Spezialisierte ERP-Branchen-Software

Dynamics NAV für die Lebensmittelindustrie

Die Walter Rau Neusser Öl und Fett AG hat sich für eine Partnerlösung des ERP-Systems Microsoft Dynamics NAV entschieden, um branchenspezifische Prozesse bestmöglich unterstützen zu können.

  • Walter Rau Neusser Öl und Fett AG

    Die Walter Rau Neusser Öl und Fett AG hat sich für ein branchenspezifisches ERP-System entschieden.

  • Thomas Henkel, Marcel Hamaekers, Walter Rau AG

    Thomas Henkel (li.), für Controlling, Finanzen und IT zuständiges Mitglied der Geschäftsleitung der Walter Rau AG, und IT-Leiter Marcel Hamaekers

  • Walter Rau AG

    Die Walter Rau AG raffiniert pflanzliche Rohstoffe zu hochwertigen funktionellen Ölen und Fetten für Kunden der Lebensmittelindustrie und Systemgastronomie.

Das Unternehmen wurde bereits vor mehr als 100 Jahren gegründet. Heute raffiniert der Neusser Lebensmittelbetrieb mit modernen Verfahren und nach einem durchgängigen Qualitätsmanagement pflanzliche Rohstoffe zu hochwertigen funktionellen Ölen und Fetten für viele namhafte und international agierende Kunden der Lebensmittelindustrie und der Systemgastronomie. Darüber hinaus gibt es weitere Anwendungsbereiche im Non-Food-Segment, in denen ebenfalls hochveredelte pflanzliche Öle und Fette zum Einsatz kommen, etwa bei der Herstellung von Ölkerzen.

Dabei legt das Traditionsunternehmen bei der Produktentwicklung nicht nur Wert auf die optimale Funktionalität der Produkte, sondern auch auf eine ganzheitliche Lösung und kundenindividuelle Rezepturen. Rund 200 Mitarbeiter sind am Produktionsstandort in der Ölmühlen- und Hafenstadt Neuss beschäftigt. Hier bietet sich eine ideale Lage mit direkter Anbindung zu den europäischen Großhäfen und den Rohstoffmärkten in aller Welt. „Wir bedienen unsere Kunden aktiv, spüren neue Märkte auf und sind immer auf der Suche nach innovativen Anwendungsfeldern und kundenindividuellen Lösungen“, erklärt der Vorstand Franz te Baay. Im Umfeld internationaler Großkonzerne hat sich der Mittelständler bewusst seine Flexibilität erhalten, worin die Neusser eine große Stärke sehen.

ERP-System sorgt für Flexibilität

Vor einiger Zeit richtete man im Rahmen eines Führungswechsels im Vorstand seine Geschäftsstrategie neu aus. Das Traditionsunternehmen begriff seine Flexibilität als Chance und legte den Fokus auf die Produktion hochwertiger Spezialitäten, womit auch die Wertschöpfung erhöht werden konnte. Im Rahmen dieser Neuausrichtung wurde ein komplett neues Fundament für die IT auf eine einheitliche Hardwarestruktur aufgesetzt. Die Walter Rau AG steuerte bereits seit geraumer Zeit die Unternehmensprozesse mit einer ERP-Lösung von Microsoft. Ein Argument dafür, Navision auf Basis der neuen Version von Dynamics NAV weiterzuführen, war u.a. das flexible System-Handling, die Integrationsmöglichkeiten der Office- und Sharepoint-Plattform sowie die intuitive Benutzeroberfläche. Auf der Cebit trafen die Entscheidungsträger potentielle ERP-Partner und Anbieter von Dynamics NAV. Es wurden erste Gespräche geführt und fünf Dienstleister in den engeren Auswahlkreis aufgenommen. Die Anbieter wurden nach Neuss zu einer Präsentation und einem Workshop eingeladen, wodurch der Kreis der potentiellen Partner weiter eingegrenzt wurde.

Das Paket, das am besten zu den eigenen Anforderungen passte, bot die Modus Consult AG aus Gütersloh an. Folgerichtig entschied sich das Neusser Lebensmittelunternehmen für Foodvision auf Basis von Dynamics NAV: „Der Aspekt der Zukunftssicherheit war bei unserer Entscheidung von hoher Bedeutung. Wir wollten mit einem Anbieter zusammenarbeiten, der auch in zehn oder 15 Jahren noch am Markt tätig ist und den Support der bei uns eingesetzten  Lösung sicherstellen kann. Wichtig war für uns, dass Modus seit Jahren im produzierenden Lebensmittelbereich erfolgreich ERP-Softwareprojekte abwickelt“, betont Marcel Hamaekers, IT-Leiter bei der Walter Rau AG. So startete der Echtbetrieb mit den Modulen Produktionsplanung, Einkauf, Verkauf, Qualitätssicherung, Logistik, Finanzen & Controlling, Lagermanagement, Instandhaltung und Projektplanung im geplanten Zeitrahmen: „Wir haben quasi eine Vollausstattung von Dynamics NAV bei uns implementiert.“, erläutert Marcel Hamaekers.

