24.01.2018 Digitale Lernformate

Fast jeder Zweite bildet sich online weiter

45 Prozent der Bundesbürger nutzen digitale Lernmittel zur privaten Weiterbildung, wie eine Umfrage des Hightech-Verbands Bitkom jüngst ermittelte.

Digitales Lernen

Viele Bundesbürger nutzen digitale Lernformate, um sich weiterzubilden.

Smartphone-Apps, Online-Vorlesungen und Webinare sind für viele eine praktische Alternative zu klassischen Weiterbildungsformaten wie Volkshochschulkursen oder Fachbuchlektüre. Knapp die Hälfte der Bundesbürger (45 Prozent) hat bereits digitale Lernformate genutzt, um sich privat weiterzubilden. Jeder Fünfte (20 Prozent) lernt laut Studie mit kostenpflichtigen Angeboten.

Die Bereitschaft, für digitales Lernen zu zahlen, ist am größten bei Nutzern von Blended-Learning-Formaten (77 Prozent), d. h. einem kombinierten Angebot aus Präsenzveranstaltungen und einem digitalen Lernformat. Auch Nutzer von Lern-Apps für Smartphone und Tablet wie Babbel (75 Prozent) und von interaktiven E-Books (64 Prozent) geben dafür mehrheitlich Geld aus, seltener ist das der Fall bei PC-Lernprogrammen und -spielen (22 Prozent) und Online-Kursen (15 Prozent). So lauten weitere Ergebnisse der Befragung von 1.010 Bundesbürgern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Individuell angepasste Lernangebote

Für Nutzer digitaler Lernformate liegen die Vorteile auf der Hand. Neun von zehn (87 Prozent) schätzen besonders, sich dank digitaler Technologien immer und überall weiterbilden zu können. Sechs von zehn (59 Prozent) sind überzeugt, mit digitalen Formaten schneller und zielgerichteter zu lernen, heißt es. Und immerhin vier von zehn (43 Prozent) meinen, dass digitales Lernen mehr Spaß macht als klassische Lernformate. „Digitale Angebote sind viel leichter in den Alltag zu integrieren und steigern Motivation und Lernerfolg. Nie war es einfacher, unabhängig von Zeit und Ort zu lernen – etwa auf Bahnfahrten, im Wartezimmer oder in der Mittagspause“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Zudem können die Inhalte besser und zielgerichteter vermittelt werden. Neue Technologien wie das sogenannte adaptive Learning passen das Lernangebot genau an den individuellen Wissensstand und Lernfortschritt des Nutzers an.“

Allgemein gebe es große Bereitschaft, sich privat weiterzubilden. Drei von vier Bundesbürgern (76 Prozent) nutzen private Weiterbildungsangebote, sei es in klassischen oder digitalen Formaten. Berg: „Eine gute Qualifikation und die Bereitschaft zu einer stetigen Weiterqualifizierung sichern langfristig Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ermöglichen Teilhabe in der digitalen Welt. Dieses Potential müssen wir heben, indem Politik und Wirtschaft bessere Voraussetzungen für lebenslanges und informelles Lernen schaffen.“

Bildquelle: Thinkstock/Moodboard

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