Wenn das Wetter die Produktion und den Umsatz bestimmt

Dünger für die Produktionsprozesse

Die Rauch Landmaschinenfabrik GmbH fertigt Dünge- und Sämaschinen sowie leistungsstarke Winterdienststreuer. Der Absatz unterliegt hohen saisonalen Schwankungen: 50 Prozent des Jahresumsatzes macht Rauch alleine von Januar bis März. Dieser Umstand erfordert ein ERP-System, das die Variantenvielfalt im Saisongeschäft abzubilden vermag.

  • Landmaschinen von Rauch

    Rund 16.000 Landmaschinen konfiguriert Rauch pro Jahr für seine Kunden weltweit.

  • Düngemaschine von Rauch

    Für eine schnelle Auslieferung in Spitzenzeiten hält Rauch auch vorproduzierte Maschinen in den neun Werks- und Konsignationslägern vor.

  • Martin Rauch, Geschäftsführer und ERP-Projektleiter Dominik Heitz

    „Tritt ein Fehler auf, kann man die Ursache schneller ausmachen. Neben dem Reporting hilft uns hier auch die Auditierung. Damit können wir nachvollziehen, welcher Mitarbeiter welche Änderungen vorgenommen hat“, erklärt ERP-Projektleiter Dominik Heitz (re.).

  • Rauch Landmaschinenfabrik

    Rauch Landmaschinenfabrik GmbH mit Sitz in Sinzheim fertigt Düngerstreuer, Winterdienststreuer und Sämaschinen.

Im Frühjahr, wenn die Landwirte düngen und säen, macht der Hersteller von
Streugutmaschinen innerhalb von drei Monaten die Hälfte seines Jahresumsatzes. Je nach Wetter schwanken die Bestellungen von Tag zu Tag. Und die Kunden erwarten, binnen 24 Stunden individuell konfigurierte Maschinen geliefert zu bekommen. Ein derart saisonales Geschäft erfordert, dass viel vorproduziert wird: Während des Jahres fertigt Rauch diverse Schweißbaugruppen auf Vorrat, Bauteile werden teilweise bereits vormontiert.
 
Die kundenanonyme Fertigung vollzieht Rauch bis nach der Oberflächentechnik. Erst mit der Bestellung eines Händlers oder Importeurs kombiniert die Endmontage sämtliche Teile auftragsbezogen zu einer kundenspezifischen Landmaschine. Für eine schnelle Auslieferung in Spitzenzeiten hält Rauch auch vorproduzierte Maschinen in den neun Werks- und Konsignationslägern vor. Um die starke Saisonalität und hohe Variantenvielfalt abzubilden, steuert Rauch seine Prozesse seit Mitte 2015 mit dem ERP-System von Proalpha.

Mehr Ruhe in der Endmontage

Rund 16.000 Landmaschinen konfiguriert Rauch pro Jahr für seine Kunden weltweit. Allein für sein Erfolgsprodukt „Axis“ gibt es fünf Grundgeräte, die sich mit bis zu 25 Baugruppen kombinieren lassen, jeweils mit bis zu zehn Unteroptionen. So stehen für das Streugut beispielsweise unterschiedliche Wurfscheiben und Behälteraufsätze in diversen Höhen zur Wahl, aber auch hochinnovative Messtechnik wie eine intelligente Online-Dosierautomatik, sodass die Streumenge sich sekundenschnell in Abhängigkeit von den augenblicklichen Düngerrieseleigenschaften und der Fahrgeschwindigkeit einstellt.

Über den Produktkonfigurator des ERP-Systems kombiniert der Vertrieb für jeden Kunden Schritt für Schritt die gewünschte Variante: Abschließend erzeugt der Konfigurator einen Produktionsauftrag inklusive der Unteraufträge für die benötigten Baugruppen und Zubehörteile.

Durch die unzähligen Kombinationsmöglichkeiten und ohne vorherige Logikprüfung kam es in der Zeit vor der Nutzung des jetzigen ERP-Systems immer wieder einmal vor, dass Aufträge angelegt wurden, die so nicht umsetzbar waren. Vor allem in den kritischen Wochen im Frühjahr sorgten Konfigurationsfehler für massiv erhöhten Aufwand.

