NSA, Prism, Tempora & Co.

Der Mensch spioniert, nicht die Technik

Kommentar von Matthias Kunisch, Geschäftsführer der Forcont Business Technology GmbH, über

Matthias Kunisch, Forcont Business Technology GmbH

Matthias Kunisch, Geschäftsführer der Forcont Business Technology GmbH

Neben aller berechtigter Kritik an Prism und neben der großen Enttäuschung, die wir alle erleben mussten, ist es naiv zu glauben, dass die technischen Möglichkeiten nicht auch zu solchen Verwerfungen führen würden. Sie wurden auch in der Vergangenheit, wenn auch auf niedrigerem und primitiveren Niveau, genutzt und in der Zukunft kann keiner ausschließen, dass es so nicht weiter geht. Im Übrigen ist es hierbei völlig uninteressant, ob wir über Cloud- oder On-Premise-Lösungen sprechen. Leider ist es nicht die Technik, die spioniert, sondern der Mensch, der sie einsetzt, denn die Technik hätten wir ja im Griff.

Es liegt immer noch in der Hand der Anwender selbst zu entscheiden, was und wie sie auf elektronischem Weg kommunizieren. Die Risikoabwägung zwischen einem potentiellen Schaden und möglichen Vorteilen beim Einsatz moderner Informationstechnologie hinsichtlich der Gestaltung von Geschäftsprozessen muss im Einzelfall entschieden werden und wird nicht zwingend von Prism bestimmt. Es scheint vernünftig, nicht nur die unumstrittenen Gefahren einer 24-Stunden-Überwachung im Onlinemodus zu diskutieren, sondern auch die Vorteile der vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten zeitgemäßer IT-Systeme abzuwägen und ein neues vernünftiges Verhältnis zum dem Begriff „geheim“ zu entwickeln.

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