IoT im Einzelhandel

Die gesamte Kette zusammenführen

Oliver Vatterodt, Geschäftsführer von Allgeier Experts, im Gespräch über die Möglichkeiten von IoT-Technologie im stationären Handel.

Die gesamte Kette zusammenführen

IoT sollte laut Oliver Vatterodt als einziges Ziel haben, das der Anwender im Prozess seinen Nutzen daraus zieht.

ITM: Auf welchem Stand ist der mittelständische Handel in Deutschland bei der Implementierung von IoT-Technologie?
Oliver Vatterodt: Die Frage sollte zweigeteilt sein. Bei wieviel Prozent des Mittelstandes wird schon IoT-Technologie eingesetzt und welcher Intensivierungsgrad wird hier bei einem Einsatz erreicht. Nach unserer Einschätzung kommt die IoT-Technologie gerade mal bei maximal 30 Prozent des Mittelstandes zum Einsatz und selbst hier wird häufig nur ein Intensivierungsgrad von maximal 60 Prozent erreicht. 

ITM: Welche konkreten Anwendungsfälle aus der Praxis sind Ihnen bekannt, bei denen die Technologie bereits erfolgreich von mittelständischen Händlern eingesetzt wird?
Vatterodt: Beispiele können hier im Kunden- sowie Produktmanagement aufgeführt werden. Intensive Ansätze werden häufig in der gesamten Logistikkette angedacht. 

ITM: Mit IoT lassen sich viele Aspekte beeinflussen: Kundenansprache, Bestandsmanagement, Zahlungsabwicklung. Wo liegt das größte Potential für den Handel? 
Vatterodt: Das größte Potenzial aus IoT wird geschöpft, indem man die gesamte Kette (Kernprozess) zusammenführt. Einmal etwas erfasst, findet es meist mehrmals in der Prozesskette seinen Nutzen und seine Auswirkungen.   

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITM: Welche Bedingungen muss IoT-Software für eine erfolgreiche Implementierung erfüllen?
Vatterodt: IoT-Software sollte möglichst viele Schnittstellen und Themenbereiche des Kernprozesses beinhalten. 

ITM: Wie gestaltet sich der Wartungs- und Instandhaltungsaufwand bei IoT-Netzwerken im Handel?
Vatterodt: Das kommt ganz darauf an, wie es implementiert und aufgesetzt wurde. Gut aufgesetzt bedarf es wenig Pflegeaufwand. 

ITM: Wie gewährleistet man die Einhaltung der DSGVO in vernetzten Filialen, insbesondere bei der Analyse und Ansprache der Kunden? Vatterodt: Die DSGVO muss auch beim manuell angewandten Kernprozess entsprechend berücksichtigt werden. Ist dieser gegeben, ist die Digitalisierung nicht viel aufwendiger. 

ITM: Wie können neben Händlern und Kunden auch die Mitarbeiter vor Ort, also etwa Verkäufer oder Lageristen, von der Technik profitieren? Vatterodt: IoT sollte als einziges Ziel haben, das der Anwender im Prozess seinen Nutzen daraus zieht. Wissen und Daten an der richtigen Stelle zum richtigen Zeitpunkt machen das gesamte Team effizienter, schneller und gleichzeitig intelligenter. 

ITM: Inwiefern könnte die Einführung von 5G das Thema weiter popularisieren?
Vatterodt: Grundsätzlich gibt es die Anforderung in der Zukunft, mehr Daten in einer kürzeren Zeit an unterschiedlichen Orten zur Verfügung zu stellen. Ob 5G in naher Zukunft für den Mittelstand eine große Rolle spielen wird, ist sicherlich fraglich. Eine stabilere flächendeckende Infrastruktur in Deutschland sollte sicherlich der erste und wichtigere Schritt sein. Quantität und Qualität sollten immer aufeinander abgestimmt und im Einklang sein. 

Bildquelle: Allgeier Experts

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