Berichten, Analysieren, Vorhersagen

Besser vorbereitet mit Business Analytics

Auch mittelständische Unternehmen müssen frühzeitig aktuelle Marktentwicklungen erkennen. Dabei können sie ähnliche Reporting-, Analyse- und Forecasting-Tools wie Großunternehmen nutzen.

Um Trends frühzeitig zu erkennen, sollten Mittelständler geeignete Werkzeuge für die Berichterstattung, Analyse und Vorhersage einsetzen. Schließlich erhöht sich die erzeugte Datenmenge durch die allgegenwärtige Digitalisierung und Vernetzung explosionsartig. Und je mehr Informationen Unternehmen sammeln und auswerten, desto mehr Erkenntnisse für künftige Geschäftsoptionen sowie optimierte und auf individuelle Kundenbedürfnisse abgestimmte Angebote erhalten sie. Genau darin liegt das Erfolgsgeheimnis vieler digital ausgerichteter Unternehmen.

Reporting oder Analyse

Die einfachste Variante ist das häufig eingesetzte statistische Reporting. Hier werden meist auf Basis von Microsoft Excel aktuelle Unternehmenszahlen manuell eingetragen, um eine Übersicht über die Entwicklung bestimmter Werte zu erhalten, etwa den Umsatz oder die Anzahl der Kunden in bestimmten Regionen. Diese Daten lassen sich in die Zukunft extrapolieren, wobei jedoch keine neuen Trends oder Entwicklungen aufzudecken sind.

Einen Schritt weiter geht der Ansatz der Business Analytics (BA). Dieser ermöglicht sogenannte Drill-Downs, also das Hineinzoomen in verschiedene Werte, um die Analyse schrittweise zu verfeinern. Zum Beispiel lässt sich die Anzahl der Kunden in Deutschland so immer detaillierter nach Bundesland, Regierungsbezirk, Stadt und Stadtteil bis hin zur einzelnen Straße und Hausnummer anzeigen.

Viele mittelständische Unternehmen nutzen bereits Business-Intelligence-(BI) Tools. Sie ermöglichen Geschäftsanalysen über verschiedene Informationseinheiten wie Kundengruppen, Umsätze, Regionen, Materialien, Produkte oder Services. So lassen sich Erkenntnisse aus der Verknüpfung verschiedener Bereiche gewinnen. Meist werden die Ausgangsdaten direkt aus den Vorsystemen wie ERP oder CRM importiert und anschließend analytische Auswertungen erstellt. Dies reicht von einfachen Zusammenstellungen der Umsatzahlen einzelner Artikel in verschiedenen Regionen bis hin zu Trendanalysen des Kundenverhaltens.

Blick in die Zukunft

Während die bisher genannten Systeme meist hierarchisch strukturiert sind, versuchen sogenannte Business Discovery (BD)-Anwendungen, diese Hierarchien aufzubrechen. Das Ziel besteht darin, frei über Informationseinheiten hinweg Kunden, Produkte, Regionen und Services miteinander zu kombinieren, so dass sich mit wenigen Mausklicks z.B. der Umsatz pro Vertriebsmitarbeiter, Produkt und Region ermitteln lassen soll.

Viele BI- und BD-Systeme ermöglichen auch ein Forecasting durch Annahmen für die künftige Entwicklung sowie Was-wäre-wenn-Analysen, lassen jedoch meist reale Trends und Entwicklungen unberücksichtigt. Derzeit arbeiten einige Hersteller daran, echte Marktentwicklungen aus allgemein verfügbaren Daten wie Bevölkerungszahlen oder Wechselkursen zu integrieren. Durch die selbstständige Korrelation mit den Unternehmensdaten sollen sich dann aus der Vergangenheit Zusammenhänge erkennen und in die Zukunft extrapolieren lassen. Diese Business Prediction (BP) steht heute noch nicht zur Verfügung, die ersten Systeme sollen aber in den nächsten Jahren angeboten werden.

Welches System passt zu meinem Unternehmen?

Doch welche Variante eignet sich für welches Unternehmen? Dies hängt vorwiegend von der Art des Umfelds ab. Bei vergleichsweise stabilen Märkten wie Lebensmittelhandel, Personennahverkehr oder Hausgeräteproduktion reicht meist ein einfaches Reporting. Ist das Umfeld dynamischer, etwa bei Unterhaltungsgeräten, Gütertransport oder Kfz-Versicherungen, sollten mindestens BA- oder BI-Tools eingesetzt werden. Bei extrem schnellen Veränderungen, etwa im Aktienhandel oder der Ökostrom-Versorgung, sind in jedem Fall BD- und in Zukunft BP-Anwendungen zu nutzen. 

Zum Beispiel verwendet bereits ein mittelständischer Mobilfunkanbieter in Deutschland ein BD-Tool – in diesem Falle von Exact Software. Es extrahiert die aktuellen Informationen aus dem Abrechnungssystem und ermittelt daraus verschiedene Entwicklungen. So kann der Telekommunikationsprovider die Mobilfunkumsätze pro Kundengruppe, Land und Produkt ermitteln sowie mit den genutzten Minuten vergleichen. Dies ist besonders bei der Berechnung von Flatrate-Angeboten wichtig. Zudem erhalten die Vertriebsmitarbeiter wichtige Informationen darüber, welche Angebote in welchen Regionen erfolgreich sind.

Während mittelständische Unternehmen bislang nur Excel als Statistik-Anwendung zur Verfügung hatten, können sie heute aus verschiedenen Big Data-Analysetools auswählen. Damit erkennen sie erstmals Zusammenhänge durch die Verknüpfung und Korrelation verschiedener Daten wie Umsatz, Länder und Kundengruppen. Schließlich müssen sie aufgrund des zunehmenden Konkurrenz- und Margendrucks in Echtzeit Chancen und Risiken ermitteln. Mit den neuen Tools erhalten sie nun die gleichen Möglichkeiten wie Großunternehmen und können genauso schnell reagieren.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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