Flexibler ERP-Einsatz

Auf eigenen Pfaden

Die Grimm Pulverlack GmbH aus Schwäbisch Gmünd setzt bei der Anwendung von ERP-Software bewusst auf eine Individuallösung.

  • Versandroboter bei der Grimm Pulverlack GmbH

    Der Versand erfolgt im Unternehmen automatisiert mithilfe eines Roboters.

  • Lageristen bei einer Besprechung

    Über die Software der Grimm Pulverlack GmbH werden u.a. 2500 Palettenplätze verwaltet.

In der FAZ vom 10. Juli 2019 ist ein wütend schreiender Ernst Prost zu sehen. Der Inhaber und Geschäftsführer von Liqui-Moly bringt darin seine Wut nach einer ERP-Software-Umstellung zum Ausdruck und meint, dass „das schlimmer als Brexit, Trump und Handelskrieg“ sei. Es solle endlich mal über ein Problem gesprochen werden, das auch andere Unternehmenschefs zur Weißglut treibe. Willkommen in der Realität von Standard-ERP-Einführungen. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Grimm Pulverlack. Heike Grimm, Chefin des Unternehmens, sagt: „Für mich wäre nie ein Standardsystem in Frage gekommen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Heike Grimm ist in der Pulverlackbranche in Deutschland bekannt. Auf ihrer Website wirbt sie mit dem größten Pulverlacklager Deutschlands und mit dem Service-Versprechen, dass Aufträge, sofern sie bis 16 Uhr schriftlich oder telefonisch eingehen, noch am selben Tag das Haus verlassen. Diese Planbarkeit und Verfügbarkeit von Rohware schätzen Kunden an dem Unternehmen in Schwäbisch Gmünd. „Aber eine Standard-ERP-Software wäre mir nie ins Haus gekommen“, sagt die Inhaberin klar. „Ich möchte meine Prozesse gestalten und mir nicht von einem System meine Prozesse diktieren lassen.“ Deshalb habe sie bei sich Global Eagle im Einsatz.

Automatisierter Warenversand

Das System bildet bei Grimm Pulverlack eine zuverlässige Durchgängigkeit ab: vom Angebot, über den Auftrag, die automatische Generierung des Lieferscheins bis zum automatisierten Versand mithilfe eines Roboters. Insgesamt beträgt die Durchlaufzeit zwischen eintreffendem Kundenauftrag und dessen Auslieferung gerade mal zehn Minuten. Möglich wird dies durch eine automatisierte Lagerplatzverwaltung von über 2.500 Palettenplätzen. Auch dafür ist die Lösung verantwortlich und optimiert das Lager durch eine Optimierung nach Umschlagshäufigkeit der einzelnen Produkte. Ist eine Palette voll, entscheidet die Software, wo die Ware hingestellt werden soll. Eine in das System integrierte Roboterstraße ist für den automatisierten Wareneingang wie auch automatisierten Versand verantwortlich.

Grimm Pulverlack GmbH

  • Branche: Vertrieb von Pulverlacken
  • Gründung: 1993
  • Standort: Schwäbisch Gmünd
  • Mitarbeiter: 20
  • Kunden: 800

„Global Eagle ist bei uns die alleinige Unternehmensplattform und vereint ERP, CRM und eine roboterbasierte Kommissionierstraße, einschließlich EDI bezüglich aller Prozesse mit unserem Produktionspartner in Italien“, sagt die schwäbische Unternehmerin und fügt hinzu: „Sie verschafft uns entscheidende Wettbewerbsvorteile, zu denen Schnelligkeit, Flexibilität und überdurchschnittliche Dienstleistungsorientierung zählen.“ Mit dem System seien bei Grimm Pulverlack viele Prozesse im Unternehmen optimiert und automatisiert worden. Auf der Kommissionierstraße sorgt die Lösung für Ordnung. Eingehende Ware entpalettieren, zusammenstellen, sie neu palettieren und etikettieren sind solche individuellen Prozesse bei Grimm Pulverlack – vernetzt mit dem Einkauf, versteht sich. Denn dieser kann im System genau verfolgen, wo sich gerade welches Paket befindet. Alle vom System neu erstellten Etiketten für die Pulverlackkartons enthalten Informationen zu Herkunft, Farbe, Oberflächeneigenschaften, Bindemittel, Anwendungsvorschriften oder dem Gewicht der Ware.

Integriertes CRM-System

Der Wunsch nach perfekter, unternehmensspezifischer Prozessabbildung war bei Grimm Pulverlack so groß, dass noch weitere Unternehmensabläufe in das System integriert werden sollten. So ist im System eine Wissensdatenbank für Reklamationen hinterlegt. Dort werden sämtliche Protokolle des Vertriebs eingelesen und zu einer FAQ-Datenbank umgewandelt. Die Mitarbeiter können somit schnell und flexibel auf eingehende Reklamationen reagieren. Doch eigentliches Ziel dieses Elements ist es, Reklamationen zu vermeiden. „Und auch dieser Wunsch ist in den letzten Jahren für uns in Erfüllung gegangen.“ Denn Heike Grimm wollte kein separates CRM-System führen, sondern in einem System alles vereint wissen – bis hin zur Außendienststeuerung.

Die Vertriebsmitarbeiter von Grimm Pulverlack schätzen laut Grimm diesen Service. Ganz gleich, wo sie gerade unterwegs sind, können sie VPN-gesichert auf das System zugreifen und beispielsweise auch gleich Musterbestellungen auslösen. Mittels EDI-Integration wissen alle Außendienstmitarbeiter in Ist-Zeit über Bestellungen, Artikel, Preise oder avisierte Lieferungen ihrer Kunden Bescheid. Zudem können sie über eine Google-Maps-Integration ihren Standort aufrufen, finden dort alle Kunden sowie potentielle Kunden hinterlegt und können damit auch ihre Touren planen. Eine Wettbewerberdatenbank liefert zusätzliche Informationen, um bei Kundengesprächen aktuell informiert zu sein. „Global Eagle hat uns im gesamten Unternehmen, quer durch alle Abteilungen Vorteile gebracht. Der entscheidende ist: die Zeit und Effizienz. Wir wissen einfach schneller, wo wir stehen, welche Sorgen und Nöte unsere Kunden haben und wie wir sie lösen können. Denn alles ist in diesem System vorhanden, transparent und permanent abrufbar“, sagt Heike Grimm.

Bildquelle: Grimm Pulverlack GmbH

 

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