Catering-Spezialist L & D

Bewusste Entscheidung für die Cloud

Die parallele Nutzung von Public-Cloud-Services und On-Premise-Systemen beschleunigt bei dem mittelständischen Gastronomiedienstleister L & D die Automatisierung sämtlicher Unternehmensprozesse. Wir sprachen mit Geschäftsführer Phillip Preuß und EDV-Leiterin Elfriede Langanki über die Herausforderungen beim Betrieb hybrider IT-Landschaften.

  • „Für unser Cloud-DMS bezahlen wir einen Festpreis pro Monat und Lizenz und müssen keine Überraschungen hinsichtlich zusätzlicher Infrastruktur-kosten befürchten.“  Elfriede Langanki

    „Für unser Cloud-DMS bezahlen wir einen Festpreis pro Monat und Lizenz und müssen keine Überraschungen hinsichtlich zusätzlicher Infrastruktur-kosten befürchten.“ Elfriede Langanki

  • „Als Caterer müssen wir uns an gesetzliche Vorgaben halten, z.B. an die EU-weit in Kraft getretene Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV).“ Phillip Preuß

    „Als Caterer müssen wir uns an gesetzliche Vorgaben halten, z.B. an die EU-weit in Kraft getretene Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV).“ Phillip Preuß

  • „Dank der Nutzung von Cloud-Lösungen müssen wir uns keine Gedanken mehr über notwendige Hardware-Ressourcen machen.“ Elfriede Langanki

    „Dank der Nutzung von Cloud-Lösungen müssen wir uns keine Gedanken mehr über notwendige Hardware-Ressourcen machen.“ Elfriede Langanki

  • „Eine ausgewogene, mineralstoff- und vitaminreiche Ernährung leistet einen beacht-lichen Beitrag zur Förderung des täglichen Wohlempfindens und der Leistungsfähigkeit.“  Phillip Preuß

    „Eine ausgewogene, mineralstoff- und vitaminreiche Ernährung leistet einen beachtlichen Beitrag zur Förderung des täglichen Wohlempfindens und der Leistungsfähigkeit.“ Phillip Preuß

Was vor über 40 Jahren als Kantinenbetrieb „Lohmeier und Deimel“ auf der Bonner Hardthöhe begann, hat sich mittlerweile zu einem bundesweiten Catering-Unternehmen mit rund 1.200 Mitarbeitern entwickelt. Dabei erarbeitet der Gastrodienstleister individuelle und flexible Verpflegungskonzepte für jedes Budget und jeden Anlass. Zu den Kunden zählen nicht nur namhafte Unternehmen, Bundesministerien und Verwaltungen, sondern auch Kindergärten und Schulen. Hinzu kommt die Event- und Messegastronomie, die u.a. das E-Werk in Köln versorgt und das Sporthallen-Catering der Telekom Baskets Bonn realisiert. Seit 2003 kooperiert man zudem mit CAMST, dem größten italienischen Caterer mit Sitz in Bologna, wodurch italienischer Genuss nach mediterranen Originalrezepturen auch nach Deutschland gelangt.

Um die Verpflegung der täglich rund 40.000 Gäste vom Frühstück bis zum Konferenz-Catering garantieren zu können, müssen die dahinterstehenden Prozesse aus einem Guss ablaufen. Die Frische der verarbeiteten Nahrungsmittel und die Qualitätssicherung nehmen dabei seit jeher einen hohen Stellenwert ein. Allerdings konnte die in die Jahre gekommene IT mit den zuletzt wachsenden Anforderungen nicht Schritt halten. Von daher nahm man im Jahr 2016 den Standortwechsel von Bonn ins benachbarte Grafschaft zum Anlass, die eigene IT neu aufzustellen.

Vor diesem Hintergrund entschieden sich Phillip Preuß, Enkel des Firmengründers und Geschäftsführer bei der L & D GmbH, und EDV-Leiterin Elfriede Langanki bewusst für die Einführung von Cloud-Services von Scopevisio für das Dokumenten-Management und die Projektsteuerung, ohne jedoch den bisher gefahrenen On-Premise-Ansatz komplett über Bord zu werfen.

