MDM aus der Wolke

Cloudlösungen für Enterprise Mobility

Die Arbeit mit mobilen Geräten wird auch im Mittelstand immer mehr zum Standard. Gute Lösungen für Mobile Device Management bietet die Cloud.

Smartphones erlauben das Arbeiten unterwegs

Enterprise Mobility klingt eigentlich nach Konzern und Rechenzentrum. Doch es gibt eine ganze Reihe von Lösungen, die für kleinere Unternehmen geeignet sind. Im Vordergrund stehen dabei oft Anwendungen für Mobile Device Management aus der Cloud. Daneben etablieren sich Kombiprodukte, bei denen MDM nur ein Teil ist.

Ein typisches Beispiel für die erste Form von Mittelstandslösungen ist der Enterprise Mobile Manager 2013 des Schweizer Unternehmens Apptec. Er bietet neben der Geräteverwaltung verschlüsselte Datencontainer für E-Mail, Kalender und Kontakte. Zur Zeit unterstützt die Lösung iOS und Android, die Erweiterung auf Windows Phone 8 soll in Kürze folgen.

Die Cloud-Anwendung kennt neben den für MDM üblichen Grundfunktionen wie Remote Lock/Wipe auch die Fernkonfiguration von WLAN, VPN und Kamera sowie Passwortrichtlinien und Datensynchronisation. Es gibt sogar einen eigenen Store für Business-Apps sowie eine Möglichkeit, Apps und Websites zu blockieren oder zu erlauben.

Diese Art von mobilem Cloudservice ist ein sehr großer potentieller Markt, denn er eignet sich auch für die extrem vielen kleinen Unternehmen. Solche Aussichten locken auch altbekannte “Big Player” an. SAP startet einen MDM-Dienst in der Cloud, der unter dem Namen “SAP Mobile Secure” antritt.

Basis des Service ist die von Sybase stammende MDM-Lösung Afaria. Das Cloud-Afaria arbeitet übrigens in den “Amazon Web Services (AWS)”. Die Plattform von SAP erlaubt es der Corporate IT beliebige Geräte unter Android, iOS und Windows Phone 8 zu verwalten - auch die Privatgeräte von Mitarbeitern.

SAP Mobile Secure bietet die üblichen Grundfunktionen von Mobile Device Management, kennt aber auch zwei erweiterte Features. Mit “Mobile App Protection” werden Enterprise- und Business-Apps schnell und sicher durch “App-Wrapping” auf dem Mobilgerät eingebunden. Und mit “SAP Mobile Documents” greifen Nutzer über eine spezielle App auf Dokumente aller Art zu und können sie sogar gemeinsam bearbeiten.

Interessant an diesen Cloudservices ist die Preisgestaltung: Pro Gerät werden bei beiden Diensten knapp unter einem Euro fällig. Das dürfte auch für kleinere Unternehmen gut finanzierbar sein. Im Gegensatz zu selbst betriebenen MDM-Lösungen sind die Kosten leicht kalkulierbar, da schlecht planbare Kosten für Updates oder Support wegfallen - die übernimmt der Cloudanbieter.

Diese beiden Dienste sind Beispiele für einen reinen MDM-Service, der die Unternehmen vom IT-Betrieb abschirmt. Sie sind mit beliebigen Geschäftsanwendungen nutzbar, SAP Mobile Secure wird eine gute Wahl für SAP-Anwender sein. Andere Anbieter verstehen sich nicht in erster Linie als MDM-Dienstleister, sondern behandeln Mobilgeräte als weiteres Endgerät für ihre sonstigen Lösungen.

Ein typisches Beispiel dafür sind Services für die Auslieferung von virtuellen Desktops oder Workplaces. Ein Anbieter wie Cortado bringt virtuelle Desktops auf Computer, Notebooks und Mobilgeräte - auch auf Privatgeräte der Mitarbeiter. Die Anwendung ermöglicht das flexible, ortsunabhängige Arbeiten durch virtuelle Desktops.

Eine Nummer größer ist das Workplacemanagement von Matrix42, bei dem komplette Arbeitsumgebungen auch auf Mobilgeräten ausgeliefert werden. Traditionell ist ein solcher Workplace ein Desktop-PC, der automatisch mit Software bestückt und konfiguriert wird. Dieses Modell lässt sich mit Virtualisierung und Mobility dynamisieren, so dass Mobile Device Management zum integrierten Bestandteil des Workplacemanagement wird.

In beiden Fällen sind selbst gehostete (“Private Cloud”) Lösungen oder Cloudservices möglich. Da es sich um integrierte Pakete handelt, steht MDM eher im Hintergrund. Ein Unternehmen muss zunächst Bedarf an den Virtualisierungslösungen haben - die Enterprise Mobility folgt automatisch.

Bereits an diesen wenigen Services zeigt sich, dass der Mittelstand eine ausreichend große Auswahl an Lösungen für die Geräteverwaltung hat. Sie beschränkt sich nicht auf die wenigen Marktführer. Budgetorientierte Lösungen für kleinere Unternehmen sind allerdings keine “eierlegenden Wollmilchsäue”, die jede nur denkbare Funktion abdecken. Entscheidend ist, ob  der Funktionsumfang und die zusätzlichen Services zum Bedarf passen.

Bildquelle: Olga Meier-Sander / pixelio.de

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