Kommentar

Care-Paket zur Cybersicherheit für den Mittelstand

Anfang Oktober startete anlässlich der it-sa 365 die vom Bundeswirtschaftsministerium eingerichtete Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand (TISiM) ein bundesweites Unterstützungsnetzwerk für kleine und mittlere Unternehmen.

Paket per Drohne

Mehr Cybersicherheit für den Mittelstand ist sinnvol und notwendig.

Um sich und ihre sensiblen Daten gegen digitale Angriffe schützen zu können, erhalten KMU zunächst in elf regionalen IHK-Anlaufstellen Unterstützung. Insgesamt sollen 80 Hilfseinrichtungen – auch für Freiberufler und Handwerker – eingerichtet werden.

Eine digitale Plattform namens Sec-O-Mat stellt Interessierten in der Pilotphase bis Ende des Jahres typisierte Aktionspläne zur Verfügung und bietet Hilfe vor Ort in den TISiM-Regional-Stellen oder online an. Ab Anfang 2021 soll es über die auf einem intelligenten Algorithmus basierende Plattform möglich sein, eine individuell auf das jeweilige Unternehmen abgestimmte Bedarfsanalyse erstellen zu lassen. Wie TISiM-Leiterin Sandra Balz betont, sei dieser Schritt zur Stärkung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit anlässlich der zunehmenden Zahl und vielfachen Unterschätzung von Cyberangriffen dringend notwendig.

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Dass Bedarf vorhanden ist, kann und will niemand bestreiten. Eine repräsentative Studie der Initiative „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN) untermauert das: Demnach wurden 46 Prozent der untersuchten Unternehmen zwischen April 2019 und April 2020 mindestens einmal Opfer eines solchen Angriffs. Bei drei von vier Unternehmen haben die Angriffe Schäden verursacht. Die Dunkelziffer dürfte laut Bericht noch höher liegen, denn viele Firmen investieren wenig in das Aufspüren möglicher Angriffe, verfügen über keine eigene IT-Abteilung oder haben keine eigene IT-Fachkenntnis. DsiN-Geschäftsführer Michael Littger spricht daher von „drei Millionen potenziell betroffenen deutschen Unternehmen, die aufgrund unzureichender Kompetenzen und eines nur schwer zu überschauenden Marktes an IT-Sicherheitslösungen keine geeigneten Schutzmaßnahmen einführen“.

Ein „Care-Paket zur Cybersicherheit für den Mittelstand“ erscheint sinnvoll. Denn sich des Problems bewusst zu sein, ohne zu reagieren, ist wenig zielführend. Wie die Erhebung außerdem noch zutage gefördert hat, sichert jeder vierte Betrieb nur unregelmäßig seine Daten. Und wer Schutzmaßnahmen getroffen hat, verzichtet in jedem fünften Fall darauf, diese auf ihre Wirksamkeit zu prüfen. Ziel des neuen Unterstützungsnetzwerks muss es daher sein, Mitarbeiter beim Umgang mit IT-Sicherheit anzuleiten, Beratung bei Lösungen anzubieten und die Cyberkompetenz des Mittelstands insgesamt auf ein neues Niveau zu heben.

Bildquelle: Gettyimages/iStock

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