ITM: Herr Preuß, wie laufen in Ihrem Unternehmen die Entscheidungen ab?
Phillip Preuß:
Generell besitzen wir sehr flache Hierarchien. Wir beschäftigen in unseren bundesweiten Mitarbeiterrestaurants und Küchen jeweils einen Betriebsleiter, der für die operativen Prozesse verantwortlich ist. Er versteht sich als Gastgeber, der sich sowohl die Qualität der Mahlzeiten als auch das Wohl aller Gäste auf die Fahne schreibt. Im Rahmen dessen sorgt er dafür, dass alle Waren korrekt und frisch angeliefert, gelagert und verarbeitet werden. Häufig ist er gleichzeitig auch für den Event- und Konferenzbereich an den einzelnen Standorten zuständig und stellt somit unser „Gesicht“ für die Gäste dar.

Daneben arbeiten wir mit Regionalleitern, die über Landesgrenzen hinweg jeweils ähnliche Kunden wie Ministerien oder Großunternehmen betreuen. Hierzu muss man wissen, dass sich unsere Kundengruppen entweder hinsichtlich des Angebotsspektrums oder der Vertragsgestaltung unterscheiden.

ITM: Wer ist in Unternehmen für die Mitarbeiterverpflegung zuständig?
Preuß:
Dies sind zumeist die Personal- oder die Einkaufsabteilungen, wobei sich mitunter auch die Geschäftsleitungen um das Thema kümmern. Generell wissen immer mehr Verantwortliche, dass eine gesunde und leckere Verpflegung die Motivation der Mitarbeiter steigern kann. Desweiteren wird damit ein wichtiger Beitrag zur betrieblichen Gesundheitsvorsorge geleistet. Denn je nachdem, was die Mitarbeiter zu sich nehmen, wirkt sich dies positiv bzw. weniger positiv auf die anschließende oder auch auf die tägliche Leistungsfähigkeit aus.

In diesem Zusammenhang kamen verschiedene Studien zu dem Ergebnis, dass eine ausgewogene, mineralstoff- und vitaminreiche Ernährung einen beachtlichen Anteil an der Förderung des täglichen Wohlempfindens, einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit und schließlich an einer Erhöhung der Lebenserwartung haben kann. So können durch eine gesunde Ernährung nicht nur Adipositas, sondern auch die Symptome von Bluthochdruck, Diabetes oder Rheuma abgemildert werden.

ITM: Heutzutage gibt es unterschiedliche Ernährungsweisen, angefangen bei veganer und vegetarischer Ernährung bis hin zu speziellen Konzepten wie Low Carb, Clean Eating, Raw Food oder Paleo. Zudem leiden immer mehr Menschen unter Glutenunverträglichkeit, Laktoseintoleranz oder an Nahrungsmittelallergien. Wie bilden Sie diese Vielfalt in Ihren Menüplänen ab?
Preuß:
Unser eigener Anspruch geht dahin, dass wir nicht als klassischer „Kantinenbetreiber“ agieren, sondern unseren Kunden die Möglichkeit bieten, aus einem breiten Angebot innovativer Verpflegungsleistungen zu wählen. Dies sehen wir als unseren Wettbewerbsvorteil und als wichtige Grundlage für nachhaltiges Handeln.

ITM: Wer kauft die Waren für die angebotenen Mahlzeiten ein?
Preuß:
Die Listung aller Lieferanten übernimmt unsere Einkaufsabteilung in Grafschaft, die neben Preisverhandlungen und Warenbestellungen auch die Auditierung der Lieferanten verantwortet. Wir haben diese Aufgaben zentral gebündelt, damit wir die Kontrolle darüber behalten, was letztlich auf den Tellern landet. Bestellen können alle Betriebsleiter nach dieser Liste, die nach Prüfung durch die Einkaufsabteilung selbstverständlich auch regional ergänzt wird.

ITM: Worauf muss man bei der Auswahl von Lieferanten achten?
Preuß:
Wir besitzen strenge Qualitätsvorgaben und Richtlinien bezüglich der Lieferzeiten und der Rückverfolgbarkeit der Produkte. Generell müssen wir uns an gesetzliche Vorgaben halten, so auch an die EU-weit in Kraft getretene Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV). Im Vordergrund steht dabei die zwingend erforderliche Kennzeichnung von Inhaltsstoffen wie Kohlenhydraten, Fetten, Proteinen und Allergenen.

