IT-Wartung durch Technogroup

Dem IT-Ausfall vorbeugen

Ein IT-Ausfall hätte für Lotto Hessen drastische Folgen. Von daher legten die Verantwortlichen den Support und die IT-Wartung der eigenen IT-Systeme in die Hände eines externen IT-Dienstleisters.

Der Hauptumsatzträger von Lotto Hessen ist nach wie vor „6 aus 49“. Mehr als 53 Prozent des Jahresumsatzes 2012 entfielen auf die Ziehungen am Mittwoch und Samstag einer jeden Woche.

Die Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen – kurz Lotto Hessen – ist eine von 16 Landeslotteriegesellschaften in Deutschland. Das Dienstleistungsunternehmen untersteht dem hessischen Finanzministerium und sorgt für den Vertrieb der Lotterieprodukte, nachhaltiges Qualitätsmanagement in den Verkaufsstellen sowie die logistischen und technischen Abläufe. Dabei ist die Ziehung „6 aus 49“ noch immer das Topspiel, das jede Woche am Mittwoch und Samstag ausgespielt wird und im Jahr 2012 mit 285 Mio. Euro am Gesamtumsatz der Landesgesellschaft beteiligt war. Eurojackpot, die Zusatzlotterien Super 6 und Spiel 77, Sofortlotterien wie Rubbellose, die Zahlenlotterie Keno, Toto sowie die Sportwette Oddset runden das Spielangebot ab. Darüber hinaus ist man Veranstalter der Privatlotterie Glücksspirale.

In der IT des Dienstleistungsunternehmens werden wöchentlich rund 1,5 Millionen Spielaufträge unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen verarbeitet. Sie treffen aus einem Kommunikationsnetz von knapp 2.000 hessischen Verkaufsstellen online im Zentralcomputer am Hauptstandort in Wiesbaden ein und werden nach der Ziehung innerhalb von wenigen Minuten ausgewertet. Wer denkt, dass die Ausspielungen nur mittwochs und samstags stattfinden, muss sich eines Besseren belehren lassen: Von Montag bis Sonntag findet täglich die Ziehung von Keno statt, einer im Jahr 2004 von LOTTO Hessen eingeführten Zahlenlotterie. In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut wurde dafür eine eigene Plattform entwickelt: Die eigentliche Ziehung findet in einem Raum innerhalb der Zentrale in Wiesbaden statt. Das Ziehungsgerät ist ein Zufallszahlengenerator ohne Kabelverbindung nach außen – selbst die Stromversorgung erfolgt über eine Lichtquelle. Die unter Aufsicht des Ziehungsleiters und eines Aufsichtsbeamten gezogenen Keno- und Plus5-Zahlen werden vom Ziehungsgerät per Infrarot zur Visualisierung an den Computer weitergegeben.

All das bedeutet: tägliche Auswertung der Daten, Abrechnungen, Auszahlung der Gewinne zentral und vor Ort in den Verkaufsstellen. Davor erfolgt die exakte Prüfung und Protokollierung. Dieser Arbeitsaufwand erfordert die Aufteilung der Arbeitszeit in zwei Schichten, d.h. 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Schließlich laufen auch die Terminals der Verkaufsstellen während der gesamten Ladenöffnungszeit und der eigene Internetshop ist ohnehin rund um die Uhr geöffnet. Alle Prozesse sind softwaregesteuert, auch damit die Auswertungen sowie die Ziehung der Gewinner wenige Minuten nach Ausspielung der Gewinnzahlen vorliegen. Selbstredend, dass all diese Prozesse unter strengen Sicherheitsvorgaben stattfinden. Doch „kritisch“ wäre auch ein Terminalausfall in einer der 2.000 Verkaufsstellen. Hier muss ein Lottoschein innerhalb von Sekunden eingelesen und via Terminal an den Zentralrechner weitergeleitet, überprüft und dann „zurückgeschickt“, d.h. bestätigt, werden. Bei eventuellen Problemen hilft sofort die eigens eingerichtete Hotline von Lotto Hessen weiter, die gegebenenfalls einen Service vor Ort aktiviert.

Hochverfügbarkeit steht an erster Stelle

Aufgrund dieser kritischen Geschäftsabläufe müssen die dahinterliegenden IT-Systeme rund um die Uhr zuverlässig laufen. Von daher sind alle kritischen Systeme redundant ausgelegt. Die IT-Umgebung basiert auf HP-Servern sowie den Betriebssystemen Linux und Windows. Ebenfalls zum Einsatz kommen Oracle-Datenbanken und Speicherlösungen von Netapp.

Geführt wird die IT-Abteilung von Hardy Eilenz. Er und sein Team haben dabei die Aufgaben und Verantwortlichkeiten nach Gruppen aufgeteilt: Systemmanagement, Applikation System Manager, Netzwerk und Datenbank, Intranet, Programmierung sowie technischer Bereich. Um sich voll auf die Kernkompetenzen in der IT konzentrieren zu können, erfolgt die Programmierung außer Haus oder wird zugeschnitten eingekauft. „Dabei steht Hochverfügbarkeit an erster Stelle. Egal was passiert, die Prozesse müssen trotzdem weiterlaufen“, berichtet Hardy Eilenz. „Das bedeutet für uns, dass wir gleich mehrere Rechenzentren vorhalten: Alles wird gespiegelt und ist auf Clustersysteme umgestellt. Dazu gehören auch die regelmäßigen Notfallschulungen für alle involvierten Mitarbeiter“, bringt Eilenz die Anforderungen an die IT-Abteilung auf den Punkt.

Wartung in verschiedenen Rechenzentren

Hinsichtlich der Wartung der IT-Systeme in den verschiedenen Rechenzentren hat sich die Lotteriegesellschaft für den IT-Dienstleister Technogroup aus Hochheim am Main entschieden. Dieser betreut die überwiegende Anzahl der HP-Server. Darüber hinaus laufen alle Service-Einsätze über die Hotline des Anbieters. Was bei der Zusammenarbeit zählt, sind außer der stets verfügbaren Ersatzteilversorgung auch die versierten und engagierten Mitarbeiter des Dienstleisters. „Im Prinzip möchten wir im laufenden IT-Betrieb gar keine Techniker sehen. Denn unser Ziel ist es, dass die Systeme fehlerfrei und reibungslos laufen“, berichtet Werner Korba, Gruppenleiter IT bei den Hesse n. Sollte dennoch einmal Support erforderlich sein, „erwarten wir professionellen Service, den uns die Hochheimer stets liefern“, so Werner Kobra abschließend.


Die Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen

  • Branche: Dienstleistungen
  • Standort: Wiesbaden
  • Mitarbeiter: 180
  • Umsatz: 536,6 Mio. Euro im Jahr 2012

www.lotto-hessen.de

Bildquelle: © Lotto Hessen

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