Elektronisches Archiv und digitaler Rechnungseingang

DMS: Fundament der Digitalisierung bei Davinci Haus

Mithilfe einer Software für das Dokumenten-Management hat sich die Davinci Haus GmbH & Co. KG ein solides Fundament für die weitergehende Digitalisierung des Unternehmens geschaffen. Im Gespräch mit IT-MITTELSTAND erläutert Prokuristin Simone Rosenthal, wie man mithilfe des Systems nicht nur ein elektronisches Archiv aufgebaut, sondern auch die Digitalisierung des Rechnungseingangs gemeistert hat.

  • Simone Rosenthal, Prokuristin bei der Davinci Haus GmbH & Co. KG,

    „Unser Unternehmen hat sich von einem ehemaligen Handwerksbetrieb hin zu einem internationalen Anbieter von Holzfachwerkhäusern entwickelt. Im Zuge dessen haben Informationstechnologien einen immer höheren Stellenwert erfahren.“ Simone Rosenthal, Prokuristin bei der Davinci Haus GmbH & Co. KG

  • Simone Rosenthal, Prokuristin bei der Davinci Haus GmbH & Co. KG,

    „Wir setzen kein klassisches ERP-System ein, sondern nutzen für unsere betriebswirtschaftlichen Prozesse eine spezifische Fertighaus-Software.“ Simone Rosenthal, Prokuristin bei der Davinci Haus GmbH & Co. KG

  • Die Musterhäuser in Gebhardshain im Westerwald sind jeweils rund eine Million Euro Wert – inklusive der Inneneinrichtung und der Gestaltung der Außenanlagen.

  • Simone Rosenthal

    Die Musterhäuser in Gebhardshain im Westerwald sind jeweils rund eine Million Euro Wert – inklusive der Inneneinrichtung und der Gestaltung der Außenanlagen.

  • Simone Rosenthal

    „Wir haben in unserem Dokumenten-Management-System (DMS) einen digitalen Workflow aufgesetzt, der die Erstellung von Papierdokumenten vermeidet. Gleichzeitig konnten wir damit Prozesse beschleunigen.“ Simone Rosenthal

  • „Da die IT nicht zu unserem Kerngeschäft gehört, konnten wir diesen Bereich guten Gewissens auslagern. Dabei funktioniert die Zusammenarbeit mit unserem externen IT-Dienstleister reibungslos.“ Simone Rosenthal

  • Jedes Haus ist ein Unikat, denn die Anforderungen an die Baugrundstücke sind so individuell wie die Bauherren selbst.

  • Künftig sollen alle Dokumente rund um die Davinci-Häuser in elektronischer Form und damit in einer digitalen Bauakte vorliegen – von der Fotodokumentation bis hin zu den Bauplänen und -zeichnungen.

  • Jedes Haus ist ein Unikat, denn die Anforderungen an die Baugrundstücke sind so individuell wie die Bauherren selbst.

„Architektur für die Sinne“ – unter diesem Motto verwenden die Spezialisten von Davinci Haus vorrangig Holz und Glas, um hochwertige, lichtdurchflutete Lebensräume zu schaffen. Dabei reichen die Wurzeln des mittelständischen Traditionsunternehmens bis in die 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück. Nach der Gründung eines Sägewerks durch die Familie Stühn im Jahr 1936 in Elben setzte man einige Zeit später auf den Bau von Fenstern und Türen. Seit den 70er Jahren spezialisiert man sich schließlich auf die Erstellung von modularen Holzfachwerkhäusern, die sich am Stil der Design- und Architekturschule Bauhaus orientieren. Dabei verzichtet der Mittelständler bewusst auf die Massenfertigung und plant und baut jedes Haus in handwerklicher Kleinarbeit als Unikat.

