IFS World Conference in Göteborg

ERP-Anbieter hat das Internet der Dinge im Blick

Der schwedische ERP-Anbieter IFS hatte vom 25. bis 27. Oktober 2016 zur World Conference geladen. Den Anwendern, die dem Ruf nach Göteborg gefolgt waren, wurden etliche Neuerungen präsentiert, die ihnen den Weg ins Internet der Dinge und hin zur Nutzung neuer Datenströme im Rahmen durchweg digitaler Geschäftsprozesse erleichtern sollen.

  • ERP-Anbieter IFS

    Vom 25. bis 27. Oktober 2016 hatte der schwedische ERP-Anbieter IFS zur World Conference nach Göteborg (Foto: Hafen) geladen.

  • ERP-Anbieter IFS

Eines brachte die Veranstaltung in Schweden klar zutage: IFS ist bestrebt, die großen Schlagworte der jüngeren Vergangenheit, „Digitale Transformation“ und „Internet der Dinge (Internet of Things, IoT)“, mit konkreten Inhalten zu füllen. Das zeigen zum einen die Vorträge über die Projekterfahrungen diverser Anwenderunternehmen, darüber hinaus aber auch die Produktankündigungen.

Derer gab es gleich mehrere: Der IoT Business Connector beispielsweise soll Unternehmen als sogenannte „End-to-End“-Architektur dazu befähigen, ihre IoT-Pläne in anwendbare Maßnahmen zu gießen. Das heißt: Daten von Anlagen, Maschinen und Geräten sollen genutzt werden, um umsetzbare Erkenntnisse zu gewinnen und damit benutzerdefinierte, automatisierte oder halbautomatische Workflows in der IFS-Unternehmenssoftware anzustoßen. Laut Anbieter bietet das aus drei Komponenten bestehende Tool eine Plug & Play-Anbindung an die Microsoft Azure IoT-Suite, die eben jene Kommunikation mit den Anlagen und Maschinen sowie für die Datenanalyse ermöglicht. Zudem verfügt der Connector über offene Schnittstellen zu Produkten von Drittanbietern, um möglichst viele Datenquellen einbinden zu können. Alles andere wäre auch kontraproduktiv, schließlich sollen ja alle Komponenten miteinander vernetzt werden.

Diverse Neuentwicklungen

Auch eine neue Version der Lösung Enterprise Operational Intelligence (EOI) wurde angekündigt. Neben verbesserten Visualisierungsoptionen und einer Plug & Play-Anbindung an das eigene ERP-System spielt auch hier wieder das Internet of Things entscheidend hinein. So lassen sich im Zusammenspiel mit dem IoT Business Connector die aus den IoT-Lösungen gewonnen Erkenntnisse in Bezug zu Geschäftsstrategie, Zielen und Performance setzen. Was sich ein wenig nach Beraterdeutsch anhört, soll letztlich aber dazu führen, dass die Mitarbeiter in der Produktion eigenständig Entscheidungen in Echtzeit treffen können, wenn bestimmte Umstände dies erfordern. Die Hierarchiekette wird somit entscheidend verkürzt.

Ein Schwerpunkt in der Produktstrategie des schwedischen Software-Anbieters ist seit geraumer Zeit der Mobility-Aspekt. Hier hat man sich mit dem bereits 2012 erfolgten Zukauf von Metrix ein wichtiges Standbein im Bereich Field Service Management gesichert. Weil man so früh dran gewesen sei, könne IFS seinen Kunden heute eine erprobte und leistungsfähige Software für die Anbindung mobiler Servicemitarbeiter liefern, hieß es in diversen Vorträgen von Verantwortlichen.

Verändertes Update-Konzept

Ebenso hoben die Vortragenden einige weitere wichtige Punkte hervor, beispielsweise hinsichtlich der Update-Strategie: In Zukunft soll es anstelle der bislang üblichen größeren Service Packs und der immer wieder erfolgenden Patches feste, vierteljährliche Updates geben. Diese sollen, so die Versprechung viel billiger sein als das bisherige Modell.

Insgesamt scheinen IFS-Kunden eine hohe Loyalität an den Tag zu legen. Immerhin 87 Prozent der Anwender würden ihre Software laut einer anbieterinternen Befragung anderen Anwendern weiterempfehlen – ein im Vergleich bemerkenswerter Wert. Immerhin 200.000 User sind bis jetzt schon auf die neueste Version Applications 9 umgestiegen, die – nebenbei bemerkt – bereits In-Memory-Funktionen beinhaltet.

Damit der gute Wert in Sachen Kundenbeziehung erhalten bleibt, wollen die Schweden nach den Worten von CEO Alastair Sorbie auch weiterhin 10 Prozent der Einnahmen in die Weiterentwicklung der Software-Produkte investieren und ihr Partnernetzwerk verstärkt ausbauen. Dass das Unternehmen bereits vor einiger Zeit von dem ebenfalls schwedischen Private-Equity-Unternehmen EQT übernommen worden war, spielte unter den Anwendern keine große Rolle. Ein Zeichen dafür, dass der Investor nicht am schnellen Geld interessiert ist, sondern eine langjährige Strategie im Sinne der ERP-Kunden verfolgt.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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