09.02.2018 IT im Mittelstand

Die Mutigen übernehmen Vorreiterrolle

IT-MITTELSTAND befragt die Verantwortlichen der großen IT-Anbieter. Diesmal im Gespräch mit Dirk Grote, Director B2B bei Telefónica in Deutschland.

Dirk Grote Telefónica Deutschland

Dirk Grote ist seit Juli 2016 Director B2B bei Telefónica Deutschland

ITM:Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand ...
Dirk Grote: Wenn es um Digitalisierung und zukunftweisende Themen wie Cloud, Social Media, vernetzte Zusammenarbeit oder Internet of Things (IoT) geht, stehen mittelständische Unternehmen heute teilweise vor den gleichen Herausforderungen wie große Konzerne. Die Komplexität der IT-Lösungen scheint zunächst sehr groß und kann durchaus auch für Unsicherheit sorgen. Das führt dazu, dass das Potential schneller und flexibler IT-Lösungen aktuell noch zu wenig von der Breite der Mittelständler genutzt wird. Glücklicherweise gibt es immer mutige Unternehmen, die beim Thema Digitalisierung eine Vorreiterrolle übernehmen. Das wirkt sich positiv auf den Mittelstand aus und zeigt, dass Digitalisierung machbar ist, und ich bin sicher, dass immer mehr Mittelständler diesem Weg folgen werden.

ITM: Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus ...
Grote: Grundsätzlich ist jedes mittelständische Unternehmen je nach Typ und Branche sehr individuell ausgestattet. In der Regel überwiegt eine eigene und selbst betriebene Client-Server-Struktur. Außerdem sind mehrere Standorte nicht selten über ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) verbunden. Circa 30 Prozent der Mittelständler setzen mittlerweile Cloud-Lösungen ein – überwiegend Office- und Sicherheitslösungen. Durch die voranschreitende Digitalisierung wird dieser Anteil auch im Mittelstand weiter zunehmen.

ITM: Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand sind ...
Grote:
Wenn mittelständische Unternehmen investieren, dann streben sie oft einen hohen Eigenkapitalanteil an. Sie planen stets sehr genau, wie viel Geld sie für welches Projekt ausgeben. Bei größeren Investitionen wählen sie oft lange Investitions- und Abschreibungszyklen, bei denen meist Kosten-Nutzen-Aspekte im Vordergrund stehen und eine Investitionssicherheit gegeben sein muss. Der Einsatz neuartiger Technologien wird meist nicht von Mittelständlern vorangetrieben, sondern erst nach deren Etablierung genutzt.

ITM: Die typischen IT-Probleme des Mittelstandes sind ...
Grote:
Da fallen mir die oft komplex gewachsenen IT-Prozesslandschaften ein. So sind in einzelnen Abteilungen häufig individuelle Insellösungen im Einsatz. Der Mittelstand verfügt über eine gute „Standardausrüstung“, die Herausforderung ist es jedoch, die einzelnen Techniken miteinander zu vernetzen und sie zu einer Kommunikationsinfrastruktur zusammenzuführen, um letztlich den Anforderungen der Digitalisierung gewachsen sein zu können.

Aber auch neue Themen wie Machine Learning, Künstliche Intelligenz (KI), Analytics oder Big Data erfordern die richtigen Köpfe. Für den Mittelstand ist es schwieriger, im „War of Talents“ zu bestehen und qualifizierte Fachkräfte zu finden, zu binden bzw. die entsprechend notwendigen Anreize zu schaffen. Da haben es größere Unternehmen, die höhere Gehälter, mehr Aufstiegsmöglichkeiten und flexiblere Arbeitsformen bieten, oft einfacher.

ITM: Als Lösung für diese Probleme favorisiere ich ...
Grote:
... einen soliden Sockel. Das heißt, es braucht erst einmal ein ganzheitliches Konzept auf Basis einer gründlichen Istanalyse unter Berücksichtigung der langfristigen Anforderungen. Dies umfasst innovative, kostengünstige, flexibel skalierbare Cloud-Lösungen insbesondere für Unternehmen mit einer kleinen IT-Personaldecke und begrenzten Möglichkeiten, um die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten.

So kann hinsichtlich der Festnetztelefonie eine moderne virtuelle Telefonanlage den digitalen Wandel ebnen und damit sicheres und flexibles Arbeiten ermöglichen. Mit dem IP-basierten O2 Digital Phone können Mittelständler beispielsweise mit einer Grundgebühr von 49 Euro im Monat fünf Nebenstellen realisieren, ohne eine eigene Telefonanlage vorhalten zu müssen. Cloud-Lösungen mit externem Hosting und Wartung durch den Anbieter senken die Einstiegshürden in die Digitalisierung. Aufbauend auf dieser Basis können weitere IP-basierte Dienste integriert werden, z.B. Groupware, Web-Conferencing oder Sicherheitslösungen.

ITM: Handlungsbedarf auf IT-Seite im Mittelstand sehe ich ...
Grote:
Viele deutsche Mittelständler sind Weltmarktführer in ihren Geschäftsfeldern und Lösungen. Aus meiner Sicht sollten sie auch Weltklasse in der Sicherung der eigenen Geschäftsgeheimnisse sein. Daher sehe ich Handlungsbedarf im Bereich Security und der Sicherung von Daten. Sind Mittelständler die Opfer von Cyber-Attacken, werden sie mit hohen Kosten durch Stillstand von Geschäftsprozessen und dem Verlust von sensiblen Daten konfrontiert. Dies kann in der Folge zu Reputationsschäden bis hin zur Insolvenz führen. Sicherheitslösungen wie unser neuer Cyber-Threats-Service helfen dabei, das jeweilige Unternehmen davor zu schützen. Zudem bieten wir mit O2 Business Protect einen geräteübergreifenden Virenschutz für alle Endgeräte innerhalb eines Unternehmens.

Bildquelle: Telefónica

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