In Zukunft ohne Papier

Digitaldokumente statt Papierstapel

Gleich sechs Startups wollen den Papierkrieg endlich beenden. Und sie kommen ausgerechnet aus der Heimat des vielblättrigen Formulars mit dreifachem Durchschlag.

Das papierlose Büro ist ein großes Versprechen: Nie wieder stapelweise Ausdrucke durchblättern und nach dem Meeting entsorgen. Nie wieder kryptische Formulare ausfüllen, die dann manuell in ein Datenbanksystem eingegeben werden.

Doch Papier ist nicht nur geduldig, es ist auch unglaublich beharrlich und will nicht verschwinden. Das papierlose Büro wird schon seit Jahren propagiert, doch offensichtlich ist noch nicht so weit. Sechs noch relativ junge deutsche Unternehmen wollen endlich helfen, die Zukunft ohne Papier zu verwirklichen.

  • Das Bonner Startup Doo versteht sich als organisatorischer Aufsatz für andere Cloud-Dienste wie Dropbox oder Evernote. Die Nutzer des Dienstes können Dokumente dort hochladen, die von Doo erfasst und autromatisch verschlagwortet werden Dies gilt auch für Scans, die entweder am PC oder mit der Kamera des Smartphones in der Doo-App gemacht werden.
  • Auch Doctape will bei der Verwaltung von Dokumenten helfen, mit einem eigenen Cloudspeicher, hilfreichen Anzeige-Apps für über 80 Dateitypen.und einer Möglichkeit, die Dokumente in verschiedene Formate zu konvertieren. Dabei werden die Formate auch optimiert, so dass zum Beispiel Audiodateien direkt in ein Streamingformat umgewandelt werden.
  • Dropscan widmet sich in erster Linie dem Scannen von Papierdokumenten. Genauer: Es ist ein Scanservice in der Cloud. Das Berliner Unternehmen scannt Briefpost, Dokumente, Belege und andere Papierunterlagen. Damit bietet es für Privatleute und vor allen Dingen für kleinere und mittlere Unternehmen einen Dienst an, der in vielen Großunternehmen schon seit Jahren Alltag ist: Geschäftspost landet digital auf dem Desktop-PC.


Diese Dienste sind allerdings nicht allein auf weiter Flur, denn offensichtlich ist alles rund um das papierlose Büro als zukunftsträchtiges Geschäftsmodell entdeckt worden.

  • Ein Beispiel dafür ist das noch nicht offiziell verfügbare Gini, das den Post-Scan mit Dokumentenmanagement und Terminen/Aufgaben verknüpft. So soll die Webapp automatisch Rechnungen auswerten und eine Terminerinnerung für das Zahlungsziel erzeugen.
  • Fileee (mit 3 E) dagegen ist eine Verwaltungs-App für gescannte Papierdokumente. Sie werden in durchsuchbare PDFs verwandelt und können online bearbeitet werden. So sind zum Beispiel Antworten sowohl digital als auch per Briefpost möglich. Der gerade gestartete Dienst versteht sich als komplett digitaler Aktenschrank der Zukunft, der ähnlich wie Konkurrent Gini Assistenzfunktionen bietet.
  • Ebenfalls noch im Betatest ist Organice-me, das Scanservice und Dokumentenverwaltung für Privatleute aus der Generaition der “Digital Natives” bietet - zumindest lässt die Nutzeransprache mit “Du” darauf schließen. Der Dienst bietet ähnliche Funktionen wie Doctape oder Filee, die auch mobil genutzt werden können.

Mit dem Dreischritt “Scannen - Analysieren - Speichern” haben sich Basisfunktionen für Paperless-Dienste eingebürgert. Trotzdem ist der Markt ebenso jung wie umkämpft. Da die Dienste mit teils recht kostenintensiven Merkmalen wie einem Scanservice werben, dürfte sich bereits in kurzer Zeit herausstellen, welches Startup den Papierloskrieg überlebt.

Bildquelle: Lupo / pixelio.de

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