Footprint für Rechenzentren

Aufholjagd in Sachen Nachhaltigkeit

Hochverfügbare und -sichere Rechenzentren sind das Fundament für eine digitale Wirtschaft. Doch wer allein auf Leistungsfähigkeit setzt, verliert einen genauso wichtigen Punkt aus den Augen: das Thema „Nachhaltigkeit“.

Ein verbesserter ökologischer Fußabdruck ist auch mittels neuer und innovativer Lösungen möglich.

Ein verbesserter ökologischer Fußabdruck ist auch mittels neuer und innovativer Lösungen möglich.

Bereits ein einziger Klick im Internet löst eine Kette von Diensten aus, die allesamt Energie und Ressourcen verbrauchen. So erfolgt neben dem eigenen Endgerät eine Anfrage an verschiedene Server, die teils über mehrere PoPs (Point of Presence) in Rechenzentren weltweit miteinander verbunden sind. Damit Datacenter ihren Beitrag für mehr Nachhaltigkeit leisten können, kommen eine ganze Reihe von Maßnahmen infrage.

Nachhaltigkeit hängt stark von der Architektur ab. Moderne Materialien bei der Außenfassade sorgen etwa für eine optimale Isolierung, durch die ein Gebäude im Sommer nicht aufheizt. Freikühlungskonzepte, beispielsweise über Kyoto-Systeme, ermöglichen rein mechanisch den effizienten Austausch zwischen kühlender Außen- und aufgewärmter Innenluft. Durchgängige Kaltgangkonzepte beim Aufbau der Serverräume helfen zusätzlich, die Luftströme strikt voneinander zu trennen, um den Wärmeaustausch durchgängig zu garantieren. Dazu ist es auch nötig, für die Höhen der Doppelböden bis zu 1.500 mm
einzuplanen, um die Luftströme im Kaltgang bestmöglich zu gewährleisten. Die erzeugte Abwärme lässt sich zudem nutzen, um etwa Büroräume im Gebäude zu heizen oder an ein Fernwärmenetz geleitet zu werden.

Ein Rechenzentrum läuft 365 Tage im Jahr – allerdings unterscheidet sich die Auslastung zu gewissen Zeiten. Planer und Betreiber sollten das berücksichtigen und andere Energieverbraucher wie Kühlsysteme ebenfalls skalierbar einrichten, um den Verbrauch zu drosseln. Werden alle vorhandenen Systeme möglichst optimal aufeinander abgestimmt, erhöht das die Energieeffizienz der gesamten Anlage. So ist etwa für das neue Datacenter FRA02 von Maincubes geplant, dass eine zusätzliche Kühlung nur dann modular hinzugeschaltet wird, wenn dies erforderlich ist. Den Strombedarf zu reduzieren, ist nur eine mögliche Stellschraube. Denn in der heutigen Zeit sollte es gar keine Frage mehr sein, für die Energieversorgung auf Ökostrom zu setzen, um den Ausbau von Anlagen zur Erzeugung und Distribution regenerativer Energien zu unterstützen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5-6/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Innovative und smarte Ideen

Ein verbesserter ökologischer Fußabdruck ist auch mittels neuer und innovativer Lösungen möglich. Dazu zählt etwa der Rückgriff auf Hardware, die auf Ideen des Open Compute Projects basiert. Die 2011 gegründete Initiative entwickelt kollaborativ Technologien speziell für Rechenzentren, die mehrere Vorteile bieten: Die Architektur der Hardware sorgt für effizientere Kühlung, reduziert den Stromverbrauch und verzichtet auf unnötige Komponenten, was wiederum Energie und Kosten spart. Wie sich der Ressourcen- und Energieverbrauch minimieren lässt und das Nachhaltigkeitsprojekt genau funktioniert, können Interessierte im einzigen European OCP Center im Amsterdamer Rechenzentrum AMS01 von Maincubes testen und erleben.

Auch die Digitalisierung selbst hilft bei der Optimierung des Footprints: Indem die smarte Economy das „Sharing“ von Diensten und Leistungen über vernetzte Eco-Systeme und Plattformen vorantreibt, können Unternehmen partizipieren und eigene Ressourcen sparen. Das wird von Kundenseite auch immer mehr nachgefragt. Colocation- und Connectivity-Anbieter tun also gut daran, ihre Rechenzentren und die darin verbaute Hardware stetig zu verbessern und nachhaltiger zu gestalten – im Sinne der Umwelt und der Zukunftssicherheit.

Bildquelle:Gettyimages/iStock

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