Der hohe Qualitätsanspruch an die eigene Produktion spiegelt sich bei dem Mittelständler auch in der Informationstechnologie wider. Denn ohne eine reibungslos funktionierende IT würden mittlerweile zahlreiche Prozesse im laufenden Betrieb ins Stocken geraten. Speziell für die Etablierung digitaler Workflows im Unternehmen nutzen die Westerwälder das Dokumenten-Management-System (DMS) des Anbieters Docuware aus Germering.

Im Gespräch mit IT-MITTELSTAND erläutert Simone Rosenthal, Prokuristin bei der Davinci Haus GmbH & Co. KG, wie man mithilfe des Systems nicht nur ein elektronisches Archiv aufgebaut, sondern auch die Digitalisierung des Rechnungseingangs gemeistert hat.

ITM: Frau Rosenthal, welche Bedeutung hat die Informationstechnologie für Ihr Unternehmen?
Simone Rosenthal:
Wir haben uns von einem ehemaligen Handwerksbetrieb hin zu einem internationalen Anbieter von Holzfachwerkhäusern entwickelt. Im Zuge dessen haben Informations- und Kommunikationstechnologien einen immer höheren Stellenwert im Unternehmen erfahren, denn ohne diese läuft fast gar nichts mehr. Wir haben inzwischen mehrere IT-Systeme implementiert und konzentrieren uns auf eine sichere Vernetzung, da wir mit vielen Außendienstlern, Monteuren und Bauleitern zusammenarbeiten.

ITM: Wie sind Sie persönlich zur IT gekommen?
Rosenthal:
Ich bin sowohl im kaufmännischen als auch im IT- und Personalbereich tätig, wobei es bereits im Rahmen meiner Ausbildung erste Berührungspunkte zum Thema IT gab. Anschließend absolvierte ich ein berufsbegleitendes Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt auf IT.

ITM: Welche Aufgaben übernehmen Sie im Unternehmen?
Rosenthal:
Als vor über zwanzig Jahren die Schreibmaschinen durch Computer und Office-Programme abgelöst wurden, etablierte man bei Davinci Haus einen eigenen Administrator, der über zehn Jahre lang in dieser Position tätig war. Wir merkten sehr bald, dass dieser Mitarbeiter aufgrund der steigenden Komplexität unserer IT-Prozesse zunehmend überfordert war. Außerdem  wuchs auch die Abhängigkeit von diesem Mitarbeiter, sodass wir uns nach dessen Weggang zur Auslagerung der IT entschlossen haben.

Wir entschlossen uns für das IT-Systemhaus ikt Gromnitza aus dem rheinland-pfälzischen Betzdorf, dass sich auf die Bedürfnisse mittelständiger Unternehmen im Bereich IT spezialisiert hat. Im Zuge des Outsourcings übernahm ich dann die Koordination mit dem externen IT-Dienstleister. Seitdem kläre ich gemeinsam mit den Spezialisten die Einführung neuer Programme ab, erarbeite Pflichtenhefte und informiere mich über Neuheiten sowohl im Software- als auch im Infrastruktur- und Hardware-Bereich.

ITM: Dann beackern Sie ein breites Feld an IT-Themen?
Rosenthal:
Genau. Dieses beginnt bei uns bei so elementaren Themen wie den CAD-Programmen unserer Zeichenabteilung. Daneben kenne ich mich als gelernte Buchhalterin per se gut mit Finanzbuchhaltungs-Software aus. Hinzu kommt unsere spezifische Fertighaus-Software für die betriebswirtschaftlichen Prozesse. Hierfür setzen wir kein klassisches ERP-System, sondern ein spezielles Vertriebsinformationssystem (VIS) für die Fertighausbranche ein, das wir an der einen oder anderen Stelle auf unsere Anforderungen hin angepasst haben.

ITM: Welche Prozesse bilden Sie mit diesem System ab?
Rosenthal:
Das VIS war ursprünglich allein für den Vertrieb und damit für die Erfassung von Musterhausinteressenten gedacht. Werden aus den Interessenten im nächsten Schritt die Käufer eines Modulhauses, wird im VIS automatische eine digitale Kundenakte erstellt, in die sämtliche Informationen von den ersten CAD-Plänen bis hin zur Projektabwicklung einfließen.

