Projekt „Groupware Bw“

Digitale Zusammenarbeit auf einen Nenner gebracht

HCL Notes, Groupwise, Citadel oder Microsoft Exchange: Bei solch einem großen Angebot an Groupware-Lösungen kann man leicht den Überblick verlieren. Was also tun? Die BWI, der IT-Dienstleister von Bundeswehr und Bund, schafft nun eine einheitliche Plattform für 190.000 Nutzer der Bundeswehr.

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Im Zuge des Projekts „Groupware Bw“ schafft die Bundeswehr gemeinsam mit der BWI nun eine einheitliche Kollaborationsplattform.

Der Begriff „Groupware“ beschreibt Programme, die die digitale Zusammenarbeit in Unternehmen erleichtern. Sie ermöglichen nicht nur, dass verschiedene Nutzer parallel auf Dokumente und Daten zurückgreifen können. Sie gestatten auch das zeitgleiche Aufrufen und Bearbeiten von Kontakten, Adressen und Aufgaben – von jedem Ort aus.

Für viele Unternehmen gibt es jedoch ein Problem: Sie nutzen unterschiedliche Anwendungen und Tools, sogenannte Insellösungen. Die sind zwar nützlich für bestimmte Nutzergruppen, eignen sich aber selten für eine übergreifende Zusammenarbeit. Es sind einheitliche Lösungen gefragt, die alle Nutzer miteinbeziehen, aber trotzdem die speziellen Bedürfnisse jedes einzelnen Teams erfüllen.

Weg vom Flickenteppich

Auch die Bundeswehr steht vor der Herausforderung, ihre komplexe Systemlandschaft zu vereinfachen: weg vom Flickenteppich aus Einzellösungen hin zu skalierbaren Standardlösungen. Im Zuge des Projekts „Groupware Bw“ schafft die Bundeswehr gemeinsam mit der BWI nun eine einheitliche Kollaborationsplattform. Damit wird nicht nur die Kommunikation in der Truppe erleichtert, sondern auch eine digitale Brücke zu anderen Ressorts und international zu Nato-Partnern und EU-Gremien geschlagen, die ebenfalls auf Microsoft-Produkte setzen.

Die neue Plattform soll für verschiedene Arten der Kollaboration genutzt werden, beispielsweise bei Dokumenten, E-Mail, Terminplanung, Telefonie oder Chat. Dabei muss überall und jederzeit eine sichere Zusammenarbeit gewährleistet sein. Ziel des Projekts ist es, dass zukünftig 190.000 Soldaten und Zivilisten in Echtzeit auf der kooperativen Plattform zusammenarbeiten können. Bis Ende 2023 sollen alle bestehenden E-Mail- und Kollaborationslösungen der Bundeswehr auf eine moderne, einheitliche Plattform überführt sein, die vorrangig Lösungen von Microsoft und Cisco enthält. Eine Aufgabe, bei der zahlreiche Experten gefragt sind.

Eine Perspektive für IT-Talente

Einer von ihnen ist Lorenz Mangold, der als Associate System Administrator bei der BWI tätig ist. Gemeinsam mit seinem Team betreut er den Teilbereich „Microsoft Exchange“, der dafür verantwortlich ist, dass alle E-Mails jederzeit zuverlässig zugestellt werden. „Unsere Abteilung wartet die Server und Datenbanken, achtet darauf, dass alle Zertifikate aktuell sind und setzt Changes im System um. Er hilft bei Themen anderer Abteilungen, löst Tickets und entwickelt Skripte zur Automatisierung“, sagt der IT-Experte. Mangold gehört zu den Nachwuchskräften in seinem Team, im Sommer hat er seine Ausbildung bei der BWI erfolgreich abgeschlossen und möchte nun seine Kenntnisse mit einem berufsbegleitenden Bachelorstudium in Wirtschaftsinformatik an der TU München weiter ausbauen. Wer bereits IT-Experte ist oder es werden will, kann sich z.B. bei der BWI bewerben. Dort warten neben „Groupware Bw“ auch noch andere spannende IT-Projekte, die die digitale Zukunft Deutschlands betreffen.

Bildquelle: BWI

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