Cloud Computing im Mittelstand

Der IT-Dreisprung: Public, Private, Hybrid

Der deutsche Mittelstand fremdelt noch, aber langsam setzt sich die Cloud durch. Nicht in Reinform, denn die Hybrid Cloud entspricht eher den Bedürfnissen der Unternehmen.

Deutsche Unternehmen, vor allem aus dem Mittelstand, gehören trotz aller Anstrengungen der Anbieter immer noch zu den Nachzüglern beim Cloud Computing. Zu diesem Ergebnis kommt der "IT Innovation Readiness Index 2014" der Freudenberg IT Consulting, der vom Marktforschungsinstitut Pierre Audoin Consultants (PAC) ermittelt wurde.

Die Kernaussage: Die mittelständische Fertigungsindustrie verkennt noch immer das Potenzial der Cloud. Etwa 40% der befragten Unternehmen lehnen Cloud-Lösungen generell ab, bei den Maschinen- und Anlagenbauern sind es sogar 80 Prozent.

Trotzdem zeichnet sich langsam ein Bewusstseinswandel ab. „Bei den befragten Unternehmen herrscht heute deutlich mehr Klarheit über die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Cloud-Varianten als noch vor einem Jahr“, konstatiert PAC-Analyst Karsten Leclerque.

Der der Anteil derjenigen, die das Private-Cloud-Modell als geeignet ansehen, stieg zwischen 2013 und 2014 von 11 auf 37 Prozent. Noch höher liegt dieser Anstieg bei kleineren Mittelständlern. Doch langsam steigt auch das Interesse an Public-Cloud-Lösungen, wie die IDC-Studie "Hybrid Cloud in Deutschland 2014“ deutlich macht.

Dabei hat sich eine Verteilung nach Sicherheitskriterien etabliert: Geschäftskritische Daten und Applikationen wie ERP werden eher in der Private Cloud betrieben. Andere Dinge wie Collaboration oder CRM werden häufiger als Public Cloud Service genutzt.

Solche Anwendungen unterstützen vor allem mobile Nutzer im Alltagsgeschäft und haben zudem einen hohen Standardisierungsgrad. IDC beobachtet, dass selbst die „Early Adopter“ inzwischen Hosted Private Clouds oder Public Cloud Services für spezifische Lösungen wesentlich stärker in Erwägung ziehen.

Private Cloud wird zum Teil der IT

Ein wichtiger Grund für das wachsende Interesse: Die Vorteile der Cloud erfordern einen starken Ressourcenüberhang. Wer jederzeit echtes Cloud-Feeling haben will, muss immer die Spitzenlast plus X vorrätig halten. "Insbesondere Private Clouds müssen daher nach dem Prinzip des kalkulierten Überangebots an Ressourcen arbeiten", beschreibt Dr. Ing. Behrooz Moayeri im "Netzwerk Insider" der IT-Beratung ComConsult das Problem.

Die Private Cloud hat daher die Gefahr, unwirtschaftlich zu werden, wenn nicht alle Anwendungen an die Cloud angepasst sind. In diesem Fall werden die Synergieeffekte immer kleiner und die Finanzierung übersteigt bei kleineren Unternehmen die Möglichkeiten.

Wer nicht nur in Randbereichen auf einen SaaS-Dienst (Software as a Service) für CRM und ähnliche Aufgaben setzen will, landet recht zwangsläufig bei Infrastructure as a Service (IaaS). Doch die Frage bleibt, ob IaaS wirklich das eigene Rechenzentrum ersetzen kann.

ComConsult-Geschäftsführer Dr. Jürgen Suppan hat Zweifel: "IaaS bietet keinen wirklichen Mehrwert außer der Skalierung und der schnellen Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten." Letztlich sei eine Integration von "Platform as a Service" (PaaS) notwendig, der Cloud-Anbieter könne dann komplette Lösungselemente bereitstellen.

Die eigene IT ist also noch für längere Zeit unverzichtbar. Laut IDC gehört die Zukunft der Hybrid Cloud, eine Verknüpfung der internen IT-Umgebung mit Private-, Hosted- und Public-Cloud-Services.

Zahlreiche Unternehmen planen den verstärkten Einsatz von Hosted Clouds (39%) und Public Clouds (32%). Etwa die Hälfte (54%) der IT-Organisationen aus dem Mittelstand planen für die nähere Zukunft den Aufbau hybrider Cloud-Umgebungen.

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