Dabei können sich die Mitarbeiter jeder Abteilung gemäß vordefinierter Benutzerrechte am VIS anmelden und Informationen zu laufenden oder abgeschlossenen Kundenprojekten einsehen. In der digitalen Kundenakte findet man sämtliche Baupläne, Rechnungen oder Auftragsbestätigungen. Auf diese Weise verfügen alle Mitarbeiter über den gleichen Wissensstand.

ITM: Wie läuft die Produktion Ihrer Häuser ab?
Rosenthal:
Alle Bauvorhaben werden in der Produktion in unserer Zentrale in Elben soweit wie möglich vorgefertigt, wobei beispielsweise Giebel, Dachlattung und Fensterfronten zu den festen Haus­elementen gehören. Sie werden direkt aus der Fertigung auf die Lkws eines Subunternehmers geladen und zur jeweiligen Baustelle transportiert, wo sie wie Puzzlestücke in kurzer Zeit zusammengesetzt werden. Im Anschluss daran werden unsere Gewerke (z.B. Treppen) installiert, die Wände verputzt und der Endanstrich des Hauses vorgenommen. Parallel zu unseren Monteuren arbeiten Handwerksbetriebe im Haus, die Aufgaben wie das Gießen des Estrichs, die Installation der Heiz- und Sanitäranlagen oder den Einbau elektrischer Leitungen übernehmen. Zudem kann auch die Gestaltung der Außenanlagen inklusive Carport und Garten von unseren Partnern übernommen werden.

Nicht zuletzt besitzen wir mit unserer Schreinerei und Einrichtungshaus Bestinterieur in der Eifel ein Tochterunternehmen, das sämtliche Einbaumöbel und Küchen für unsere Häuser herstellen kann. Somit erhalten die Kunden auf Wunsch den Schlüssel für ein komplett möbliertes und einzugsbereites Fertighaus.

„Wir setzen kein klassisches ERP-System ein, sondern nutzen für unsere betriebswirtschaftlichen Prozesse eine spezifische Fertighaus-Software.“

ITM: Wie lange dauert es in der Regel von der Kaufentscheidung der Kunden bis zur Schlüsselübergabe?
Rosenthal:
Dies hängt davon ab, wie schnell die Kunden bauen möchten bzw. können. Mitunter geht es zuerst noch darum, eine bestehende Immobilie zu verkaufen oder ein geeignetes Baugrundstück zu finden. Ist dies geklärt, hängt es zum einen von unserem Produktionsplan ab, wie zügig wir liefern können. Zum anderen kommt es auch immer darauf an, wie schnell die Bauämter der einzelnen Bundesländer arbeiten. Diese besitzen unterschiedliche Genehmigungszeiten, worauf wir keinen Einfluss nehmen können. In der Regel vergehen vom ersten Spatenstich bis zum Einzug ungefähr 13 Wochen.

ITM: Wie individuell sind Ihre Fertighäuser?
Rosenthal:
Es handelt sich um Unikate, denn jedes Haus muss entsprechend des Baugrunds und der Statik individuell geplant werden. Zwar können sich unsere Kunden für einen vorgegebenen Grundriss entscheiden, dennoch besitzen sie hinsichtlich der Innengestaltung – wie z.B. der Lage der Küche, der Auswahl der Sanitäranlagen oder der Platzierung von Steckdosen – freie Hand.

ITM: Wie energieeffizient sind Ihre Häuser?
Rosenthal:
Wir bieten Passivhäuser an und beschäftigen uns intensiv mit verschiedenen Energiethemen. So nehmen wir am Förderprogramm KfW-Effizienzhaus 55 teil und haben ein eigenes Plus-Energiehaus entwickelt. Darüber hinaus greifen wir Trends wie „Smart Home“ in den Bauvorhaben auf.

