Nachteile überwiegen

Das bringt Facebook als verlängerter Webshop

Im Rahmen seines sozialen Netzwerks bietet Facebook spezielle Webshop-Funktionen für Unternehmen an. Neben einigen Vorteilen überwiegen jedoch die Nachteile der Facebook-Shops, denn tatsächlich können darüber keine Verkäufe generiert werden. Womit der eigentliche Sinn von Onlineshops verlorengeht.

  • Shop-System von Facebook

    Was bietet das Shop-System innerhalb von Facebook?

  • Facebook als Werbeplattform

    Rund 31 Millionen Menschen in Deutschland sind aktive Nutzer von Facebook – eine lukrative Werbe- und Absatzplattform.

Auf sozialen Netzwerken verbringen die Menschen viel Zeit: 73 Minuten verbrachte jeder Bundesbürger im vergangenen Jahr täglich auf Facebook. 31 Millionen Menschen in Deutschland sind aktive Nutzer des Netzwerkes, das weltweit über zwei Milliarden Menschen verbindet und allein aufgrund seiner Reichweite auch als Werbe- und Absatzplattform nutzbar ist. Ein möglicher Weg, Facebook als Vertriebskanal zu nutzen, ist die Pflege des neu aufgelegten Facebook-Shop, der hilft, Produkte detailliert zu präsentieren, bewerten und teilen zu lassen. Doch nicht für alle Online-Shops bietet sich der Weg über einen Facebook-Shop auch wirklich an.

Wer im Internet seine Produkte verkauft, sollte sich ernsthafte Gedanken machen, ob Facebook mit seinen mehr als 30 Millionen deutschen Nutzern neben dem reinen Werbe- nicht auch ein möglicher Absatzkanal wäre. Das Shop-System innerhalb von Facebook bietet einige interessante Ansatzpunkte, um dieses Ziel anzugehen: Zum einen ist die Nutzung des Facebook-Shops komplett kostenlos, der Gebrauch ist selbsterklärend. Daneben ist die Möglichkeit, Kunden schon auf der sozialen Plattform umfangreich mit Bildern, Videos und Text zu informieren, Gold wert.

Hinzu kommen die Möglichkeiten, die im Shop aufgeführten Produkte auf der eigenen Timeline zu posten oder sogar als Werbemittel einer weitaus größeren Zielgruppe zu zeigen. Darüber hinaus kann jedes Produkt im Shop von Kunden oder Interessierten bewertet, bzw. kommentiert und darüber hinaus geteilt werden. Wer seinen Online-Shop mit einem Woocommerce-Plugin über eine Wordpress-Plattform steuert, muss den Facebook-Shop zudem nicht manuell bestücken, sondern kann dies vom Plugin übernehmen lassen – inklusive späterer Produkt- und Preisanpassungen.

Nachteile der Facebook-Shops

Doch es gibt auch einige Nachteile des Facebook-Shops: Wer das erwähnte Woocommerce-Plugin nicht nutzt (was auf den Großteil aller Shop-Betreiber zutreffen dürfte), der muss alle Produkte manuell in den Facebook-Shop einpflegen und spätere Anpassungen ebenfalls manuell vornehmen. Bei ein paar Dutzend Produkten im Shop kann das noch sinnvoll sein, für „Big Player“ mit einem mehrere 1.000 Produkte umfassenden Sortiment dürfte sich dieser Aufwand kaum lohnen.

Der wohl größte Nachteil des aktuellen Shop-Modells bei Facebook betrifft aber sowohl kleine als auch große Unternehmen: Über dieses Modell können tatsächlich keine Verkäufe generiert werden. Anstelle der Kaufoption bietet es lediglich die Möglichkeit, mit dem Verkäufer in Kontakt zu treten, oder aber den potentiellen Käufer zumindest auf das konkrete Produkt im Onlineshop zu schicken (auch die Verlinkung in einen befüllten Warenkorb ist denkbar).

Auf die Produkte kommt es an

Was die Art der im Facebook-Shop eingepflegten Produkte anbelangt, so haben „einfache“ Dinge wie Geschirr und Schreibutensilien ebenso ihre Daseinsberechtigung, wie komplexe und teure Produkte wie Whirlpools, Autos oder Reisen – es kann auf jeden Fall lohnen, Interessierte bereits auf diesem Kanal umfassend zu informieren und erst dann auf die eigene Homepage bzw. den eigenen Shop zu schicken. Allein schon, da die Facebook-Seiten deutlich schneller und mobil-optimierter sind als externe Präsenzen.

Was für den Facebook-Shop hinsichtlich der präsentierten Produkte gilt, lässt sich allerdings nicht auf Facebook als Vertriebskanal übertragen. Die Erfahrung lehrt uns, dass es viele Produktgruppen gibt, die nur äußerst schwer oder überhaupt nicht über Facebook an den Mann oder die Frau gebracht werden können – zumindest nicht in einem überschaubaren Zeitraum. Hochpreisige oder sehr komplexe Produkte sind hier gute Beispiele, während beispielsweise Modeartikel, Geschirr und Elektroartikel auf fruchtbaren Boden treffen. Doch dieses Ungleichgewicht bedeutet keinesfalls, dass eine Bewerbung erstgenannter Produkte nicht lohnen würde: Immerhin werden dadurch viele Neukunden auf Marke und Produkt aufmerksam und nutzen den gleichen Kanal der ersten Ansprache, um sich ein Bild zu machen. Werden die Interessierten hier umfassend abgeholt – auch mit einer Vorstellung der Produkte im Facebook-Shop – so können sie leichter in einen „warmen Lead“ umgewandelt und für Marke und Produkt begeistert werden.

* Der Autor Marian Wurm ist Geschäftsführer der Löwenstark-Gruppe in Braunschweig.

Bildquelle: Pixaby

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