3. Deutscher Ausbildungsleiterkongress 2018

Digitalisierung in die Ausbildung integrieren

Über 2.000 Teilnehmer fanden am 22. und 23. November 2018 den Weg zum Deutschen Ausbildungsleiterkongress (DALK) nach Düsseldorf.

  • 3. Deutscher Ausbildungsleiterkongress 2018

    Die Topthemen des Fachkongresses umfassten alle relevanten Schwerpunkte für HR- und Ausbildungsverantwortliche im gesamten deutschsprachigen Raum.

  • Ranga Yogeshwar mahnte eine dringende Notwendigkeit von Innovation an.

Der von Wolters Kluwer Deutschland veranstaltete Kongress konnte mit über 80 Topreferenten und 100 Workshops und Vorträgen erneut überzeugen. Hinzu kamen mehr als 60 Partner, die im Rahmen der DALK-Fachausstellung aktuelle Lösungen und Dienstleistungen rund um Ausbildungs- und Personalbe-lange präsentierten. Unter den Ausstellern waren auch zahlreiche Software-Anbieter, darunter Agenda, Easysoft, Lumesse, Persis, Rexx Systems, Talentsoft und Veda.

Die Topthemen des Fachkongresses umfassten alle relevanten Schwerpunkte für HR- und Ausbildungsverantwortliche im gesamten deutschsprachigen Raum. Dabei ging es um erfolgreiches Change-Management, Fachkräfte- und Nachwuchssicherung, Digitalisierung sowie Future Workplace. Während am ersten Hauptkongresstag prominente Redner wie der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar, Fußballweltmeister Paul Breitner, Kampfschwimmer Jens Höner und Olivia Jones, Deutschlands Drag Queen Nummer 1, das Auditorium begeisterten, standen am zweiten Tag u.a. „Gentleman-Boxer“ Henry Maske und Dr. Robin Malloy, Spezialist für Neuropsychologie, auf der Bühne.

„Unser System muss fundamental anders werden“

Ranga Yogeshwar mahnte eine dringende Notwendigkeit von Innovation an. Die Dimension dessen, was mit der Digitalisierung auf die Wirtschaft und die Gesellschaft in Deutschland zukomme, werde unvorstellbar. Der Transformationsprozess sei bereits angelaufen, aber die meisten Unternehmen sowie berufliche Schulen in Deutschland seien darauf nicht vorbereitet. „Lernen ist kein linearer Prozess, das wissen wir alle“, trotzdem herrsche in Deutschland nach wie vor das Prinzip „Lernen im Gleichschritt“, an dem zu viele scheiterten. Dabei werde jeder einzelne junge Mensch benötigt, um die Zukunft der deutschen Wirtschaft zu sichern. Dass Deutschland im internationalen Wettbewerb um Wissen ins Hintertreffen gerate, sei absehbar: 2030 würden noch 1,4 Prozent aller Hochschulabsolventen in den MINT-Fächern weltweit aus Deutschland stammen.

Dr. Robin Malloy zeigte in seinem Vortrag auf, wie Ausbildungs- und Personalverantwortliche die jüngere Generation verstehen können. Dabei stellte er zunächst die Frage, warum Veränderungsprozesse in den Unternehmen häufig nicht funktionieren. Die Gründe dafür seien vielfältig. So werden laut einer Soziologiestudie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) bei Veränderungsprozessen allein Symptome behandelt, dem tieferliegenden Übel jedoch nicht auf den Grund gegangen. Ein weiteres Hindernis für den Projekterfolg: Bei Veränderungsprozessen lasse man die Mitarbeiter oftmals außen vor. Doch erst die Menschen machen die Prozesse aus. Diese Komponente dürfe daher auf keinen Fall vernachlässigt werden.

„Die ganze Umwelt ist digital durchwirkt“

Deutschlands renommiertester Jugendforscher Prof. Dr. Klaus Hurrelmann erklärte in seinem Vortrag die Besonderheiten der „Generation Z“, also der nach der Jahrtausendwende Geborenen. „Das Smartphone ist für sie wie ein Körperbestandteil“, erläuterte der Wissenschaftler, „die ganze Umwelt ist digital durchwirkt.“ 60 Prozent der Jugendlichen kämen mit der enormen Herausforderung, ständig online zu sein, gut zurecht – für sie böten sich riesige Chancen. 20 Prozent aber hätten Schwierigkeiten, weitere 20 Prozent sogar gravierende Probleme mit der Allgegenwart des Bildschirms. Bei ihnen litten Konzentrationsfähigkeit und Leistungsvermögen erheblich.

„Leg doch mal das Smartphone weg“

Der Medienexperte und Jugendbuchautor Thomas Feibel sprach über die Vermittlung von Medienkompetenz. Denn die zunehmende Verbreitung von Smartphones mache weder vor den Kleinsten noch vor Schulen und Ausbildungsbetrieben halt. Laut Feibel besitzen heutzutage bereits zwei Drittel aller Zweitklässler ein Handy. Daher komme es darauf an, Online-News, Suchmaschinenergebnisse, Filme oder Computerspiele richtig zu erfassen und deuten zu können.

Im Zuge der immer schnelleren Verbreitung webbasierter Dienste wird laut Feibel deutlich, dass sich Privatsphäre und Internet per se ausschließen. „Dabei wird das Ausspionieren der Nutzer häufig als Service verkauft“, betont Feibel. Mittlerweile seien die Nutzer der Digitalindustrie mehr oder weniger ausgeliefert, wie das Beispiel von Gaming-Apps zeigt: Sie sind zunächst kostenfrei erhältlich. Während des Spielverlaufs werden jedoch Begehrlichkeiten geweckt, sodass die Nutzer zusätzliche Waffen oder Wundermittel über teure In-App-Käufe erwerben. Auf diese Weise nehmen allein die Anbieter des Computerspiels „Clash of Clans” täglich 5 Mio. US-Dollar ein. Thomas Feibel rät, dass insbesondere Unternehmensverantwortliche eine digitale Betriebsordnung aufsetzen, die den Umgang mit privat genutzten Endgeräten und Apps während der Arbeitszeit regelt.

4. Deutscher Ausbildungsleiterkongress 2019
Der Termin für den nächsten Deutschen Ausbildungsleiterkongress (DALK) steht bereits fest: Er findet am 26. und 27. November 2019 erneut in Düsseldorf statt. Das Event will die Debatte um die Ausbildung in Deutschland prägen – und dazu auch prominenten Stimmen Gehör verschaffen, die bislang in diesem Kontext noch nicht zu hören waren: Bestsellerautor Frank Schätzing, Schauspieler Hannes Jaenicke, Fernsehmoderator Ralph Caspers, die Schriftstellerin Hera Lind, Schwimmlegende Franziska van Almsick, Fußballexperte Reiner Calmund sowie Hollywood-Schauspieler Ralf Moeller haben –
neben renommierten Wissenschaftlern wie dem Jugendforscher Prof. Dr. Christian Scholz oder Experten wie dem Publizisten und Querdenker Christoph Giesa – ihr Kommen bereits zugesagt.

Bildquelle: Wolters Kluwer Deutschland

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