ITM: Die von Ihnen beschriebenen Bauphasen bringen sicherlich das eine oder andere Dokument mit sich. Wie verwalten Sie das Dokumentenaufkommen?
Rosenthal:
Wir nutzen seit langem ein elektronisches Dokumenten-Management. Als unser Papierarchiv an Kapazitätsgrenzen stieß haben wir uns bereits 2007 für die Einführung des Dokumenten-Management-Systems (DMS) Docuware entschieden. Weiterhin ausschlaggebend war, dass die Baupläne bislang auf einem Thermo-Plotter ausgegeben wurden. Der Nachteil ist dabei, dass Thermo-Ausdrucke mit der Zeit verblassen. Von daher mussten wir die Pläne unbedingt digitalisieren, ansonsten wären wichtige Informationen verlorengegangen. Vor diesem Hintergrund hat uns unser Outsourcing-Dienstleister ikt Gromnitza, der neben dem Systemhausgeschäft auch zertifizierter Docuware-Anbieter ist, empfohlen, das DMS Docuware einzuführen. Seitdem nutzen wir das System zur Archivierung vorhandener Dokumente, wofür eigens ein fester Arbeitsplatz installiert wurde, an dem Papierdokumente zunächst gescannt und anschließend im DMS abgelegt werden.

ITM: Wie liefen die nächsten Schritt ab?
Rosenthal:
Im Laufe der Zeit bemerkten wir, dass wir uns doppelte Arbeit machen: Wir produzieren zunächst Papierdokumente – etwa Baupläne oder Auftragsbestätigungen –, um sie anschließend wieder einzuscannen. Von daher riet uns der Dienstleister dazu, im DMS einen digitalen Workflow aufzusetzen, der die Erstellung von Papierdokumenten vermeidet.

ITM: Wie einfach war die Umstellung?
Rosenthal:
Menschen sind bekanntlich Gewohnheitstiere, sodass ich es selbst zunächst als sehr schwierig empfand, auf die gewohnten Papierdokumente zu verzichten. Zudem sollte es im ersten Schritt um die Digitalisierung des Rechnungseingangs gehen. Hier konnte ich mir anfangs nur schwerlich vorstellen, wie Rechnungen durchs Unternehmen wandern und freigegeben werden sollen, ohne ausgedruckt zu werden.

Doch nach den ersten Gesprächen mit unserem Outsourcing-Partner war schnell klar, dass sich diese Prozesse pro­blemlos abbilden lassen. In einem gemeinsamen Workshop wurden dann alle Vorgänge, die wir bislang auf Papier gebracht haben – z.B. Eingangsstempel, Freigabekürzel, Prüf- oder Bezahlstempel – digital im DMS abgebildet. Letztlich werden seit Ende 2014 alle Rechnungseingangsdokumente bei uns direkt gescannt und in den digitalen Workflow übergeben. Da uns überdies immer mehr Lieferanten Rechnungen als PDF-Dateien zusenden, konnten wir das Scanaufkommen mittlerweile deutlich verringern.

„Wir haben in unserem Dokumenten-Management-System (DMS) einen digitalen Workflow aufgesetzt, der die Erstellung von Papierdokumenten vermeidet. Gleichzeitig konnten wir damit Prozesse beschleunigen.“

ITM: Welche DMS-Funktionen spielen eine besonders wichtige Rolle?
Rosenthal:
Bei der Digitalisierung des Posteingangs nutzen wir die Autoindexierung des Systems. Dabei lernt die Software eigenständig, wo sich auf den Rechnungen Datum, Betrag, Rechnungs- und Bestellnummer finden lassen. Anschließend werden die Rechnungen automatisiert an die jeweiligen Sachbearbeiter zur Prüfung weitergegeben.