Der Mittelständler hatte sich mit dem neuen ERP-System ehrgeizige Ziele gesetzt. Vorhandene Prozessoptimierungspotentiale sollten vollständig ausgeschöpft werden. Besonderer Wert wurde auf die Flexibilität der neuen ERP-Branchenlösung gelegt: „Wer hohe Anforderungen an die Produktqualität stellt, benötigt auch eine leistungsfähige und flexible Branchensoftware“, stellt Franz te Baay klar. So war dem Neusser Traditionsbetrieb u.a. die Abbildung der gesetzlichen Anforderungen zur Chargen-Rückverfolgbarkeit wichtig. „Heute sind Herkunftssicherung und Rückverfolgbarkeit in unserem Betrieb detailliert geregelt. Das gibt unseren Kunden die nötige Sicherheit und Transparenz“, sagt Norbert Schlüter, Leiter der Qualitätssicherung des Mittelständlers. Die spezialisierte ERP-Branchensoftware ermöglicht die lückenlose Rückverfolgung und transparente Qualitätssicherung entlang der Wertschöpfungskette. Die durchgängige Integration in alle betrieblichen Prozesse ermöglicht zudem die Online-Erfassung und -Verarbeitung der Daten im Betriebsablauf und garantiert den lückenlosen Nachweis aller Herkunftsdaten innerhalb des ERP-Systems.

Warenwirtschaft komplett abgebildet

Die neue Warenwirtschaft bietet eine integrierte Informationsverarbeitung über die Bereiche Beschaffung, Lager, Produktion, Finanzbuchhaltung und Controlling. Bei der Auftragserfassung werden die Aufträge sofort ins ERP-System übertragen. Die Auftragsdaten werden online und ohne Zeitverzögerung an die Produktion übermittelt, woraufhin eine Einplanung des Auftrages sowie die Festlegung des Liefertermins erfolgt. Auf Grundlage dieser Informationen wird dann eine Auftragsbestätigung erstellt, der Auftrag eingeplant und terminiert. Alle erforderlichen Daten werden in die Materialbereitstellungsliste aufgenommen, damit die benötigten Rohstoffe zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitgestellt und vom Lager zugeführt werden können. Der Mittelständler realisiert mit dem branchenspezifischen ERP-System eine spürbare Produktivitätssteigerung durch die optimale Planung der aktuellen Bedarfsdeckung und die kurzfristige Engpassbeseitigung, berichtet Marcel Hamaekers. Die ERP-Lösung umfasst auch eine leistungsfähige Anlagenintegration. Darüber können die Maschinen und Anlagen der Neusser Ölmühle optimal integriert und die Daten direkt vor Ort erfasst und schnellstmöglich weiterverarbeitet werden. Ein Beispiel ist die Anbindung der Desodorierungsanlage – kurz „Deso“ genannt. Hier findet der letzte Schritt der Raffination statt, bei dem unerwünschte Geruchs- und Geschmacksstoffe abgetrennt werden. Produktionsparameter werden dabei systemisch erfasst, zurückgemeldet und ausgewertet, um den hohen Qualitätsstandard der Produkte sicherzustellen.

Um Mitarbeiter, Maschinen und Materialien möglichst effizient planen und einsetzen zu können setzt die Ölmühle auf ein grafisches Produktionsplanungs- und Plantafelsystem, das Modus Consult mitlieferte. Die Lösung lässt sich – wie auch das für NAV-zertifizierte Instandhaltungsplanungsmodul (IPS-System) der GLI Business Solutions GmbH – in Dynamics NAV integrieren. Mit der Plantafel kann bereits in der Produktionsplanung die Auslastung verdichtet und eine optimale Produktionsreihenfolge festgelegt werden. Die kontinuierliche Betriebskontrolle während des Produktionsprozesses garantiert die Einhaltung relevanter Kennzahlen und Parameter und ermöglicht die systemgerechte Steuerung durch das Fachpersonal. Durch die direkte Koppelung der Maschinen und Anlagen mit dem ERP-System über das Prozessleitsystem werden Daten wie Menge und Temperatur automatisiert und kontinuierlich ausgetauscht. Die Software berechnet wie viel Rohstoffe und Hilfsmittel verbraucht werden, welche Kundenaufträge zusammengefasst werden können, um parallel optimale Produktionslosgrößen und die Just-in-time-Lieferung zu realisieren und berechnet die für einige Öle notwendigen Standzeiten. Bei Bedarf kann nachjustiert und so die Produktqualität verbessert werden. „Transparente und zeitgerechte Kostenkontrolle, Einhaltung der Qualitätsanforderungen, Anlagenverfügbarkeit, bedarfsgerechte Kommunikations- und Informationsverteilung sowie die Integration paralleler Systeme sind die Ziele, die wir gemeinsam mit unseren IT-Partnern umgesetzt haben “, fasst Thomas Henkel, für Controlling, Finanzen und IT zuständiges Mitglied der Geschäftsleitung, abschließend zusammen.

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