegt sind.

Compliance und Rückverfolgbarkeit

Sensible Branchen wie Pharma, Lebensmittel oder Kosmetik fordern auch von ihren Maschinenlieferanten lückenlose Rückverfolgbarkeit. Bausch+Ströbel gewährleistet diese mithilfe der Serien- und ChargenNummernverwaltung in Proalpha. „Teileeindeutigkeit ist bei uns das A und O. Wir müssen zuverlässig nachweisen können, was wir mit welchen Chargen produziert haben. Jede kleinste Änderung eines Bauteils muss dokumentiert und nachvollziehbar sein“, erklärt Volker Deschner. Neben der ISO 9001 muss der Sondermaschinenbauer auch die Good Manufacturing Practice (GMP) erfüllen. Dieses Regelwerk beschreibt Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Produktion. Zusätzlich stellen Kunden weitere, strenge Anforderungen an den Anlagenbauer, die er in regelmäßigen Kunden-Audits nachweisen muss.

Mit Blick auf die Anforderungen der weltweiten Kunden will das Unternehmen die Prozessintegration und Automatisierung noch weiter vorantreiben. Auch eine stärkere Internationalisierung des ERP-Einsatzes hat der Geschäftsführer auf der Agenda. Ein Blick auf die bisherige Zusammenarbeit bestärkt ihn, dass dies gelingen wird: „Als wir die Software einführten, wollten wir unsere Prozesse integrieren, klare Workflows und Verantwortlichkeiten etablieren und die Sicherheit einer verlässlichen Zahlenbasis, um auf dieser Grundlage das Unternehmen zu steuern.“ Dies scheint gelungen, denn seit der Einführung vor rund zehn Jahren haben wir unseren Umsatz in etwa verdoppelt.“

Bausch+Ströbel-Gruppe

  • Standorte: Ilshofen (Zentrale) und Büchen/Deutschland, North Branford/USA, Wohlen/Schweiz
  • Gründung: 1967
  • Mitarbeiter: ca. 1.700
    Produkte: Verpackungs- und Produktionssysteme für die pharmazeutische und kosmetische Industrie

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