Vornehmlich arbeiten wir mit Lieferanten zusammen, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus weitergehende Zertifikate aufweisen können, etwa dass Fleisch nachhaltig produziert wird oder dass Gemüse aus regionalem Anbau stammt.

ITM: Worauf wird noch geachtet?
Preuß:
Unsere Qualitätssicherung berücksichtigt neben dem Einkauf auch die gesamte Kühlkette und Haustemperaturen. Dies alles wird detailliert dokumentiert und von den Mitarbeitern regelmäßig kontrolliert. Damit können wir sicherstellen, ausschließlich einwandfreie Nahrungsmittel zu verarbeiten. Allerdings liegt es letztlich in der Verantwortung der Betriebsleiter selbst, ihre Lagerverwaltung so zu organisieren, dass die Läger weder leer noch mit Nahrungsmitteln bestückt sind, deren Haltbarkeit abgelaufen ist.

ITM: Frau Langanki, inwieweit decken Sie die angesprochenen Prozesse software-seitig ab?
Elfriede Langanki:
Wir arbeiten seit Langem mit dem Waren-wirtschaftssystem MBS5 des Anbieters Herrlich & Ramuschkat, das als führendes System sowohl für den Einkauf als auch für die Betriebs- und Regionalleiter fungiert. Desweiteren nutzen wir ein Dokumenten-Management-System (DMS) von Scopevisio und in der Finanzbuchhaltung eine Datev-Lösung.

ITM: Warum haben Sie sich für die Einführung eines Dokumenten-Management-Systems entschieden?
Langanki:
Früher horteten unsere Mitarbeiter ihre Dateien auf den eigenen Arbeitsplatzrechnern oder legten sie auf einem zentralen Laufwerk ab. Im Zuge dessen entstanden im Laufe der Zeit „wilde“ Strukturen in der Dokumentenablage.

Sollte eine Datei mehreren Mitarbeitern gleichzeitig zur Verfügung stehen, wurde sie per Mail weitergeleitet. Im nächsten Schritt wurden von verschiedenen Seiten aus Änderungen an der Datei vorgenommen, bevor sie wieder auf dem Laufwerk abgelegt wurde. Nicht selten tauchte daher ein und dasselbe Dokument mehrfach auf unserem Laufwerk auf. Hinzu kam das Wachstum von L & D in ­den vergangenen Jahren, wodurch auch die Anforderungen an die Dokumentenverwaltung kontinuierlich stiegen.

Preuß: In meinem persönlichen Arbeitsbereich ging es vor allem um die Verträge mit Geschäftspartnern, Behörden oder Lieferanten, die strukturiert abgelegt werden müssen. Hier konnte ich irgendwann allein mit den Bordmitteln von Windows nicht mehr viel ausrichten.

ITM: Wie ging es weiter?
Langanki:
Im nächsten Schritt begutachteten wir verschiedene Dokumenten-Management-Systeme, wobei uns das cloud-basierte System von Scopevisio überzeugen konnte.

Preuß: Mithilfe der Software erhalten wir die Möglichkeit, unternehmensweit Zugriff auf relevante Dokumente zu nehmen. Dabei können im System Benutzerrechte vergeben werden, denen zufolge die Mitarbeiter das Dokument verändern können oder allein Leserechte erhalten. Die Aktualität der Informationen ist durch die Versionierung der Dokumente stets garantiert.

ITM: Bei dem System handelt es sich um eine cloud-basierte Lösung. War dieses Betriebsmodell von Beginn an gesetzt?
Langanki:
Wir haben uns im Rahmen des Auswahlverfahrens alle möglichen Varianten – darunter On-Premise-Lösungen, Hosting-Angebote und Cloud-Services – angesehen. Recht schnell hat uns jedoch das Cloud-DMS überzeugt, da wir uns damit keinerlei Gedanken mehr über die darunterliegenden Hardware-Ressourcen machen müssen und die Cloud-Services in Zukunft flexibel mitwachsen können.
Preuß: Der Betrieb der Infrastrukturen, deren Wartung und Support sind in der Cloud-Lösung ebenso integriert wie die IT-Sicherheit. Wir müssen nicht darüber nachdenken, welche Firewall aktuell passt und wie wir diese bei neuen Bedrohungen anpassen müssen. Zudem müssen der sichere Zugriff auf Dokumente auch von unseren Betriebsstandorten aus und hohe Performance gegeben sein.

ITM: Was sprach darüber hinaus für die Cloud?
Langanki:
Wir waren vom Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt, u.a. weil man die Cloud-Services nutzerbasiert und transparent abrechnen kann. Wir bezahlen einen Festpreis pro Monat und Lizenz und müssen keine Überraschungen hinsichtlich zusätzlicher Infrastrukturkosten befürchten. Sollte sich die Anzahl unserer User reduzieren, können wir die Lizenzen entsprechend kündigen.

Über die L & D GmbH
Das vor über 40 Jahren als „Lohmeier und Deimel“ gegründete Catering-Unternehmen ist seit einigen Jahren aus der Riege der Top-Caterer in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Der inhabergeführte gastronomische Dienstleister erarbeitet im Auftrag seiner Kunden individuelle und flexible Verpflegungskonzepte für jedes Budget und jeden Anlass. Dabei vertrauen neben namhaften Unternehmen auch Bundesministerien und Verwaltungen dem Mittelständler die Verpflegung ihrer Mitarbeiter an. L & D betreibt neben der Event- und Messegastronomie derzeit über 90 Mitarbeiterrestaurants und verpflegt hier täglich rund 40.000 Gäste.

Gründung: 1974
Standort: Innovationspark Rheinland/Grafschaft bei Bonn
Mitarbeiter: rund 1.200
www.l-und-d.de


ITM: Halten Sie denn gar keine eigenen IT-Systeme mehr vor?
Langanki:
Vergangenen November sind wir vom alten Standort in Bonn ins neue Firmengebäude im Gewerbegebiet „Innovationspark Rheinland“ in der Grafschaft gezogen. In der alten Zentrale hatten wir einen Server-Raum, in dem wir drei ausschließlich für interne Zwecke genutzte Software-Systeme vorhielten. Parallel dazu betrieben wir dort die Warenwirtschaft, auf die alle verteilten Betriebe zugreifen sollten, was aufgrund der schlechten DSL-Anbindung nur schwerlich möglich war.

Preuß: Dort gab es keine redundante Internet-Versorgung, sodass wir nach einem starken Unwetter tatsächlich einmal fast eine Woche lang ohne Web-Zugriff ausharren mussten. Da dadurch die externen Betriebe nicht auf die Warenwirtschaft zugreifen konnten, kamen wir in die Bredouille. Dank der Nutzung von Cloud-Services kann uns dies nicht mehr passieren, da die Daten jederzeit und ortsunabhängig aus dem Web abgerufen werden können. Aus diesem Grund haben wir inzwischen auch das Warenwirtschaftssystem in die Cloud gebracht. Parallel dazu sind wir mit Office365 und Exchange365 in die Wolke gewandert, wodurch sich Mitarbeiter im Home-Office einfacher und schneller anbinden lassen. Trotz dieser Cloud-Strategie besitzen wir auch am neuen Standort nach wie vor noch einen Server-Raum mit On-Premise-Systemen. Diesen haben wir redundant gestaltet inklusive eigener USV-Anlage für die Notstromversorgung.

ITM: Welche Anwendungen halten Sie auf dem eigenen Server vor?
Preuß:
Es handelt sich vorrangig um Applikationen, die weder jetzt noch in Zukunft hochskalierbar vorgehalten werden müssen. Dazu zählt neben der Datev-Lösung und der Telefonanlage auch das Active Directory inklusive der internen Benutzerverwaltung.

Langanki: Generell haben wir uns dazu entschieden, sämtliche Anwendungen, auf die die externen Betriebe zugreifen müssen, in die Cloud zu bringen.

ITM: Demnach setzen Sie auf hybride IT-Umgebungen?
Preuß:
Genau. Wir haben uns bewusst für eine hybride IT entschieden, um von den Vorteilen beider Welten profitieren zu können. Allerdings bedarf dieser Parallelbetrieb einer Planung von langer Hand, insbesondere was die Harmonisierung der Benutzer- und Rechteverwaltung und der Sicherheitsmaßnahmen angeht.

ITM: Wie wurden die hybriden Strukturen in die vorhandenen Unternehmensprozesse eingebettet?
Langanki:
Dank entsprechender Standardschnittstellen konnten wir das Dokumenten-Management sowohl mit der Warenwirtschaft als auch mit Datev verknüpfen. Ein Umstand, der ebenfalls für Scopevisio sprach.

