Keine gefährlichen Kompromisse bei der Backup-Strategie

Backup als IT-Service aus der Cloud

Damit die Einführung des Cloud-Modells Backup as a Service (BaaS) nicht zum Drahtseiakt wird, sollten Mittelständler vorher genau prüfen, mit welchem Aufwand diese verbunden ist.

Drahtseilakt

Gerade bei der eigenen Backup-Strategie sollten mittelständische Unternehmen keine gefährlichen Kompromisse eingehen.

Die Datensicherung mit ihren standardisierten und wiederkehrenden Tätigkeiten zählt zu den IT-Leistungen, die ein hohes Einsparpotential versprechen. Doch Aufgaben rund um das Backup tragen nicht wirklich zur Wertschöpfung bei und rauben hochbezahlten IT-Spezialisten ihre kostbare Zeit. Viele Manager verführt dies dazu, beim Backup gefährliche Kompromisse einzugehen, und nicht zuletzt bestehen diese häufig darin, einen veralteten und nicht mehr zweckmäßigen Status quo zu konservieren und notwendige Weiterentwicklungen nicht entschieden genug voranzutreiben.

Geschäftsführer und IT-Manager sind sich der Tatsache bewusst, dass ihre Organisation von der IT abhängig ist. So hat eine Umfrage der Initiative „Cloud Services Made in Germany“ im deutschen Mittelstand ergeben, dass 95 Prozent der befragten Organisationen ohne Daten ihre Geschäftsprozesse nicht mehr in der gewohnten Weise ausführen können. Bei 51 Prozent der Unternehmen droht sogar ein vollständiger Stillstand der Organisation, wenn operative Daten nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die immer weiter steigende Abhängigkeit sowie die wachsenden Datenmengen stellen auch immer neue Anforderungen an die Backup-Prozesse. So darf eine Datensicherung weder den laufenden IT-Betrieb unterbrechen noch die Mitarbeiter in ihrer täglichen Arbeit an den PC-Arbeitsplätzen ausbremsen. Parallel stellt sich für das Management die Frage, ob sich die ständigen Investitionen in die IT lohnen, um das Backup auch weiterhin in der vollen Fertigungstiefe selbst zu erbringen. Mit dem Einzug der Cloud in die Unternehmens-IT sowie den ständig steigenden Netzwerkkapazitäten zu günstigen Preisen wird es immer naheliegender, Backup-Prozesse in die Cloud zu verlagern.

Investitionskosten sparen

Wer sich mit Backup as a Service (BaaS) die Cloud ins Rechenzentrum holt, spart zunächst einmal die Investitionskosten für zusätzliche Storage-Kapazitäten im Backup-Umfeld. Zudem ist der Cloud-Speicher flexibel und nach Bedarf buchbar. Bei der Nutzung von Cloud-Diensten ist jedoch eine leistungsfähige Internetanbindung notwendig: Der konkrete Bandbreitenbedarf ergibt sich aus den zu übertragenden Datenmengen und dem zur Verfügung stehenden Zeitfenster für die Datenübertragung. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verbindet das eigene Rechenzentrum über mehrere Netzanbieter mit der Cloud.

Auch sollte die Backup-Lösung die Daten schon vor der Übertragung über das Internet komprimieren und deduplizieren. Ein Praxistipp: Die Themen Backup und Disaster Recovery werden häufig als zwei getrennte Technologien angesehen. Diese künstliche Trennung ist ineffizient, da es bereits zahlreiche Lösungen gibt, die Funktionen für Backup und Disaster Recovery in nur einem Produkt vereinen. Ebenfalls zu beachten ist das Thema „Datensicherheit“: Die deutschen Datenschutzvorschriften verlangen, dass beispielsweise personenbezogene Daten den deutschen Rechtsraum nicht verlassen dürfen. Zwar gibt es heute bereits eine Vielzahl von BaaS-Angeboten in Deutschland, jedoch sind diese nicht validiert und es gibt keinen einheitlichen Qualitätsstandard. Zudem ist es nicht selbstverständlich, dass das Rechenzentrum (RZ) des Anbieters auch tatsächlich in Deutschland steht.

Ob letztlich intern oder extern – Datensicherung gehört in die Hände von IT-Profis, da die operativen Daten für den täglichen Geschäftsbetrieb enorm wichtig geworden sind. Mit Backup-Services aus der Cloud erhalten Unternehmen eine sichere und praxiserprobte Lösung, um die eigene Datensicherungsstrategie zu optimieren.

 

Checkliste für die Cloud-Bereitschaft

Soll die bisherige Backup-Strategie auf eine mögliche Cloud-Nutzung hin evaluiert werden? Die folgenden Punkte geben Tipps und Hinweise zur Umsetzung:

  • Können die Gesamtbetriebskosten für die IT-Organisation durch die Einbindung der Cloud in den Backup-Prozess optimiert werden?
  • Bietet der Backup-Anbieter eine zentrale Lösung für alle Backup- und Restore-Prozesse, die sich durch nur eine Benutzeroberfläche steuern lässt?
  • Sind Technologien wie Deduplizierung und Komprimierung vorhanden, um die Datenmengen für den Backup-Prozess zu verringern?
  • Können die Backup-Prozesse so von Transaktionen der geschäftskritischen Software-Anwendungen abgekoppelt werden, dass während der Backups die Anwender nicht beeinträchtigt werden?
  • Ist die Technologie des Backup-Anbieters skalierbar und unterstützt sie das künftige Datenwachstum?
  • Werden von dem Cloud-Provider alle relevanten Datenschutz- und Compliance-Richtlinien unterstützt, insbesondere die strengen deutschen Vorschriften?
  • Hat man mit der Backup-Technologie die Möglichkeit, einfach und schnell den Cloud-Provider zu wechseln und die Daten per Mausklick umzuziehen?

Quelle: Netapp

Bildquelle: © Thinkstock/iStockphoto

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