Die Produktauswahl vereinfachen

Dank neuer App schneller am Ziel

Die mittelständische Ingun Prüfmittelbau optimierte ihre Vertriebsprozesse mit der Web-App „Produktfinder 2.0“. Seitdem hat sich die Produktauswahl für Kunden deutlich vereinfacht.

  • Läuferin beim Zieleinlauf

    Die Kunden von Ingun Prüfmittelbau können mit einer Katalog-App die gewünschten Produkte schneller finden.

  • Web-App „Produktfinder 2.0“

    Die Web-App „Produktfinder 2.0“ von Ingun Prüfmittelbau

Wer kennt die Situation nicht, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht: So hat ein Anbieter viele verschiedene Produkte in seinem Portfolio, dass sich interessierte Kunde leicht zwischen all den Produktversionen, Nuancen und Auslegungen verlaufen können. Zudem hat niemand Zeit und Lust, sich langwierig durch dicke Produktkataloge – sei es online oder in Papierform – zu quälen. Selbst für manchen Vertriebler ist es mühselig, darin immer auf Anhieb die optimale Lösung für seinen jeweiligen Kunden zu finden. Solch ein aufwendiges Prozedere gehört für die Ingun Prüfmittelbau GmbH dank des Produktfinders 2.0 seit kurzem der Vergangenheit an. Dahinter steckt eine Web-App, die verschiedene Datenquellen im Unternehmen miteinander verknüpft, filtert und über verschiedene Kanäle und Endgeräte an den Nutzer ausgibt.

Die Produkte von Ingun Prüfmittelbau sind technisch komplex und durch hohe Vielfalt und Varianz gekennzeichnet. Da gibt es ICT/FCT-, Hochstrom-, HF- und Dipol-Kontaktstifte, um elektronische Baugruppen zu prüfen, sowie manuelle, pneumatische und vakuumbetriebene Prüfadapter und jede Menge Zubehör und Sonderadaptionen. Und das jeweils in verschiedenen Ausführungen, Größen und an diverse Branchen angepasst. „Wir haben über 20.000 Artikel im Angebot und sind weltweit mit eigenen Niederlassungen und Vertretungen aktiv“, berichtet Benjamin Sontag, Head of Sales and Marketing bei Ingun. „Neben klassischen Printkatalogen setzen wir deshalb seit Jahren bereits digitale Produktkataloge in verschiedenen Sprachen ein.“

Schnelle Produktsuche per App

Bei einer so großen Produktvielfalt ist ein entscheidender Nachteil der üblichen Kataloge – selbst bei der digitalen Variante –, dass der Kunde ziemlich genau wissen sollte, in welchem Abschnitt er nachschlagen muss. „Es war bis vor einigen Monaten darum auch meist so, dass unsere Vertriebsingenieure erst im Expertengespräch mit dem Kunden herausarbeiten konnten, was das jeweils bestgeeignete Produkt ist“, erinnert sich Sontag. „Mit dem Aufkommen neuer Technologien im Webbusiness gab es nun die Möglichkeit, hier eine bessere Lösung in Form eines app-basierten Produktkatalogs zu entwickeln. Diese Chance haben wir genutzt, zumal wir generell auf Innovationen und kontinuierliche technische Weiterentwicklung setzt.“

Benjamin Sontag und seine Kollegen hatten eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was das neue System alles können muss: Es sollte für den Kunden das Suchen und Auswählen der richtigen Produkte signifikant vereinfachen, eine nutzerfreundliche Oberfläche haben, sich an das ERP-System andocken lassen und jederzeit problemlos erweiterbar sein. „Uns war es wichtig, dass die Anwendung auf den von unseren Kunden bevorzugten Kanälen funktioniert und sie auf jedem Endgerät damit arbeiten können. Es galt also, eine Lösung zu entwickeln, die gleichzeitig Webapplikation und native App für iOS und Android ist“, erklärt Sontag. „Dafür bedurfte es eines kompetenten Partners, den wir in der Curry Solutions GmbH gefunden haben. Wir hatten mit dem Anbieter bereits im Rahmen einer früheren Zusammenarbeit gute Erfahrungen gemacht und kannten ihre Stärken bei Didaktik, Usability und Datenanalyse. Und mit Ryve verfügten sie über ein praxiserprobtes System, das sich für unsere Zwecke weiterentwickeln ließ.“