Preuß: Der Datenaustausch funktioniert unkompliziert. So müssen wir für die Kommunikation zwischen dem Warenwirtschaftssystem und Scopevisio weder mit einem Rohdatenexport noch mit ETL-Dateien arbeiten. Vielmehr legen die Mitarbeiter neue Lieferscheine im DMS an, die dank OCR-Erkennung wiederum automatisiert in die Warenwirtschaft einfließen.

Mein Fokus liegt hier nicht auf einer möglichst sauberen Schnittstellenprogrammierung, sondern vielmehr darauf, dass die darunterliegenden Prozesse reibungslos ablaufen. Wir können beliebige Workflows aufsetzen und an bestimmten Stellen kontrollieren oder freigeben lassen. Desweiteren lassen sich alle Workflows dokumentieren und revisionssicher ablegen, was im Rahmen der Compliance und für ISO-Zertifizierungen wichtig ist.

ITM: Sie sprachen die unzureichenden DSL-Verbindungen am früheren Bonner Standort an. Gerade bei der Cloud-Nutzung ist ein performanter Web-Zugriff jedoch zwingend notwendig ...
Langanki:
Genau, die Leitungen müssen derart gestaltet sein, dass der kontinuierliche Zugriff aller Mitarbeiter garantiert wird. Hier spielte uns der Umzug ins neue Firmengebäude in die Karten. Denn im Innovationspark sind wir hinsichtlich der Internet-Verbindung besser aufgestellt als zuvor. Heute nutzen wir eine Glasfaserverbindung mit einer 30.000-Mbit/s-Leitung; in Bonn waren nur 16.000 Mbit/s möglich. Parallel ist am neuen Standort eine zusätzliche DSL-Leitung verfügbar. Diese können wir als Backup-Lösung nutzen, da sie an anderer Stelle als die Glasfaserleitung ans Gebäude angebunden ist.

ITM: Worauf kam es bei der Gestaltung der neuen Büros an?
Preuß:
Gemeinsam mit dem Architekten und der Innenarchitektin haben wir viel Wert auf helle, weitläufige Arbeitsflächen gelegt. Wir haben uns bewusst gegen Büroinseln und für Strukturen entschieden, die einen offenen Austausch ermöglichen. Alle Firmenbereiche sollten fließend ineinander übergehen, um die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zu fördern.

Langanki: Am alten Standort hatten wir nur einen kleinen Schulungsraum. Nun besitzen wir großzügige Konferenzräume, die dank eines entsprechenden Sicherheitskonzepts von sensiblen internen Bereichen getrennt sind. Mit der Neugestaltung ging auch die Ausstattung der Arbeitsplätze mit zwei Bildschirmen einher.

Preuß: Nicht zuletzt ist das Gebäude „intelligent“: Neben der Zutrittskontrolle lassen sich die LED-Beleuchtung, die Lüftung, die Rollos und die Geothermiefußbodenheizung per Software regeln. Sämtliche Komponenten sind dafür mit einer Dachwetterstation verbunden, die Licht und Temperaturen automatisiert steuern kann.

ITM: Was spricht für und was gegen einen Firmensitz in einem neuen Innovationspark?
Preuß:
Der Innovationspark Rheinland in Grafschaft bietet für
L & D eine Vielzahl von Vorteilen. Hier sind die wichtigsten Faktoren kurz genannt:

  • Die Lage: Im weitaus unternehmerfreundlicheren Rheinland-Pfalz liegt der Innovationspark direkt an der A 61. Die Wege nach Koblenz, Bonn, Köln und Düsseldorf sind kurz und man kann die täglichen 260 km Stau in NRW gut umfahren.
  • Die Wirtschaftsförderung: Im Gegensatz zu Bonn findet hier eine aktive und persönliche Wirtschaftsförderung statt.
  • Die innovativen Nachbarunternehmen: Durch einen engen Kontakt zu unseren Nachbarn konnten wir einige Prozesse in unserem Unternehmen verbessern.

Gegen einen Firmensitz im Innovationspark spricht eigentlich nichts – bis auf die häufigere Reinigung der Fenster wegen des zum Teil hohen Staubanfalls durch die gerade neu errichteten Bauten.

