IT-Systeme renovierungsbedürftig

Die Macht der Bilder und Daten im Online-Handel

Der Erfolg im Online-Handel hängt maßgeblich von den verfügbaren Produktinformationen ab. Die Verbraucher suchen Produkte im Netz – wenn die Händler Glück haben, dann nicht sofort auf Amazon.

Bilder und Daten für Produktinfos

Zur Bereitstellung der relevanten Produktdaten benötigen Händler entsprechende IT-Systeme.

„Das heißt aber auch, dass insbesondere Produktdaten, -bilder und beschreibende Produkttexte vorliegen müssen“, stellt der Wirtschaftspublizist Andreas Haderlein fest. Diese von den Herstellern zu bekommen, sei oft mühsam, zumal sich nicht wenige Marken selbst um die Vertriebshoheit bemühten und die stationären Händler bewusst im Regen stehen ließen. Davon sollten sich die Händler jedoch nicht abschrecken lassen, sondern sich intensiv um die Produktdaten bemühen.

IT-Systeme aktualisieren

Daneben spielen Verfügbarkeits- und Lieferinformationen eine Rolle. Zur Bereitstellung der relevanten Daten benötigen die Händler natürlich entsprechende IT-Systeme. Die Realität ist momentan eher noch relativ ernüchternd. Die Auswahl an Warenwirtschafts- bzw. ERP-Systemen ist in vielen Handelsbranchen recht überschaubar, so dass viele Systeme bis heute auf oft völlig veralteten Versionen von Microsoft Access basieren. Technologiestandards wie Restful Webservices oder andere Schnittstellen zu gängigen Shop-Systemen lassen sich damit praktisch nicht nutzen. Gängige Praxis scheint zu sein, dass viele Händler maximal einmal pro Tag manuell eine CSV-Datei mit Lagerbeständen erzeugen, die dann semi-automatisch in ein Shop-System eingelesen werden kann. Allerdings sind auch diese Dateien kaum nutzbar, wenn Artikel nicht mit eindeutigen Artikelnummern versehen werden oder die Händler sich eigene Nummernsysteme ausdenken, anstatt sich an die Vorhaben der Hersteller zu halten.

Saubere Datenstrukturen

Die Händler sollten also ihre Warenwirtschaftssysteme aufräumen (bzw. ersetzen) und den Wert sauberer Datenbankstrukturen erkennen. Denn diese Daten werden auch an die lokale Plattform übermittelt. Neben Warenwirtschaft und ERP sollte natürlich auch das Kundenbeziehungsmanagement digitaler werden, schließlich sind Kundendaten das Gold des Einzelhandels. „Je mehr davon den großen Playern überlassen wird, desto schwieriger wird es, sich als kleiner Händler unabhängig zu positionieren. Und freilich gehören heute Online-Marketing, SEO und eventuell Social-Media-Engagement in die Werkzeugkiste des Marketings lokaler Händler“, rät Andreas Haderlein. Das heiße aber nicht zwingend, dass er einen eigenen Online-Shop mit entsprechender personeller Ausstattung und Budgetierung führen müsse. Die Präsenz in Multi-Vendor-Online-Shops, also auf Marktplätzen, als Ergänzung zum klassischen stationären Geschäft, hält bereits heute das eine oder andere Ladenlokal am Leben. Dass der lokale Handel durchaus Zukunft haben kann, zeigen laut Haderlein die Bestrebungen von Händlern mit Provenienz aus dem Online-Marktplatz-Geschäft, zusätzlich stationäre Verkaufsstellen zu betreiben. Denn das täten sie kaum, wenn sie sich nicht etwas davon versprächen ...

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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