Absurder Datenschutz?

DSGVO: Angst vor Abmahnungen treibt absurde Blüten

Die neue Datenschutz-Verordnung (DSGVO) dominiert nach wie vor den medialen Diskurs. Was für absurde Züge die Angst vor Abmahnungen inzwischen annimmt, zeigt dabei vor allem eine aktuelle Geschichte. Ein Überblick.

Geschäftsmann in Panik

Datenschutz? In vielen Unternehmen immer noch ein Anlass für Panik – das zeigt auch der aktuelle Pressespiegel zur DSGVO.

Für Petra Brenner, Partnerin bei der internationalen Wirtschaftskanzlei Dentons, ist die Sache relativ klar: Die DSGVO sei ein „Papiertiger“, der Wettbewerbern vor allem ein Druckmittel in die Hand gebe, so ihr Befund in einem Gastkommentar für die „Welt”. Mit Abmahnungen und Beschwerden bei Aufsichtsbehörden könne ein europäisches Unternehmen zusätzlich unter Druck gesetzt werden, heißt es dort weiter.

Claudia Seiring vom „Tagesspiegel” sieht gar eine Verschiebung „weg von ‚gesundem Menschenverstand‘, Herzensbildung und Intuition – hin zu Vorsicht, Ängstlichkeit und Unsicherheit.“ Der Hintergrund: Ein katholischer Kindergarten in Dormagen hat aus Ratlosigkeit und Unsicherheit die Gesichter von Kindern in Erinnerungsalben geschwärzt. Im Blog der Wochenzeitung „Der Freitag“ wird in diesem Zusammenhang gar von einem „vorauseilenden Orwell-Staat in der Kita” gesprochen.

Peter Kurz, Geschäftsführer eines mittelständischen IT-Dienstleisters aus Kiefersfelden, sieht die Sache gelassener. Im Interview mit dem „Oberbayerischen Volksblatt” betont der IT-Experte, dass nun langsam Ruhe einkehre und die DSGVO durchaus als Chance begriffen werden könne. Auch die fairere Wettbewerbssituation im Vergleich mit Unternehmen außerhalb der EU sei ein klarer Vorteil.

Jan Philipp Albrecht, Innen- und Justizpolitischer Sprecher der Grünen Fraktion im Europäischen Parlament, lobt im Interview mit „Spiegel Online“ ebenfalls die internationale Wirkung der Verordnung. Hier sei ein globaler Standard gesetzt worden, so Albrecht.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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