Seriennummern lückenlos zurückverfolgen

ERP unterstützt Hersteller von Anhängern

„Just in time“ heißt der Zauberbegriff in der Fahrzeugbranche. Hersteller beziehen Lieferanten und Kunden direkt in die Geschäftsprozesse mit ein – von der Auftragsannahme bis über die Auslieferung hinaus. Kfz-Fabrikanten stehen in der Pflicht, Seriennummern ausgelieferter Fahrzeuge lückenlos zurückzuverfolgen. Die Stema GmbH bildet diesen komplexen Prozess mit ihrem ERP-System detailliert ab.

  • Michael Götze, IT-Leiter Stema, gibt im Interview weiter unten Auskunft zur IT.

  • Der Hersteller für universelle Pkw-Anhänger und Transport­lösungen fertigt sowohl für den Privat- als auch Profibedarf.

Das dichte Händlernetz in Deutschland und der europaweite Vertrieb sind die Schlüssel zum Erfolg der Stema Metallleichtbau GmbH: Bereits seit 1969 ist das Unternehmen auf die Herstellung von Fahrzeuganhängern spezialisiert. Im eigenen Land hält der Marktführer einen Anteil von 36 Prozent. Sou.matrixx, die ERP-Software der Ibees GmbH, einem Unternehmen der Sou-Gruppe, unterstützt den Mittelständler seit 1996 bei der Durchführung seiner Geschäftsprozesse.

Zunächst hatte Stema „AFPS 3“ für die vertriebliche Abwicklung und für die Pflege der Kunden- und Artikelstammdaten eingeführt. Später wurde die Produktionsplanung und -steuerung (PPS) zu einem ERP-System erweitert. Für die Verwaltung seriennummerpflichtiger Produkte passte Ibees eigens eine Betriebsdatenerfassung (BDE) an. Ebenso implementierte der Software-Hersteller eine maschinendatenerfassung-gestützte (MDE) Kommissionierung für seriennummerpflichtige Artikel und Funktionalitäten für Druck und Verwaltung von Kfz-Briefen.

Mit der Zeit stießen die Kapazitäten der bisherigen ERP-Lösung an ihre Grenzen. Die veraltete Datenbanktechnologie stammte noch aus den frühen 1990ern. Für die Anforderungen von Stema war es notwendig, externe Software wie die Finanzbuchhaltung oder die Software des Paketdienstes GLS ins ERP-System einzubinden. Die jahrelangen Erfahrungen mit AFPS 3 unterstützten die Entscheidung für Sou.matrixx. Bei der neuen ERP-Software können alle Funktionsabläufe mittels eines Workflow-Management-Systems gesteuert werden.

Das web-fähige System erlaubt die Einbindung einer Betriebsdatenerfassung für seriennummerpflichtige Produkte sowie die Ankopplung einer mobilen Datenerfassungseinheit für das Kommissionieren bzw. Verladen der Produkte. Externe Software lässt sich über standardisierte Schnittstellen integrieren. Verständliche Symbole im Windows-Stil erleichtern den Umgang mit dem System.

Optimierung der Fertigungs- und Geschäftsprozesse

Der Migration vom alten auf das neue ERP-System war eine konkrete Analyse des Ist-Zustands vorausgegangen. Alle Funktionen und Besonderheiten des Anhängerherstellers sollten sich im Standardsystem abbilden lassen. Nach einer Probemigration und ausgiebigen Testphase fiel der Startschuss für das neue ERP-System. Es bietet gegenüber dem Vorgängermodell verschiedene Plug-ins und standardisierte Schnittstellen zur Einbindung externer Software. Das JDBC-Interface ermöglicht den standardisierten Zugriff auf andere Datenbanken. Klare ERP-Reports veranschaulichen die Planung und lückenlose Überwachung der Anhängerproduktion vom Auftragseingang bis zur Auslieferung.

Die Anwender fanden sich nach internen Schulungen schnell mit der neuen ERP-Umgebung und den Anpassungen zurecht. „Gelungen ist die Navigation über die Verlinkung der Datenfelder in den Masken und Auswertungen“, berichtet der IT-Verantwortliche Michael Götze. Weiterhin schätzt er die Möglichkeit, das ERP um externe Plug-ins zu erweitern. „Als neue Funktionalität wird das System in Kürze die Steuerung einer Prägelösung zum Prägen von Typenschildern und Seriennummern realisieren.“

Die Stema ­Metalleichtbau GmbH
Branche: Fahrzeugbau und Zulieferindustrie/Kraftwagen und Kfz-Teile
Standort: Großenhain (Sachsen)
Gründungsjahr: 1951
Gesamtmitarbeiterzahl: 121 Mitarbeiter und 11 Auszubildende
Zahl der IT-Mitarbeiter: 2
Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr: 23,781 Mio. Euro (netto)

Kurz und knapp: Michael Götze, IT-Leiter Stema, gibt Auskunft

In unserem Unternehmen sind …
… Vernetzung und Informationsfluss wichtige Faktoren, um die richtigen Waren oder Dienstleistungen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu haben. IT ist in allen Bereichen der Firma vorhanden. Es sind nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Maschinen vernetzt – und jeder Bereich ist auf Informationen aus anderen Bereichen angewiesen.

In unserer Branche muss IT-seitig …
… einerseits in eine möglichst leistungsfähige, stabile, sichere und ausfallsichere IT-Infrastruktur investiert werden. Andererseits benötigt man auf verschiedene Problemstellungen hin spezialisierte, flexible Software-Lösungen.

Die notwendigen Mittel vorausgesetzt würde ich sofort …
… die Einführung einer software-gestützten Fertigungsfeinplanung anstoßen.

Von ITK-Anbietern für den Mittelstand erwarte ich …
… die wohl knappste Ressource im Mittelstand – nämlich Personal. Entsprechend gering fällt – im Vergleich zu Großunternehmen – der Grad der Spezialisierung der einzelnen Stellen aus. IT-Anbieter, die den Mittelstand bedienen wollen, sollten also robuste, durchdachte, ausgereifte und nicht unnötig komplexe Produkte anbieten.

Optimaler Support zeichnet sich dadurch aus, dass …
… man die Möglichkeit hat, sein Problem zeitnah im direkten Kontakt mit einer kompetenten Person zu klären und dass  schnell Lösungen für das entsprechende Problem zur Verfügung gestellt werden. 

Bildquelle: Stema

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