Daten als zentraler Produktionsfaktor

Die Cloud beherrschen: Datenverfügbarkeit sichern

Die digitale Transformation sorgt dafür, dass immer mehr Unternehmen datenbasierte Geschäftsmodelle entwickeln. In der Folge werden Daten zu einem zentralen Produktionsfaktor und zusätzliche IT-Kapazitäten werden aus der Cloud bezogen.

Experten erwarten ein riesiges Datenwachstum, angetrieben durch Technologien wie Big Data Analytics, das Internet der Dinge (IoT) und automatisierte Industrie-4.0-Umgebungen. Schon alleine das „Internet of Things“, die Kommunikation smarter Geräte, treibt das Datenwachstum gewaltig voran: Laut Netzwerkhersteller Cisco werden 2019 die weltweiten Datenmengen, die das IoT erzeugt, 49-mal größer sein als der gesamte weltweite Rechenzentrumsverkehr.

Gerade bei mittelständischen Betreibern von Rechenzentren ist die Situation kritisch: Es fehlt häufig an Spezialisten, Fachwissen und Kapital, um die eigene IT-Umgebung entsprechend der neuen Anforderungen auszubauen. Um zukünftige Datenmengen zu beherrschen, müssen zusätzliche IT-Dienste aus der Cloud eingebunden werden. Eine umfassende IT-Strategie, die gezielt Cloud-Dienste integriert, eröffnet aber zugleich neue Chancen, Investitionskosten zu senken und die Flexibilität zu erhöhen.

Industriespezifische Clouds

Experten sind sich einig, dass die Cloud in Zukunft ein zentrales IT-Betreibermodell sein wird. Die Marktforscher von Techconsult schätzen, dass derzeit knapp die Hälfte deutscher Mittelständler Anwendungen aus der Cloud einsetzt. Weiter erwarten sie, dass bis Ende 2018 rund 50 Prozent der genutzten Software-Lösungen aus der Cloud kommen.

Eine Untersuchung von IDC kommt zu dem Ergebnis, dass kleine und mittelständische Betriebe bis 2019 für bis zu 40 Prozent der weltweiten Public-Cloud-Ausgaben verantwortlich sein könnten. Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research, konstatiert im Mai: „Der Mittelstand hat seine Zurückhaltung beim Cloud Computing endgültig abgelegt.“

Neben Public-Cloud-Angeboten und Standard-Services wie z.B. Backup as a Service oder Disaster Recovery as a Service (DRaaS) entstehen im Rahmen der digitalen Transformation auch immer mehr industriespezifische Cloud-Umgebungen. Treiber hierfür sind die Unternehmen selbst: Sie entwickeln neue datenbasierte Geschäftsprozesse und Angebote, in die sie über die Cloud ihr gesamtes Ökosystem einbinden wollen. Schließlich sorgt die Vernetzung und Automatisierung von Fertigungsanlagen, Verkehrssystemen oder Logistikketten für Effizienzsteigerungen.

So treiben beispielsweise Automobilhersteller wie Volkswagen oder Ford den Aufbau spezieller Clouds voran. Dadurch entstehen sogenannte Industry Collaborative Clouds, in die auch mittelständische Lieferanten und Entwicklungspartner eingebunden werden. Laut den Analysten von IDC wird sich die Anzahl dieser speziellen Clouds bis 2018 auf weltweit rund 450 erhöhen und damit im Vergleich zu 2016 verdreifachen. Bei der zunehmenden Integration von Cloud-Ressourcen und der steigenden Bedeutung von Daten als Produktionsfaktor wird es für IT-Verantwortliche daher immer wichtiger, ausfallsichere IT-Infrastrukturen zu betreiben.

Die Hybrid Cloud als Zukunftsmodell

Die Integration von Cloud-Ressourcen führt zu einem weltweit verzweigten Netzwerk an Standorten, in dem die Daten verteilt liegen. Auch in einer solchen Infrastruktur muss der CIO die Enterprise Continuity gewährleisten: Unternehmenskritische Daten müssen jederzeit verfügbar sein, um die Geschäftsprozesse am Laufen zu halten. Damit wächst der Druck auf die IT, mit geeigneten Werkzeugen die Datenverfügbarkeit für Geschäfts- und Produktionsprozesse zu sichern.

Datenverfügbarkeit in der Cloud

Auf diese Punkte sollten Unternehmen bei der ­Auswahl einer Backup-Lösung achten:

  • Um eine Enterprise Continuity sicherzustellen, sollte man auf Recovery Service Level Objectives (SLOs) von unter 15 Min. für alle Anwendungen und Daten achten.
  • Für einen weitgehend automatisierten Neustart der Unternehmens-IT nach einem Ausfall sollte eine Backup-Software Funktionen für Disaster-Recovery-Orchestrierung (DR) bieten.
  • Auf Workload-Mobilität achten: Backup und Recovery sollten Workloads umfassen, die in der Cloud oder auf virtuellen sowie physischen Systemen betrieben werden.

Ein typisches Beispiel für eine Cloud-Anwendung ist Microsoft Office 365: Die Cloud-Software ist laut den Industrieanalysten von Gartner bereits bei 8,5 Prozent der börsennotierten Unternehmen weltweit implementiert. Für den Mittelstand besonders attraktiv: Die Lösung ist sofort und ohne zusätzliche Infrastruktur im eigenen Unternehmen einsetzbar.

Doch trotz Cloud: Bei Office 365 befinden sich die Daten im Besitz und in der Kontrolle des jeweiligen Anwenderunternehmens, das entsprechend auch für ihren Schutz und ihre Verfügbarkeit verantwortlich ist. Das erfordert eine geeignete Lösung, die dafür sorgt, dass alle E-Mail-Daten aus Office 365 zuverlässig in die eigene lokale IT-Umgebung gesichert werden, damit jederzeit gesamte Mailboxen oder einzelne Elemente daraus wiederhergestellt werden können.

Hersteller wie Veeam bieten spezielle Lösung an, um die Verfügbarkeit von Daten und Anwendungen in hybriden oder Multi-Cloud-Umgebungen zu sichern. Dies umfasst auch eine Backup-Lösung für Microsoft Office 365, um so die Verfügbarkeit für Software-as-a-Service-Angebote (SaaS) zu steigern. Damit gelingt es auch dem Mittelstand, die wirtschaftlichen Vorteile der Cloud bei höchster Datenverfügbarkeit zu nutzen.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok