Modernes ERP für Fertighausspezialist

Altbausanierung in der IT

Aufgrund seiner Wachstumsphase nahm der Fertighausspezialist Hanse Haus die Konsolidierung der ERP-Prozesse in Angriff.

  • Ein Fertighaus der Hanse Haus GmbH & Co. KG

    Mit individuellen Fertighäusern verzeichnet die Hanse Haus GmbH & Co. KG fotwährendes Wachstum.

  • Jürgen Börtlein von der Hanse Haus GmbH & Co. KG

    „In unserer Branche muss IT-seitig in der Regel am meisten in die Bereitstellung skalierbarer hyperkonvergenter Infrastrukturen und integrierter Anwendungen zur Projektabwicklung investiert werden”, so Jürgen Börtlein von der Hanse Haus GmbH & Co. KG.

Günstige Zinsen, steigende Nachfrage – der Immobilienmarkt in Deutschland boomt. Eine Situation, von der nicht zuletzt Fertighausbauer wie Hanse Haus profitieren: Bei dem Spezialisten für Fertighäuser im höherwertigen Preissegment stehen seit Jahren alle Zeichen auf Expansion. Allein in den vergangenen vier Jahren konnte der Mittelständler aus dem fränkischen Oberleichtersbach seine Mitarbeiterzahl mehr als verdoppeln. Um dem rasanten Wachstum auch mit einer effizienten IT-Lösung gerecht zu werden, setzt das Unternehmen nun auf die ERP-Lösung APplus der Asseco Solutions aus Karlsruhe. Ziel der Modernisierung und Konsolidierung der zahlreichen Einzellösungen ist eine mittelfristige Zeit- und Kostenersparnis.

Zeichneten 2014 noch knapp 300 Mitarbeiter für Planung, Bau und Kundenservice der über 1.000 Fertighausvarianten verantwortlich, beschäftigt der Fertighausspezialist heute über 620 Angestellte. Ein deutlicher Wachstumskurs, der die bisherige IT-Struktur des Unternehmens an ihre Grenzen brachte: Nachdem bereits seit den 90er-Jahren diverse Altsysteme, darunter eine Eigenentwicklung, zur Unterstützung der Geschäftsprozesse verwendet worden waren, nutzt der Mittelständler aktuell eine dedizierte Speziallösung für die Fertighausbranche. Diese bietet zwar Funktionen für Produktionsplanung und -steuerung, lässt sich jedoch nur textbasiert bedienen und entspricht damit nicht mehr dem heutigen Stand der Technik.

Wachstum fordert effizientere Prozesse

„In der Vergangenheit ließ sich mit dem alten System durchaus gut arbeiten“, erklärt Jürgen Börtlein, Leiter IT-Systeme bei Hanse Haus. „Denn viele Funktionen, für die das alte System keine Unterstützung bietet, hatten wir im Laufe der Jahre durch Eigenentwicklungen auf Excel-Basis ergänzt. Gerade in jüngster Zeit wurden uns die Ineffizienzen jedoch immer wieder vor Augen geführt. Gerade aufgrund der Brüche zwischen den Einzellösungen müssen viele Arbeiten doppelt erledigt oder Daten mühsam von Hand erfasst und übertragen werden.“ So lassen sich Daten aus dem CAD-System nicht automatisiert an das bestehende ERP-System übertragen. Die Berechnung der entsprechenden Materialbedarfe gestaltet sich aufwendig.

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Schon 2014 begann der Mittelständler damit, sich nach einer neuen Lösung umzusehen. Die Basis für das entsprechende Pflichtenheft stellte eine interne Prozessanalyse dar. „Da wir sehr projektorientiert arbeiten, stand ein leistungsstarkes Projektmodul ganz oben auf unserer Anforderungsliste“, berichtet Jürgen Börtlein. „Darüber hinaus waren uns auch ein hoher integrierter Abdeckungsgrad unserer Prozessbereiche sowie eine benutzerfreundliche Oberfläche sehr wichtig.“ Schließlich sollte die neue Lösung mobilfähig sein.

Durch die Übernahme von Hanse Haus durch den Investor Adcuram wurde der Auswahlprozess jedoch zunächst auf Eis gelegt und erst Anfang 2017 wieder aufgegriffen. Da die Lösung der Asseco bereits 2014 zu den Favoriten gezählt hatte, entwickelten die beiden Unternehmen gemeinsam einen Prototyp, um so die Praxistauglichkeit der Lösung unter realen Bedingungen zu prüfen. Nachdem dieser Test positiv verlief, fiel die finale Entscheidung zugunsten der Karlsruher.

