Arbeiten 4.0

Digitalnomaden in der offenen Wirtschaft

Der Fachkräftemangel bringt Unternehmen vermehrt dazu, ihren Mitarbeitern moderne und flexible Arbeitsmodelle anzubieten. Gleichzeitig trägt die Globalisierung dazu bei, dass auch Mittelständler internationale Projekte betreuen, die sich über verschiedene Kontinente und Zeitzonen hinweg erstrecken. Wie UCC-Lösungen (Unified Communications & Collaboration) helfen können, mobiles und vernetztes Arbeiten sicher und effizient zu machen, erklärt Sascha Lekic, Director IT & Mobile Communications bei Samsung Electronics, im Interview.

Sascha Lekic, Director IT & Mobile Communications bei Samsung Electronics

Sascha Lekic, Director IT & Mobile Communications bei Samsung Electronics ((Bildquelle: Samsung))

ITM: Herr Lekic, Open Economy, Digital Nomads oder Liquid Workforce – über diese Begriffe stolpern inzwischen auch immer mehr Mittelständler im Zusammenhang mit UCC-Lösungen. Wie hängen diese zusammen?
Sascha Lekic: UCC steht zunächst einmal für die Integration und Bündelung verschiedener Kommunikationskanäle, -werkzeuge und Arbeitsprozesse. Ziel ist es, Arbeitsabläufe auch über das eigene Unternehmen hinweg besser zu verzahnen und effizienter zu gestalten. UCC liefert damit einerseits die Basis für Konzepte wie Open Economy, Digital Nomads oder Liquid Workforce.

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Andererseits verlangt meines Erachtens die immer größere Vernetzung auch geradezu den Einsatz von UCC. Denn wer bei der Digitalisierung vorn mit dabei sein will, sollte sich mit anderen zusammentun. Alleingänge scheinen angesichts der wachsenden Komplexität kaum mehr erfolgversprechend. Das Stichwort lautet Open Economy – also die enge Zusammenarbeit mit freien Mitarbeitern, Digital Nomads, Start-ups oder auch der Konkurrenz, wie es beispielsweise die Automobilindustrie gerade vormacht. Dabei müssen je nach Problemstellung verschiedene Disziplinen ins Boot geholt sowie die Aufgaben in den Teams im Sinne einer Liquid Workforce auch immer wieder neu verteilt werden. Offene Plattformen sowie Lösungen für flexibles und mobiles Arbeiten können dafür wesentliche Bausteine sein. Vernetzte, mobile und sichere Arbeitsumgebungen schaffen hier Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Sie werden nach unserer Auffassung das Herzstück der Open Economy sein.

ITM: Für viele Arbeitnehmer ist das eigene Smartphone nicht nur ein Kommunikations-, sondern auch ein Organisationsmittel, in dem berufliche, aber eben auch private Daten aus diversen Kanälen zusammenlaufen. Was halten Sie in diesem Zusammenhang von Bring-your-own-Device-Modellen (BYOD) und worauf sollte man als Unternehmen hierbei besonders achten?
Lekic: Unternehmen sollten definitiv für Ansätze wie BYOD offener werden, einfach weil sie teilweise gelebte Praxis sind. Gewohnheiten und Bedürfnisse der Mitarbeiter können mit BYOD berücksichtigt werden. Damit kann an der allgemeinen Zufriedenheit gearbeitet werden. Allerdings können so auch neue Sicherheitsrisiken Einzug halten, etwa wenn Mitarbeiter Compliance-Vorschriften außer Acht lassen oder sich dieser überhaupt nicht bewusst sind. Die Herausforderung besteht darin, Mitarbeiter entsprechend zu schulen und gemeinsam Richtlinien zu entwickeln, die für beiden Seiten akzeptabel und umsetzbar sind.

Auch durch die gleichzeitige Nutzung von geschäftlichen und privaten Anwendungen und Daten können Risiken entstehen, z. B. wenn eigene Apps wie Nachrichtendienste ins Spiel kommen. Und natürlich soll der Chef auch keine Einblicke in die persönlichen Daten bekommen. Eine „Container-Lösung“ kann hier Abhilfe schaffen. Mit Lösungen wie z.B. Knox Platform for Enterprise können Mitarbeiter zwischen ihren persönlichen Apps und einem passwortgeschützen Arbeitsbereich auf dem gleichen Gerät hin und her wechseln.

Eine weitere Herausforderung – insbesondere für IT-Administratoren – kann das Management der Geräte sein. Das Aufsetzen, Absichern und Verwalten ganzer Geräteflotten ist ein komplexes Unterfangen, Hardware, Software und Services mussen orchestriert werden.

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