Vom Aluminiumhändler zum Luftfahrthersteller

Dank ERP Prozesse und Wandel im Griff

Vom regionalen Metallhändler zum internationalen Luftfahrthersteller, vom Distributor zum Hersteller fertiger Produkte hat sich die WMH Group Germany entwickelt. Diese Veränderung musste auch IT-seitig begleitet werden.

  • Das Wachstum und die Neuausrichtung der Essener WMH Group musste das 2005 implementierte ERP-System mitgehen.

  • Das Wachstum und die Neuausrichtung der Essener WMH Group musste das 2005 implementierte ERP-System mitgehen.

  • Das Wachstum und die Neuausrichtung der Essener WMH Group musste das 2005 implementierte ERP-System mitgehen.

  • Das Wachstum und die Neuausrichtung der Essener WMH Group musste das 2005 implementierte ERP-System mitgehen.

Seit über 80 Jahren liefert der Handelsspezialist Westdeutscher Metallhandel – kurz WMH – Produkte aus Aluminium an Abnehmer aus verschiedenen Branchen, hauptsächlich an solche aus der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie aus dem Maschinenbau. Belieferte das Unternehmen seine Partner bisher „just in time“ mit Blechen, Platten, Profilen, Rohren und Stangen aus allen gängigen sowie vielen speziellen Aluminiumlegierungen, wird es zunehmend selbst zum Produzenten. Seit vorletztem Jahr ist das Essener Unternehmen offiziell Luftfahrthersteller und versorgt seine Kunden nicht nur mit Halbzeugen aus Aluminium, sondern auch mit individuellen Sonderlösungen und fertigen Bauteilen.

„Unsere größten Kunden in Europa sind die Zulieferer von Airbus. Wir selbst machen nicht das Eins-zu-eins-Geschäft, das die großen Aluminiumwerke machen, die Platten an Airbus liefern, um z.B. große Rumpfteile zu fertigen. Unsere Kunden sind die Hersteller von Sitzen und Baugruppen. Wir liefern u.a. an Deharde, einen der größten deutschen Entwickler von Baugruppen für Airbus“, berichtet Sascha Rosenbaum, gleichzeitig COO und CTO bei der WMH.

Vor mehr als 20 Jahren erhielt die WMH die Luft- und Raumfahrtzertifizierung und ist zudem eines von nur zwei Unternehmen in Deutschland, die zugleich nach EN 9100 als Luftfahrthersteller und EN 9120 als Luftfahrthändler zertifiziert sind. Aktuell sind die Essener in die Fertigung von vielen Baugruppen aktueller Flugzeuge des Airbus-Konzerns und anderer OEMs eingebunden. Dank modernster Fertigungstechnik und intensiven Qualitätsmanagements bietet WMH auch individuelle Spezialanfertigungen für Unternehmen weltweit. Dabei sind Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Material und Prozessabläufen entscheidend.

Entwicklung dank permanenter Prozessmodulation


Als 2005 die alte Business-Software an ihre Grenzen stößt, entscheiden sich die Essener für den Einsatz von Abas ERP, das vom Systemhaus Computerkomplett Steinhilber Schwehr implementiert wird. Parallel wurden Umstrukturierungen durchgeführt, Prozesse optimiert oder neu aufgebaut. Nach und nach nutzte das Handels- und Dienstleistungsunternehmen weitere ERP-Module. Wichtige Punkte sind u.a. die ERP-Anbindung an das automatisierte Hochregallager oder die Schnittoptimierung, die bereits in die Vorkalkulation einfließt und an die Plattensägezentren kommuniziert wird. Die Umsetzung und Installation aller Projekte wie ERP-, MES- und CRM beim Aluminiumspezialisten wird von Computerkomplett durchgeführt.

„Unsere Entwicklung der letzten zehn Jahre wurde überhaupt erst ermöglicht durch die permanente Prozessmodulation und Weiterentwicklung. Wir firmieren nun weltweit unter dem Namen WMH Group Germany mit fünf Töchtern, die wir in diesem Zeitraum gründeten. Die ERP-Software und unser Systempartner haben an dieser Entwicklung großen Anteil. 20 Jahre lang hatten wir eine Eigenentwicklung auf Intersystem-Caché-Basis mit eigenen Programmierern im Haus, die für uns eine komplett individuelle Lösung gestrickt hatten. Infolge der starken Globalisierung, die wir auch als Mittelständler wahrnahmen, stellten wir fest, dass wir mit der Eigenentwicklung an einem Punkt angelangt waren, an dem wir nicht weiterkamen“, so Sascha Rosenbaum.

