Industrie und die digitale Wirtschaft

Datenturbo oder Innovationsbremse?

Digitale Technologien verändern auf fundamentale Art und Weise, wie Industrieunternehmen zukünftig ihre Erfolge messen und definieren müssen. Häufig standen in der Vergangenheit analoge Wertschöpfungsketten im Mittelpunkt der Betrachtung. Zukünftig werden diese durch digitale Strategien ersetzt, um sich gegenüber einem immer stärkeren Wettbewerb behaupten zu können.

Datenturbo oder Innovationsbremse

Mehr als 50 Prozent aller IT-Ausgaben werden in den kommenden Jahren in die Entwicklung von digitalen Innovationen und in die Digitale Transformation fließen.

Daten und neue Technologien stellen dabei Schlüsselkomponenten dar, die Wachstum auf Basis von Innovation ermöglichen. Eine von Dassault Systèmes gesponserte IDC-Studie hat über 200 Industrieunternehmen in Deutschland und in der Schweiz befragt, wie diese das datenbasierte Tagesgeschäft angehen und bewältigen. Das Ergebnis: Digitale Technologien kommen noch nicht flächendeckend und effizient zum Einsatz, oftmals fehlt es noch an einer stringenten Strategie.

Die weltweite Konjunktur hat sich in den letzten Jahren merklich abgekühlt. Grund dafür sind etwa strukturelle Veränderungen in verschiedensten Branchen sowie der Rückgang des Produktivitätswachstums. Weitere Faktoren – wie etwa Handelseinschränkungen durch den Ausbruch des Corona-Virus – verringern die Produktivität international tätiger Unternehmen zusätzlich. Aus diesen Gründen stehen viele Industrieunternehmen heute umso mehr unter dem Druck, besonders profitabel zu arbeiten. 55 Prozent der Befragten der Studie gaben an, dass Kostensenkungen als wichtiger Schwerpunkt fest in den Unternehmenszielen verankert sind. Gleichzeitig rücken damit Innovationen von neuen Produkten und Services weiter in den Fokus vieler Unternehmen – digitale Ansätze bieten hier die Lösung.

Digitalisierung und Innovation

Werden in Industrieunternehmen ganzheitliche und durchgängige Digitalisierungsstrategien eingesetzt, wirkt sich dies positiv auf die Produktentwicklung aus, da somit wertschöpfungskettenübergreifende Effekte erzielt werden. Innovationen können dadurch identifiziert und schneller umgesetzt werden – und langfristig sinken die Kosten. Dies macht sich auch in den Unternehmensinvestitionen bemerkbar: Laut IDC werden in den kommenden fünf Jahren mehr als 50 Prozent aller IT-Ausgaben in die Entwicklung von digitalen Innovationen und in die Digitale Transformation fließen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 4/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Den Grundstein für eine Digitale Transformation der Industrieunternehmen bildet dabei eine harmonisierte Datenbasis. Nur so kann die digitale Zusammenarbeit mit allen Stakeholdern der Produktentwicklung realisiert werden. Ein ganzheitliches Datenmodell ist somit nicht nur Bestandteil einer neuen Business-Strategie, sondern auch Erfolgsfaktor für produzierende Unternehmen. Denn erst wenn Produktentwicklung, Engineering, Fertigung, Service und weitere Schnittstellen die „gleiche Sprache sprechen“, können Kundenerwartungen an digitale Produkte und Dienstleistungen agil erfüllt werden.

Die Realität sieht hier jedoch noch nicht vielversprechend aus: Laut IDC sind momentan nur 23 Prozent der befragten Industrieunternehmen in der Lage, abteilungsübergreifend Prozesse zu gestalten. Immerhin gaben 67 Prozent der Befragten an, dies in den kommenden 24 Monaten umsetzen zu wollen. Der Trend verdeutlicht, dass in der Industrie schon heute ein großer Bedarf an einer durchgängigen digitalen Strategie zur Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette besteht.

Daten sinnvoll nutzen

Mithilfe des Value Engagement lässt sich die Digitale Transformation Schritt für Schritt gestalten – von der Definition der Unternehmensziele und KPIs über die Ableitung von Handlungsfeldern und notwendiger IT-Unterstützung bis hin zur praktischen Umsetzung. Der erste Schritt ist die umfassende Analyse der Ausgangslage im Rahmen eines Business Assessment. Ein darauf aufbauendes, individuelles Vorgehen eröffnet strategische Möglichkeiten der Gestaltung von Transformationsprozessen. Zentrales Element ist eine digitale Plattform. Die Studie zeigt, dass sich zum heutigen Stand bereits 85 Prozent der befragten Unternehmen mit dem Aufbau einer solchen IT-Plattform beschäftigen. Nahezu die Hälfte der Industriebetriebe führte bereits eine Plattform ein, 35 Prozent planen, dies zeitnah zu tun.

Unternehmen sollten mit den ersten Schritten zur Digitalen Transformation nicht zu lange warten. Neueste Marktentwicklungen zeigen, dass die Konjunktur angespannt bleiben wird. Disruptive Innovationen und Geschäftsmodelle erhalten dadurch eine gesteigerte Bedeutung. Die Digitalisierung des Tagesgeschäft sollte daher als Chance verstanden werden, um eine erfolgreiche Zukunft zu gestalten. 

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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