ITM: Welche Vorzüge brachte die DMS-Nutzung mit sich?
Rosenthal:
Wir können den Rechnungsdurchlauf im Unternehmen in Echtzeit nachverfolgen und so dafür sorgen, dass die Bearbeitung nicht ins Stocken kommt. Dies ist insbesondere für unsere Monatsabschlüsse wichtig. Denn wir arbeiten in der Baubranche mit halbfertigen Produkten, die jeweils am Ende des Monats bewertet werden müssen. Hierfür benötigen die Mitarbeiter der Finanzabteilung zahlreiche verschiedene Positionen, die sie sich in der Vergangenheit noch manuell aus Papierrechnungen zusammensuchen mussten.
Mithilfe des digitalen Workflows konnten wir den Rechnungsdurchlauf im Unternehmen deutlich beschleunigen. Da viele Rechnungen die Leistungen von Subunternehmern umfassen, müssen diese von den jeweiligen Bauleitern vor Ort auf den Baustellen überprüft werden. Da Docuware web-basiert funktioniert, können die Bauleiter nun via mobiler App die Rechnungen von unterwegs aus freigeben.

Dank schnellerer Durchlaufzeiten und besserer Nachvollziehbarkeit kommen wir häufiger in den Genuss von Skonto als früher. Hierfür haben wir sogenannte Stellvertreterregelungen hinterlegt: Sollte ein Mitarbeiter krankheits- oder urlaubsbedingt ausfallen, laufen an dieser Stelle keine Rechnungen auf, sondern werden an entsprechende Kollegen weitergeleitet.

Stimmen schließlich alle offenen Posten, gelangen die Rechnungen automatisch in unsere Buchhaltung. An dieser Stelle hat ikt Gromnitza uns eine direkte Schnittstelle vom Docuware in die Fibu der Firma Addison entwickelt, sodass sich Buchungsstapel generieren und nach Prüfung durch die zuständigen Mitarbeiter auch direkt begleichen lassen.

ITM: Wie hoch ist das Rechnungsaufkommen?
Rosenthal:
Täglich erreichen uns ungefähr 30 bis 40 Rechnungen unterschiedlichster Art. Geht es um die Gewerke unserer Subunternehmer, kann eine Abschlussrechnung durchaus bis zu 40 Seiten lang sein und zig unterschiedliche Positionen umfassen.

ITM: Welche Aufbewahrungsfristen müssen Sie einhalten?
Rosenthal:
Für Rechnungen, Bestellungen und Lieferscheine – d.h. für alle buchhaltungsrelevanten Unterlagen – gilt die gesetzliche Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren. Daneben bewahren wir die Bauakten aller von uns gebauten Häuser auf, sodass auch Unterlagen aus den 70er Jahren vorliegen.

Bei der letzten Betriebsprüfung haben die Wirtschaftsprüfer bereits alle erforderlichen Daten per USB-Stick erhalten. Stand heute liegen uns im Rahmen der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen allein die Dokumente aus drei Jahren in Papierform vor; alles andere wurde bereits digitalisiert.

ITM: Wie viele Mitarbeiter arbeiten aktuell mit dem DMS?
Rosenthal:
Mit Docuware arbeiten bei uns rund 35 Mitarbeiter.

ITM: Wie haben die Mitarbeiter die Digitalisierung der Dokumentenprozesse aufgenommen?
Rosenthal:
Nachdem ich selbst von dem System überzeugt war, konnte ich auch unsere Mitarbeiter dafür begeistern. In der Buchhaltung hat man direkt die Erleichterungen bei der täglichen Arbeit bemerkt, sodass die Mitarbeiter hier sehr aufgeschlossen gegenüber der DMS-Einführung waren. Auch unser Einkaufleiter, der die meisten Materialrechnungen prüfen muss, spürte nach kurzer Einarbeitungszeit eine deutliche Arbeitserleichterung. Da weitere Abteilungen weit weniger Rechnungen prüfen müssen, fiel hier die Resonanz auf die neue Software etwas verhaltener aus.