„Einer der zentralen Faktoren für unsere Wahl war die Stärke im Projektgeschäft“, erinnert sich Jürgen Börtlein. „Funktional kann das System bei uns den gesamten Prozess vom Eingang einer Anfrage über die Fertigstellung des Hauses bis hin zur Nachbetreuung des Kunden abdecken. Da sich auch unser Dokumenten-Management-System daran anbinden lässt, agiert es zusätzlich als zentraler Informationsspeicher für alle unsere Projekte, mit dem wir beispielsweise Bauakten für die Bauherren mit wichtigen Dokumenten zu Bauantrag, Gutachten und Statik unmittelbar zusammenstellen können.“

Umsetzung von Spezialanforderungen

Vor allem bezüglich spezifischer Anforderungen punktet das ERP: Hauskomponenten wie Innentüren werden vom Unternehmen in unterschiedlichsten Materialien, Breiten, mit und ohne Lichtausschnitt oder mit rechtem oder linkem Anschlag geliefert. Allein bezüglich der Türmodelle gilt es daher, über 5.000 Varianten abzudecken. Die Abbildung der Produktvarianten lässt sich in Form einer individuellen Anpassung in APplus erfüllen.

Auch die Vertriebsstücklisten werden mithilfe einer Anpassung in das ERP-System integriert. Denn diese stellen die Grundlage für die Kalkulation der Baukosten dar. Aktuell befindet sich die Lösung in der Implementierungsphase. Im Zentrum stehen hierbei sowohl die Übernahme der Stammdaten ins neue System und die Entwicklung der individuellen Anpassungen. Der Produktivstart der Lösung war im Juni, wobei zunächst das Projektsystem und das Bestellwesen gestartet wurden. „Im zweiten Schritt werden wir dann die Funktionen der Insellösungen – z.B. in der Materialwirtschaft, Auftragssteuerung, Zeiterfassung oder im Service – durch zusätzliche Module ins neue ERP-System integrieren“, betont Jürgen Börtlein.

Hanse Haus GmbH & Co. KG

Branche: Fertighausbau
Standort: Oberleichtersbach
Gründungsjahr: 1929
Gesamtmitarbeiterzahl: 630
www.hanse-haus.de

Persönliches

Name: Jürgen Börtlein
Alter: 55 Jahre
Hobbys: Motorradfahren, Fußball, Skifahren
Ausbildung und Werdegang: Ausbildung Mechatroniker, Abitur, Maschinenbaustudium, Technikinformatiker, IT-Organisation und Anwendungsentwicklung, seit 1992 bei der Hanse Haus GmbH & Co. KG
Derzeitige Position: Leitung IT-Systeme

Kurz und knapp ...

In unserem Betrieb spielt die Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK) ...
... mittlerweile bereichsübergreifend eine zentrale Rolle, um die digitalen Prozesse vom Erstkontakt mit einem Interessenten bis zur Hausübergabe und den nachgelagerten Servicedienstleistungen durchgängig abbilden zu können sowie eine hohe Kundenzufriedenheit zu gewährleisten.

In unserer Branche muss IT-seitig in der Regel am meisten in ...
... die Bereitstellung skalierbarer hyperkonvergenter Infrastrukturen und integrierter Anwendungen zur Projektabwicklung investiert werden, damit künftige Anforderungen im Industrie-4.0-Zeitalter flexibel realisiert werden können. Die digitale Transformation bedingt hierbei einen permanenten Strukturwandel.

Die notwendigen Mittel vorausgesetzt würde ich sofort ...
... die Analyse und Optimierung von Unternehmensprozessen mit dem Ziel anstoßen, bereichsübergreifende Workflows durch sinnvolle standardisierte IT-Tools zu unterstützen.

Von ITK-Anbietern für den Mittelstand erwarte ich ...
... eine Sensibilisierung für die Kundenanforderungen, innovative Ideen, realistische Projektziele und partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Optimaler Support zeichnet sich dadurch aus, dass ...
... Projekte und Problemstellungen zielorientiert unter Berücksichtigung von SLAs bearbeitet werden, ohne das operative Geschäft unverhältnismäßig zu belasten.

Bildquelle: Hansehaus GmbH &Co. KG

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