Produktionsprozesse überblicken

Industrie 4.0-Prozesse benötigen ERP-System

Welche Voraussetzungen ein ERP-System erfüllen muss, um moderne Produktionsprozesse unterstützen zu können, berichtet Christian Biebl, Geschäftsführer von Planat.

Christian Biebl, Planat

„ERP ist das nötige Gehirn, um Industrie 4.0 erfolgreich umzusetzen", so Christian Biebl, Planat.

ITM: Herr Biebl, welche Rolle spielt das ERP-System bei der Realisierung von Industrie 4.0?
Christian Biebl:
Das ERP-System hat eine sehr zentrale Rolle und verwaltet alle Daten, steuert zudem vernetzte Bereiche der Produktion – Maschinen, Anlagen und Werkzeuge. Sämtliche digitalisierten Abläufe in der Wertschöpfungskette können über ein ERP-System dargestellt und betrieben werden. ERP ist das nötige Gehirn, um Industrie 4.0 erfolgreich umzusetzen und auch nötig, um die einzelnen Schritte wirklich erfolgreich umzusetzen. In einem ERP-System laufen also sämtliche Fäden zusammen, die für die Prozesse eine Rolle spielen.

ITM: Welche Voraussetzungen muss ein ERP-System erfüllen, um moderne Produktionsprozesse zu unterstützen?
Biebl:
Es kommt zunächst auf die intelligenten Vernetzungsmöglichkeiten an. Dazu müssen alle aktuell benötigten Schnittstellen unterstützt werden, und Erweiterbarkeit für die Zukunft ist ebenso wichtig. Ein ERP-System muss zudem eine intelligente Vernetzung von Produktentwicklung über Produktion und Logistik bis hin zum Produkteinsatz bieten und auch Prozesse wie den zugehörigen Service und Wartungsaspekte verbinden. Natürlich sind auch Bausteine wie Unternehmensmanagement und die Koordination mit Marktbedingungen ein wichtiger Baustein für den erfolgreichen Einsatz von ERP in der Industrie 4.0.

ITM: Sind die derzeit von mittelständischen Betrieben im Einsatz befindlichen Systeme darauf vorbereitet? Wo sind Veränderungen oder Updates notwendig?
Biebl:
Betriebe, die ein modernes ERP-System betreiben, das auch noch stetig weiterentwickelt wird – also Updates erhält – sind darauf vorbereitet. Ein wichtiges Kriterium ist hier der Betrieb eines Systems, das nicht auf eigenen, spezifischen Entwicklungen basiert. Diese Systeme sind meist völlig veraltet, nicht kompatibel, und auch nicht geeignet, neue Technologien damit zu betreiben. Standards sind also zu favorisieren, sie sind bewährt und gewährleisten eine hohe Kompatibilität mit anderen Technologien.

Was muss im Hinblick auf Sicherheitsanforderungen beachtet werden?
Biebl:
Der sensible Umgang mit Daten ist auch hier Pflicht. Mit zunehmender Vernetzung steigen auch die Sicherheitsanforderungen, im Idealfall werden die Sicherheitsaspekte direkt bei der Digitalisierung der Prozesse mit einbezogen. Stetige Kontrolle von Zugangsberechtigungen, Schutz vor Eindringlingen und andere Maßnahmen sind natürlich dennoch entscheidend wichtig. Es gilt: Nur wer wach ist und stetig kontrolliert, kann sich schützen.

Welche Funktionen übernimmt das ERP im Rahmen von Industrie 4.0?
Biebl:
ERP-Systeme sind das Rückgrat der Wertschöpfungskette in Industrieunternehmen, steuern die vernetzten Komponenten und Prozesse. Das bietet nicht nur enorme Transparenz, sondern auch Sicherheit im Prozessmanagement, zudem kann die Effizienz durch die transparente Fertigung erhöht werden.

Sind im Zuge der Verbreitung von Industrie 4.0 zwischen ERP und MES überhaupt noch Systemgrenzen zu identifizieren?
Biebl:
Systemgrenzen werden zunehmend fließend, alles ist mit allem digital vernetzt. Der Effizienz und Transparenz kommt das zugute, die Risiken steigen dadurch nicht drastisch an im Vergleich zu den bisherigen Inselsystemen. Unternehmen können durch die Vernetzung eine völlig neue Effizienz gewinnen.

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