ITM: Lassen Sie uns einen Blick auf Ihre IT-Organisation werfen. Wie groß ist die IT-Mannschaft?
Langanki:
Ich startete bei L & D vor rund sechs Jahren als allein Zuständige für die IT, mittlerweile beschäftigen wir vier Mitarbeiter in der Abteilung. Dabei übernehmen wir zahlreiche Aufgaben, angefangen beim Einrichten von Desktop-PCs über die Server-Verwaltung bis hin zur Pflege und der Vergabe von Benutzerrechten. Darüber hinaus verwalten wir sämtliche Software-Systeme und programmieren bei Bedarf z.B. Scan-Tools oder bestimmte Module für unser BI-System. Generell betrachten wir uns als IT-Allrounder.

ITM: Haben Sie trotz der vielen Aufgaben noch Zeit, sich mit Zukunftsthemen zu beschäftigen?
Langanki:
Das sollte eine der Hauptaufgaben eines jeden ITlers sein. Diejenigen, die sich in ihren Stühlen zurücklehnen und aktuelle Entwicklungen nicht mitverfolgen, haben ihren Job verfehlt. Denn die Firmen, die Zukunftstechnologien nicht auf dem Schirm haben, werden in wenigen Jahren den Anschluss verlieren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass mittelständische Unternehmen sofort auf jeden Zug aufspringen sollten. Daher sehen wir uns bei L & D jede neue Technologie genau an und prüfen, inwiefern sie unserem Betrieb nützlich sein könnte. Trifft Letzteres zu, warten wir so lange ab, bis auch die Kosten für solche Projekte überschaubar sind.

ITM: An welchen Prinzipien orientiert sich die IT-Organisation?
Preuß:
Aus strategischer Sicht wollen wir so viel wie möglich per Cloud-Services zentral steuern und automatisieren. Denn wachsen wir künftig weiter, benötigen wir weder eigene IT-Ressourcen noch zusätzliche Fachkräfte, sondern erweitern kurzfristig das Volumen unseres Cloud-Service-Providers. So wollen wir einerseits die internen Strukturen so schlank wie möglich halten und Hierarchien weiter abbauen. Andererseits wollen wir hohe Qualität liefern und den individuellen, persönlichen Kontakt zu unseren Gästen pflegen.

ITM: Welche weiteren Module setzen Sie von Scopevisio ein?
Langanki:
Neben dem DMS nutzen wir Tools für die Projektsteuerung, das Vertriebsmanagement sowie das Angebots- und Rechnungsmodul.

Preuß: Eines der ersten mit dem Projektmanagement-Tool koordinierten Projekte war der Neubau unseres Firmengebäudes in Grafschaft. Generell bietet uns die Software zahlreiche Möglichkeiten, was die Aufgabenverteilung und Strukturierung von Benutzerrechten angeht. Von daher nutzen wir sie auch für die Kommunikation mit unseren Regionalleitern und Vertragspartnern. Dabei werden Dokumente und Informationen zentral gebündelt zur Verfügung gestellt und Änderungen an nur einer Stelle abgespeichert.

ITM: Wie wird die Benutzerverwaltung geregelt?
Preuß:
Der Einkauf, die Qualitätssicherung und die neun Regionalleiter, die für die 91 Betriebe zuständig sind, müssen Dokumente schnell und unkompliziert austauschen können. Dies ließ sich mit dem Projektmodul einfacher abbilden als mit dem DMS, wobei uns die Integrationsfähigkeit einzelner Scopevisio-Module zugutekommt. Von Vorteil ist auch, dass die Mitarbeiter dank der Cloud-Architektur von überall aus und mit jedem Endgerät Zugriff auf relevante und stets aktuelle Informationen haben können.

ITM: Welche IT-Vorhaben planen Sie in naher Zukunft?
Preuß:
Es gibt noch immer Abteilungen im Unternehmen, die kaum IT-affin sind und die wir noch von den Vorteilen der Informationstechnologie überzeugen wollen. In der Vergangenheit haben wir festgestellt, dass sich Mitarbeiter eher durch kleinere IT-Projekte überzeugen lassen, wie z.B. die Einführung digitaler Urlaubsanträge.

Langanki:
Ein weiteres positives Beispiel war die Umstellung des E-Mail-Programms von Thunderbird auf Outlook365. Hier funktionierte die Nutzung ohne aufwendige Schulungen innerhalb weniger Tage reibungslos.

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