Rote Karte für den Schwarzmarkt

Borussia M´Gladbach: Faire Tickets dank IT

Um den Schwarzmarkt für Fußballtickets einzudämmen und den Fans faire Ticketpreise anzubieten, nutzt der Fußball-Bundesligist und Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach eine cloud-basierte Web-Plattform für den Tickettausch.

Borussia Mönchengladbach: Rote Karte für den Schwarzmarkt

Den offiziellen Ticketzweitmarkt bedient Borussia Mönchengladbach nun mit einer cloud-basierten Web-Plattform für den Tickettausch.

Der größte Volkssport in Deutschland ist klar „König Fußball“: Allein in Deutschland zieht es jedes Jahr rund 13 Millionen Fans in die Stadien. Bereits heute liegt die durchschnittliche Auslastung der Bundesliga-Stadien bei mehr als 90 Prozent. Allerdings gibt es auch eine Kehrseite der Medaille: Rund um die begehrten Tickets blüht ein Schwarzmarkt mit Preisen bis zum Vielfachen der Kosten für Originaltickets. Das schadet den Clubs und sorgt für Frust bei den Anhängern. Wenn dann noch der Stadionzugang verwehrt wird, weil sich die teuren Eintrittskarten als gefälscht erweisen oder gesperrt wurden, ist das Fußballerlebnis beendet, bevor es begonnen hat.

Aus diesem Grund hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) in der Saison 2014/2015 den „Offiziellen Ticketzweitmarkt“ eingeführt. Herzstück sind neun Fairplay-Regeln, die clubübergreifend erarbeitet und verabschiedet wurden. Ziel ist es, dem Schwarzmarkt einen Riegel vorzuschieben und den Vertrieb nicht-autorisierter Tickets zu überhöhten Preisen einzudämmen. Das Ticketzweitmarkt-System soll für eine kontrollierte Ticketweitergabe und eine stabile Preispolitik sorgen.

DFL entwickelte zentrales Tool

Aus Sicht der Clubs gibt es zwei Möglichkeiten, sich dem offiziellen Zweitmarkt anzuschließen: Entweder sie verfügen über eine eigene technische Lösung oder sie nutzen das zusammen mit der DFL entwickelte zentrale Tool. Dabei gehört Borussia Mönchengladbach zu den Profivereinen der Deutschen Fußball-Liga, die diese zentrale Lösung einführen. „Wir wollen am Ticketzweitmarkt nicht verdienen, sondern sehen darin einen Service für unsere Fans“, betont Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers. „Die Fans müssen sich dann nicht auf teure und eventuell unseriöse Ticketkäufe einlassen und wissen, hier bekommen sie auf sicherem Weg Karten zu einem fairen Preis.“

Entwickelt hat die Plattform der IT-Dienstleister Objektkultur Software GmbH aus Karlsruhe, der mit der DFL zunächst einen Dreijahresvertrag abgeschlossen hat. Mit dem System haben Fans nun die Möglichkeit, erworbene Dauerkarten, die sie selbst nicht nutzen können, autorisiert weiterzuvermitteln. Die Plattform nutzt Microsoft Dynamics CRM als Backend, NopCommerce für den Tickettausch im Frontend sowie .Net-Entwicklungen für Shop- und CRM-Erweiterungen (Customer Relationship Management). Die Lösung ist auf der Basis von Azure komplett cloud-fähig, heißt es in einer Pressemeldung. So könnten beispielsweise unvorhersehbare, starke Lastzeiten des Systems, die bei erhöhter Nachfrage auftreten, flexibel und sicher gemanagt werden. Vereine können das System laut Anbieter über die Public Cloud auf Basis von Azure nutzen, ohne dafür eigene Ressourcen für IT-Infrastruktur oder Wartung einsetzen zu müssen. Zudem erhalten die Clubs die Option, das Zweitmarktsystem „On premise“ im eigenen Rechenzentrum oder in hybriden Umgebungen zu nutzen.

Aus Sicht der Fans ist wichtig zu wissen, dass sie über die Plattform Tickets mit jedem, auch mobilem Endgerät kaufen oder verkaufen können. Die Clubs wiederum können über integrierte Schnittstellen eigene Anwendungen und Datenbanken einbinden und so auf Kunden- und Transaktionsdaten zugreifen, um den Bedarf der Fans in Echtzeit zu messen und zu bedienen.

Bildquelle: Thinkstock/Wavebreak Media

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