ITM: Wer profitiert neben der Buchhaltung vom elektronischen Archivsystem?
Rosenthal:
Es ist insbesondere für unser Management ein Segen, da die Geschäftsführer oftmals Informationen aus teilweise sehr alten Bauakten benötigen.

Generell haben wir für jedes Bauprojekt eine sogenannte „Handakte“ in einer Hängeregistratur belassen, dabei bleiben wenige Papierdokumente, z.B. der Haupthausplan und der Kundenvertrag, erhalten. Hintergrund: Unser Kundendienst braucht diese Informationen, wenn bei Bestandskunden An-, Umbau- oder Renovierungsarbeiten anstehen. Dann ist es für die Bauleiter einfacher, große Baupläne in die Hand zunehmen, anstatt sie auf einem Tablet anzusehen.

ITM: Kommt es häufig vor, dass Kunden im Nachhinein umbauen?
Rosenthal:
Ja, hier ist unser Kundenservice gefragt. Er begleitet die baulichen Veränderungen an den Häusern, insbesondere wenn Anwesen verkauft und die neuen Eigentümer modernisieren möchten.

ITM: Wie viele Häuser bauen Sie jährlich?
Rosenthal:
Nach wie vor fertigt unser Familienunternehmen rein manuell. Wir besitzen keine CNC-gesteuerte Produktion, sondern erstellen die Häuser in handwerklicher Kleinarbeit mit ausgebildeten Spezialisten. Jährlich wickeln wir durchschnittlich 50 bis 60 Bauprojekte ab, was von der jeweiligen Größe der Häuser abhängt. So haben wir Einfamilienhäuser mit bis zu 400 Qua­dratmetern Wohnfläche und Bürogebäude im Angebot, die in der Produktion deutlich aufwendiger sind als kleinere Anwesen. Solche Projekte können die Produktion durchaus mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Dabei liefern wir unsere Häuser nicht nur in Deutschland aus, sondern auch in sämtlichen europäischen Ländern sowie in Japan, Russland und den USA.

ITM: Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie insgesamt?
Rosenthal:
Rund 180 Mitarbeiter, wobei ich allein für die IT zuständig bin. Allerdings übernimmt unser externer Dienstleister sowohl den laufenden Betrieb als auch die Umsetzung neuer IT-Projekte.

ITM: Was waren die Treiber für das IT-Outsourcing?
Rosenthal:
Da die IT nicht zu unserem Kerngeschäft gehört, konnten wir diesen Bereich guten Gewissens auslagern. Zu Beginn der Kooperation mit ikt Gromnitza musste sich die Zusammenarbeit – insbesondere mit den Administratoren – zunächst einpendeln. Nach kurzer Zeit funktionierte jedoch alles reibungslos, sodass ich hinsichtlich IT-Fragen immer weniger eingebunden wurde. Ein Beispiel: Hatten unsere Mitarbeiter früher Probleme mit ihrer Soft- oder Hardware, habe ich mich persönlich darum gekümmert. Inzwischen läuft alles über den Servicedesk des Dienstleisters ab.

ITM: Wie sprechen Sie sich mit dem externen Partner ab?
Rosenthal:
Es gibt einen wöchentlichen Wartungstag, an dem wir alle zuvor gesammelten operativen Fragen und Änderungswünsche besprechen. Bei akuten Problemen oder Systemfehlern, die nicht aufgeschoben werden können, hilft der Dienstleister natürlich sofort. Darüber hinaus wird jährlich in einem Roadmap-Gespräch gemeinsam der strategische Fahrplan für das kommende Jahr erarbeitet.

ITM: Wie gehen Sie neue IT-Projekte an?
Rosenthal:
Anstoß für neue IT-Vorhaben erhalte ich oft aus den Reihen der eigenen Mitarbeiter, so hat unlängst unsere Zeichenabteilung als nächstes Projekt das Upgrade unserer CAD-Software angestoßen.

