Kommentar

Die zentrale IT ist ein Showstopper

Für Sebastian Irle, Head of IT bei der Grandcentrix GmbH, ist eine Annäherung von Geschäftsprozess und Informationstechnologie für den Erfolg der digitalen Transformation unumgänglich.

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Sebastian Irle, Head of IT bei grandcentrix GmbH: „Was wir brauchen, ist die gleichzeitige und gleichgewichtete Betrachtung von Prozess und Technik.“

Sprechen wir von der digitalen Transformation, meinen wir die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die auf der Vernetzung und Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen basiert. Dazu zählt auch, Prozesse zukünftig agil und schnell an Marktveränderungen anzupassen und kontinuierlich Innovationen zu ermöglichen. Die zentrale IT-Abteilung, wie sie nach wie vor die Unternehmenslandschaft prägt, kann das nicht leisten. Der Ansatz der Zentralisierung verhindert schon strukturell ein Annähern genau jener Bereiche, die für die erfolgreiche, digitale Transformation zusammenrücken müssen: Geschäftsprozess und Informationstechnologie.

Innovationen sind in den klassischen Organisationsstrukturen vor allem technisch getrieben und gehen allzu oft an den Anforderungen der Geschäftsbereiche vorbei. Gleichzeitig werden von den Fachabteilungen initiierte Innovationsprojekte gar nicht oder nur mit großem zeitlichem Verzug umgesetzt. Die Ergebnisse kennen wir: Notwendige, organisatorische Change-Prozesse bleiben aus, die ohnehin schon hohe Betriebskomplexität steigt weiter und der Strudel immer höherer Kosten und geringerer Innovationsfähigkeit dreht sich immer schneller.

Fachabteilungen sind gefordert

Was wir brauchen, ist die gleichzeitige und gleichgewichtete Betrachtung von Prozess und Technik. Das gelingt, indem Unternehmen digitale Prozesse genau da betreiben und weiterentwickeln, wo die Verantwortung für sie liegt – in den einzelnen Fachabteilungen. Agile Entwicklungsteams machen es seit einigen Jahren vor: Denn sie bringen die fachliche und technische Expertise an einen Tisch und debattieren auf Augenhöhe. Als IoT-Ende-zu-Ende-Dienstleister gehen wir noch deutlich weiter und leben, was wir unseren Kunden empfehlen. So ordnen wir die technologische Umsetzung eines Themas genau jener Abteilung zu, die den Prozess lebt.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.


Zentrale Dienste existieren ausschließlich für Applikationen, die domänenübergreifend genutzt werden, z. B. für Themen wie Authentifizierung, Bereitstellung der Netzwerkinfrastruktur oder Kommunikationsdienste. Der Unterschied zur klassischen IT-Abteilung: Auch hier geht nichts ohne die Domänen-Verantwortlichen. Nachhaltig ist dieser Ansatz vor allem deshalb, wenn die Dienste für jeden existierenden Service regelmäßig den Mehrwert für das eigene Unternehmen oder Kunden hinterfragen. Die Hürde, einen neuen Dienst einzuführen und zu testen, kann dann bewusst niedrig gehalten werden. Das Ergebnis: Ein agiles, innovationsfähiges Unternehmen, das mit dem ständig steigenden Tempo des Wandels Schritt halten kann.


Bildquelle: Grandcentrix GmbH

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