Heute ist WMH außer in Deutschland auch in den USA, China, Großbritannien, Frankreich und Polen tätig. Weltweit greifen die Büros und Niederlassungen auf das ERP-System in Essen zu. Dazu gibt es eine automatisierte Format- und Restlängenverwaltung sowie eine ERP-Anbindung an das Hochregallager. Auch der Versand wird vollautomatisch vollzogen. Neben den Grundmodulen wie Verkauf, Einkauf, Materialwirtschaft, Disposition, Fertigung und EDI setzen die Essener auf viele Plug-ins und Erweiterungen in der Administration und Produktion. So werden nicht nur die Deckungsbeitragsrechnungen mit Kore im ERP-System abgebildet und Abas Scan zur mobilen Datenerfassung eingesetzt, sondern auch die Informationen aus der Betriebsdaten- und Personalzeiterfassung (BDE/PZE) automatisch an das ERP-System übertragen.

Weitere Besonderheiten sind Schnittstellen zum Qualitätsmanagement und Management Execution System (CAQ/MES). Zusätzlich ist ein Dokumentenmanagementsystem integriert. Zudem sind neben den Modulen „Export & Zoll“, „Lohn & Gehalt“ und „Sanktionsprüfung“ auch „CTI & Kommunikation“ im Einsatz.

Komplettes Qualitätsmanagement


In der Zentrale in Essen sind 90 Mitarbeiter beschäftigt. Hier gibt es auch ein vollautomatisches Hochregallager von Fehr Lagerlogistik mit einer Gesamtkapazität von über 4.000 Tonnen Ware. „Die hochmoderne Infrastruktur am Essener Standort stärkt unsere Marktposition und Zukunftssicherheit weltweit“, sagt Sascha Rosenbaum. Hier gibt es zwei separate Produktionsstraßen: eine mit Plattensägezentren sowie mit Blechfolieranlage und Wasserstrahlschneideanlage und eine zweite mit Stangen- und vertikalen Bandsägen. Dazu wird ein modernes Versandzentrum im Joint Venture mit der EP-Group betrieben. Alle Bleche, Platten, Profile, Rohre und Stangen aus Aluminium sowie individuelle Spezialanfertigungen können in Essen gelagert, bearbeitet und produziert werden.

„Die vielen Investitionen in die Unternehmenssoftware, Warenwirtschaft, Produktion und Logistik begleiten unser Wachstum. Mit unserem Systempartner haben wir mit QSYS ein Software-Tool eingeführt, mit dem wir das komplette Qualitätsmanagement software-seitig abbilden können. Ein wichtiger Wachstumsfaktor, denn ‚Made in Germany‘ kommt weltweit hervorragend an“, bestätigt Sascha Rosenbaum.

WMH setzt bei allen IT- und Infrastrukturinvestitionen auf die Zusammenarbeit mit Steinhilber Schwehr. Die definierten Grundsätze sind dabei eine flexible und am Markt erfolgreiche Warenwirtschaft, Update-fähigkeit, die Unabhängigkeit von Einzelpersonen, standardisierte Programmiersprachen und Schnittstellen. Diese Grundsätze sollen zudem eine weltweite Verfügbarkeit der Produkte sicherstellen. Die Entwicklung neuer Module findet im Haus mit Unterstützung durch das Systemhaus statt. Individuelle Anpassungen, um Kundenwünsche zu erfüllen, stehen bei WMH im Fokus. Dazu wächst das Maß an Dokumentationspflichten permanent.

Derzeit wird in allen Niederlassungen mit Abas gearbeitet, allerdings im deutschen Mandanten. In den weltweiten Verkaufsbüros werden Angebote eingelastet und Aufträge nachverfolgt. So kann die Zentrale die Auftragsabwicklungen bis zum Versand verfolgen. Der nächste Schritt wird sein, die Niederlassung in Shanghai, die über eine eigene Produktion und Lagerhaltung verfügt, an die deutschen Anforderungen anzupassen, da WMH dort aufgrund der Kundenvorgaben und für die Luftfahrtzertifizierung sowieso gezwungen ist, alle Prozesse nachverfolgbar zu machen.

Bildquelle: WMH

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