ITM: Welche Pläne verfolgen Sie hinsichtlich des Dokumenten-Managements?
Rosenthal:
Hier steht in naher Zukunft ein Update von Docuware an, das u.a. eine neue Oberfläche beinhaltet. Desweiteren wollen wir mittelfristig weitere Fachbereiche in den digitalen Dokumenten-Workflow einbinden. Auch da wir im Rahmen unseres Schriftverkehrs noch immer einige Papierdokumente produzieren.

ITM: Digitalisieren Sie bislang allein die Rechnungen?
Rosenthal:
Ja, und auch nur die Eingangsrechnungen. Allerdings erstellen wir nicht viele Ausgangsrechnungen – pro Bauprojekt sind dies in der Regel nur vier Rechnungen. Doch auch diese wollen wir in einem nächsten Schritt ins DokumentenManagement-System integrieren.

In Zukunft wollen wir alle Dokumente, die die Bauprojekte betreffen, digitalisieren. Die Kunden erhalten dann am Ende des Hausprojektes eine digitale Bauakte auf USB-Stick oder CD – und nicht mehr wie bisher mehrere Ordner mit Papierdokumenten.

ITM: Wie handhaben Sie Bestellungen und Lieferscheine?
Rosenthal:
Auch diese bilden wir noch nicht ausschließlich digital ab. Vielmehr werden sie nach der Bearbeitung eingescannt und dem elektronischen Archiv zugeführt. Generell wollen wir mit Docuware auch alle weiteren Dokumentenprozesse im Unternehmen abbilden. Es ist unser erklärtes Ziel, nach und nach so viel Papier wie möglich einzusparen und im Zuge dessen, auch Vorgänge neu aufzusetzen, zu vereinfachen und zu beschleunigen.

ITM: Nutzen Sie bereits die Cloud-Computing-Variante des DMS-Anbieters?
Rosenthal:
Nein, vielmehr arbeiten wir mit einer On-Premise-Lösung. Dabei steht der Dokumenten-Server bei uns im Hause, wo er von unserem Dienstleister betrieben wird.

ITM: Befindet sich dort auch die übrige IT?
Rosenthal:
Unsere gesamte IT-Landschaft befindet sich in Elben, sodass wir hinsichtlich Datenschutz und unbefugter Zugriffe auf der sicheren Seite sind. Die ikt-Spezialisten betreuen diese Systeme, wobei sie in den meisten Fällen remote auf die Systeme zugreifen können.

ITM: Wie haben Sie Backup und Hochverfügbarkeit organisiert?
Rosenthal:
Für die Hochverfügbarkeit nutzen wir ein virtualisiertes Netzwerk-Cluster, welches täglich auf einem Backup-Server gesichert wird. Darüber hinaus werden die Daten auf Band gesichert.

Die Davinci Haus GmbH & Co. KG
Über 80 Jahre Holzbautradition – wer die Entwicklung im Baubereich kennt, der weiß, dass dies fast eine Ewigkeit bedeutet. Wie so oft im Fertigbau hat auch bei Davinci Haus alles mit gutem alten Handwerk begonnen: 1936 mit der Gründung eines Sägewerkes durch die Familie Erich Stühn. Sohn Ulrich Stühn leitete bis zum Jahr 2006 gemeinsam mit Anton Hammes die Manufaktur aus dem Westerwald. Heute ist das Unternehmen unter Leitung von Anton Hammes und Sascha Lamberty in vielen wichtigen Musterhauszentren vertreten. In Deutschland, Europa und weit darüber hinaus werden individuelle Traumhäuser für Kunden verwirklicht, wobei rund 50 bis 60 Hauseinheiten Jahr für Jahr die Produktionsstätte in Elben verlassen. 

  • Gründung: 1936
  • Hauptsitz: Elben/Westerwald
  • Mitarbeiter: rund 180
  •  www.davinci-haus.de

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