Das richtige Suchwerkzeug im Unternehmen

Big Data beherrschen

Big Data, Smart Data, Fast Data – diese Schlagworte hört und liest man fast täglich. Aber egal wie man es nennt: Die Menge der verfügbaren Daten und Datenquellen stellt vor allem mittelständische Unternehmen vor Schwierigkeiten bei der Suche nach Informationen. Darüber sprachen wir mit Daniel Fallmann, Geschäftsführer des Suchespezialisten Mindbreeze.

  • Mindbreeze-Gründer Daniel Fallmann propagiert Suchwerkzeuge, die strukturierte Ergebnisse liefern und dabei semantische Zusammenhänge erkennen.

ITM: Herr Fallmann, womit haben Mittelständler bei der Informationssuche zu kämpfen?
Daniel Fallmann:
Mit der Vielzahl der Datenquellen, den zahlreichen Kommunikationswegen und den immer größeren Datenmengen. Dass man aus Big Data zahlreiche Vorteile ziehen kann, ist Unternehmen oft nicht bewusst. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass es keine umfangreichen Projekte braucht, um eine leistungsfähige Lösung einzuführen. Es ist heute effizient machbar, Unternehmensinformationen mit einer professionellen Enterprise-Search-Lösung mit minimalem Aufwand sichtbar zu machen und allen wissensdurstigen Fachbereichen zur Verfügung zu stellen.

ITM: Hat sich die Herangehensweise an Suchprojekte in Unternehmen in den letzten Jahren verändert?
Fallmann:
Ja. Vor allem seit 2012 stellen wir fest, dass sich Unternehmen verstärkt dem Thema „Suche“ im Unternehmen widmen. Enterprise-Search-Lösungen werden heute nicht mehr als nettes Beiwerk gesehen, sondern als effizientes Werkzeug, um nachhaltig Nutzen aus den vorhandenen Daten für das Unternehmen zu generieren.

Dabei geht es vorrangig nicht um die klassische Suche via Suchfeld und Ergebnisliste, sondern vor allem um das Aufzeigen komplexer Zusammenhänge, wie z. B. aller Informationen zu einem internationalen Bauprojekt oder Bauteil – also eine 360-Grad-Sicht. Kein Unternehmen hat alle Informationen, beispielsweise zu einem umfassenden Bauprojekt, in nur einer Datenquelle gespeichert. Daher ist es für die Anwender wichtig, die Informationen übergreifend zusammenzuführen.

ITM: Reichen für die Suche nicht einfach kostenlose Tools, die es bereits gibt?
Fallmann:
Kostenlose Tools gibt es im Detail betrachtet gar nicht. Die Bezahlung erfolgt auf die eine oder andere Weise. Viele der angebotenen Tools sind beispielsweise Cloud-Services mit Rechenzentren außerhalb des europäischen Raums. Hier wird oft mit Daten wie den Benutzerprofilen viel Geld verdient. Die Modelle sind dem Anwender gegenüber meist nicht transparent.

Open-Source-Lösungen sind auch eine Variante, aber natürlich weder in der Einführung noch in der professionellen Wartung und auch nicht bei nötigen Innovationen gratis. Ganz im Gegenteil. Ebenso kosten natürlich auch professionelle proprietäre Produkte spezialisierter Hersteller Geld.
Entscheidend für mich ist eine transparente Kosten- und Lizenzpolitik und vor allem, dass man den Kunden gegenüber mit Gesamtkostenrechnungen Transparenz schafft.

ITM: Worin liegen denn die Stärken professioneller Suchwerkzeuge?
Fallmann:
Es werden strukturierte Ergebnisse geliefert, wobei auch semantische Zusammenhänge erkannt werden. Durch das Erkennen von Zusammenhängen „denken“ professionelle Suchwerkzeuge für den Suchenden mit und ersparen ihm viel Zeit, denn sonst müsste er die Zusammenhänge selbst erkennen.

ITM: Welche sind die typischen Einsatzgebiete? Können Sie charakteristische Szenarien nennen?
Fallmann:
Unser Produkt Inspire ist eine Kombination aus Hard- und Software und wird sowohl als Informationsplattform (Wissensmanagement), als Portallösung (Integration der Suche z.B. in Sharepoint oder SAP) oder als Websitesuche eingesetzt – sowohl in der Personalabteilung als auch im Marketing oder in der Managementebene.

Als Portallösung ist das Produkt beispielsweise bei einem namhaften Modelabel in Deutschland oder auch bei internationalen Konzernen im Einsatz. Wir bieten aber auch für konkrete Branchen wie das Versicherungswesen, für Customer-Service-Bereiche oder das Gesundheitswesen spezielle Suchanwendungen, die über Jahre stetig weiterentwickelt wurden. Für das Gesundheitswesen haben wir etwa vor sieben Jahren begonnen, eine intelligente Analyse- und Recherchelösung umzusetzen, deren Basis wiederum Enterprise Search ist, wobei die Anwendung selbst auf den konkreten Bedarf spezialisiert ist.

ITM: Wer sind Ihre Ansprechpartner in den Unternehmen?
Fallmann:
Fachabteilungen, Management und die IT. Es gibt Projekte, die von der IT initiiert wurden, andere laufen über die Fachabteilungen in Zusammenarbeit mit der IT. Wichtig ist für uns, dass die Anwender unser Produkt so selbstverständlich wie die klassische Websuche nutzen. Natürlich müssen sich die jeweiligen Anwendungsfälle rechnen lassen.

ITM: Führt das Analysieren zu vieler Informationen nicht irgendwann zu Problemen mit dem Datenschutz?
Fallmann:
Auswerten kann man viel, zu viel. Daher ist es klar, dass den Möglichkeiten, die damit entstehen, Grenzen gesetzt werden müssen. Sich hier alleine auf den Gesetzgeber zu verlassen, ist müßig, denn der technologische Fortschritt ist derart rasant, dass Regelungen zu Datenschutz und Co. stets nur hinterherhinken können.

Zusätzlich zu einem klaren Mindestregelwerk sind Wege gefragt, die in erster Linie auf die Eigenverantwortung abzielen. Daher ist es unumgänglich, dass Enterprise-Search-Lösungen das vorhandene Zugriffs- und Rechtesystem von Unternehmen nicht umgehen können. Idealerweise prüft das System bei jeder Suchabfrage die Rechte des Benutzers. Eine andere Möglichkeit besteht darin, definierte Begriffe auszusparen. Sucht beispielweise ein Mitarbeiter nach „Krankheit, Krankmeldung“, erhält er keine Treffer angezeigt.

ITM: Wohin geht die Reise im Bereich Suchen?
Fallmann:
Ich persönlich sehe die Zukunft in selbstlernenden Mechanismen, Kontextualisierung und Predictive Analytics. Es geht darum, dass Suchen immer mehr die Basis für einen Dialog mit dem Anwender wird.

Dieser Dialog hat immer einen gewissen Kontext, der berücksichtigt werden muss. Beispielsweise interessieren „auf dem Weg zum Kunden“ andere Inhalte als bei einer konkreten Anfrage von einem Kunden. Das muss ein intelligentes System berücksichtigen. 



Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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