Den Nutzer das Leben erleichtern

Bei der Software-Entwicklung oder -Anpassung entscheidet die Bedienbarkeit maßgeblich über ihren Erfolg. Ingun legte daher großen Wert auf eine intuitive Menüführung, kurze Klickwege und schnellen Ladezeiten. „Maßgeblich für uns war zudem, dass die neue Web-App über logische Filtermechanismen und sinnvolle Vergleichsmöglichkeiten verfügt“, so Benjamin Sontag. „Schließlich wollten wir unseren Kunden, aber auch den Vertriebs- und Servicemitarbeitern, ein Werkzeug bereitstellen, mit dem sie schnell und zuverlässig das für jeden Einsatzfall genau passende Erzeugnis finden.“ Die ursprüngliche Anwendung des Mittelständlers wurde nun also in Zusammenarbeit mit der Curry Solutions GmbH umfassend überarbeitet und auf Basis moderner Technologien des Hybrid Headless CMS Ryve weiterentwickelt: Das Ergebnis ist der Produktfinder 2.0.

Der technischen Umsetzung ging zunächst eine detaillierte Anforderungsermittlung sowie eine Analyse der Rohdaten voraus. Wesentliche Stakeholder des Anwenderunternehmens, insbesondere aus dem Webteam sowie dem Produktmanagement, waren einbezogen, um die vorhandenen IT-Systeme zu analysieren. In das Konzept von Curry flossen auch die zahlreichen Rückmeldungen aus dem Vertrieb ein. Eine Herausforderung bestand darin, dass einerseits die Daten aus unterschiedlichen Quellen, etwa dem ERP-System, stammen, andererseits die Produktfilter-App verschiedene Ausgabekanäle (Web-, iOS-, Android-App) bedienen soll. Merkmale wie service-orientierte Architekturen sowie medienneutrale Datenhaltung und -ausgabe sind wichtige Voraussetzungen in diesem Kontext.

Tagaktuelle Produktübersicht

Die Produktdaten, die sich im ERP-System Proalpha befinden, sind nun in das CMS integriert. Das System verschlagwortet diese Daten automatisiert, verknüpft sie mit den zugehörigen Assets und übersetzt. Auf dieser Basis werden mehr als 20.000 Produktinformationen inklusive technischer Attribute sowie zugehöriger Dokumente und Bilder täglich synchronisiert. Die transformierten Daten gelangen via Webservice an die entsprechenden Frontend-Applikationen und sind dort als mehrsprachige, filterbare Produktwelten verfügbar. Es stehen u. a. die Features ‚Produktsuche‘, ‚Produktvergleich‘, ‚Datenblattgenerierung‘, ‚Zubehör finden‘, ‚Downloads zum Produkt‘ und ‚Produktanfragen‘ zur Verfügung. Kunden und Vertriebsmitarbeiter können darauf sowohl über Webbrowser als auch über iOS- oder Android-App zugreifen. Die Web-App ist überdies in den aktuellen Internetauftritt von Ingun integriert, aber auch als Web-App (PWA) abrufbar.

Die Basis des responsiven Frontends ist AngularJS. Dank der reaktiven API des CMS lassen sich, Datenbankabfragen dynamisch durchführen und Produkte ohne erneuten Reload der Seite intuitiv filtern. Dies führt zu kurzen Reaktionszeiten. Durch die verbesserten Filterstrukturen und den überarbeiteten Algorithmus werden das Finden von Produkten, deren gezielter Vergleich sowie das Finden von Zubehör deutlich erleichtert, wie Benjamin Sontag bestätigt: „Mit wenigen Klicks ist man am Ziel. Unsere Kunden sind nun in der Lage autark – also ohne Expertengespräch – das gewünschte Gerät live und online zu konfigurieren. Es werden ihnen sofort die entsprechenden Zeichnungen angezeigt und Datenblätter zum Download angeboten.“ Sontag betont, dass der Vertrieb die frei werdende Zeit für den Ausbau des Service nutzen wird.

Der neue Produktfinder ist schon mehrere Monate im Einsatz. „Die Rückmeldungen unserer Kunden waren durchweg positiv“, berichtet Sontag. „Ganz besonders unsere Partner in Übersee und in Fernost haben es begrüßt, nun ein Werkzeug an der Hand zu haben, mit dem sie schnell und komfortabel ihre Prüfgeräte selbst auswählen und spezifizieren können.“ Kunden etwa aus Spanien, Mexiko und frankophonen Staaten schätzen es zudem, dass der Produktkatalog neben den bisherigen Sprachen – Deutsch, Englisch, Chinesisch – nun auch in Spanisch und Französisch vorliegt. Auch die Resonanz der eigenen Mitarbeiter, etwa im Vertrieb, war erfreulich. Von extrem sinnigen Filtern, intuitiver Bedienbarkeit und hoher Performance war die Rede.

Bildquellen: Thinkstock/Moodboard, Ingun Prüfmittelbau

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