Geschäftsführer Martin Rauch erinnert sich: „Fiel eine unstimmige Kombination erst in der Montage auf, entstand eine regelrechte Kaskade an Rückfragen: zuerst an die Abteilung für Prozessmanagement, um zu überprüfen, ob eine Falscheingabe vorlag; im Zweifel noch einmal an den Vertrieb und eventuell sogar an die Konstruktion. Das war kräftezehrend und vor allem sehr zeitintensiv.“ Nach der Korrektur des Produktionsauftrags musste das Prozessmanagement die Produktionsunterlagen erneut ausdrucken, abstimmen und wieder verteilen. War dann ein Teil nicht vorrätig, wurde hektisch nachproduziert. Heute sorgt der Konfigurator für Prozesssicherheit. Denn es können nur noch sinnvolle und technisch machbare Optionen gewählt werden. Aufgrund der positiven Erfahrungen soll der Konfigurator in Zukunft über ein Web-Portal auch den Händlern angeboten werden.

Volle Transparenz

Für die rund 60 Lieferanten wurde bereits ein Web-Portal eingerichtet. Sie sehen hier nicht nur die Bestellungen, sondern auch den Forecast der Produktionsplanung. Somit weiß ein Lieferant, ob in naher Zukunft weitere Bestellungen geplant sind, und kann auf Lager vorproduzieren. Das verkürzt die Lieferzeiten und ermöglicht auch bei starker Nachfrage einen raschen Abruf. Zusätzlich können die Lieferanten über das Portal jederzeit ihre Stammdaten prüfen, beispielsweise Lieferzeiten oder Kontaktinformationen. Ein weiterer Schritt, um Papier- und E-Mail-Aufkommen zu reduzieren.

Auch sämtliche Reklamationen, Wartungen und Kundenanfragen wickelt Rauch mithilfe die ERP-Software von Proalpha ab. Durch den Einsatz draußen werden die Maschinen stark beansprucht. Dies erfordert eine regelmäßige Wartung und einen guten Kundenservice. Reklamationen werden über das Call-Modul der jeweiligen Seriennummer der Maschinen zugewiesen. Die Call-Verwaltung des ERP-Systems kommt außerdem zum Einsatz, wenn intern Fehler wie Dellen in einem Blech oder Lackfehler erkannt werden. Entdeckt ein Mitarbeiter einen Mangel, öffnet er einen Call. Über die Teilenummern lässt sich jedem Call durch eine Anpassung auch ein Lieferant zuordnen. So können die betroffenen Teile dem Lieferanten als Rücksendung belastet und direkt zurückgeschickt werden. Sollten sich Calls zu einem Bauteil häufen, ist dies leicht auszuwerten, denn alle Daten stehen zentral bereit.

Zusätzliche Informationen zu einer Maschine werden zudem über die Seriennummern im integrierten Dokumenten-Managementsystem gebündelt, beispielsweise Bilder zum Produktions-/Auslieferzustand der Maschine. Die Produktakten enthalten alle relevanten Unterlagen, auch die Calls. So hat jeder Mitarbeiter einen Überblick über den Lebenszyklus jeder Maschine.

Reporting nach Zuschnitt

Für Auswertungen und Gegenprüfungen nutzt Rauch verschiedene ERP-Werkzeuge. Vertrieb und Einkauf arbeiten mit dem Business Cockpit. Interaktive Berichte in Form von Grafiken und Tabellen geben einen schnellen Überblick über Kennzahlen. Komplexere Fragen beantwortet ein interner Datenspezialist mit dem sogenannten Analyzer.Damit lassen sich auch versteckte Zusammenhänge und Datenfehler erkennen.

Insgesamt hat sich die Transparenz im Unternehmen erhöht. „Tritt ein Fehler auf, kann man die Ursache schneller ausmachen. Neben dem Reporting hilft uns hier auch die Auditierung. Damit können wir nachvollziehen, welcher Mitarbeiter welche Änderungen vorgenommen hat“, erklärt ERP-Projektleiter Dominik Heitz. Insgesamt sind zudem laut Geschäftsführer Martin Rauch die Durchlaufzeiten in allen Bereichen wesentlich gesunken.

Bildquelle: Rauch Landmaschinenfabrik GmbH

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