SSDs im Mittelstand

Flash-Speicher - Preis als Hemmnis

Interview mit Sigrid Siebert, Geschäfts­führerin der Datam Services GmbH, über Flash-Speicher in mittelständischen Betrieben

Sigrid Siebert, Geschäfts­führerin der Datam Services GmbH

Sigrid Siebert, Geschäfts­führerin der Datam Services GmbH über Flash-Speicher im Mittelstand: "Aktuell ist sicher der Preis noch ein Hemmnis. Allerdings wird dieses kleiner, weil die Preise tendentiell sinken."

ITM: Frau Siebert, benötigt der Mittelstand Flash-Speicher?
Sigrid Siebert:
Ja, gerade der dynamische Mittelstand hat die Anforderung, die Speicherlösung nicht nur an den wachsenden Kapazitätsbedarf, sondern an die vorhandenen Geschäftsprozesse anzupassen. Auch wir setzen daher auf Flash-Ergänzungen in unsere bestehende IT-Infrastruktur.

ITM: Welche Vorteile ergeben sich dadurch?
Siebert:
Durch den kombinierten Einsatz aus traditionellem Speicher und Flash-Speicher lässt sich die Geschwindigkeit und Effizienz der gesamten IT-Infrastruktur verbessern.

Gerade dort, wo sich Geschäftsprozesse beschleunigen und damit Vorteile erzielen lassen, wie etwa im Customer Service und BI-Analyse Systemen, punkten Flash-Speicher und spielen ihre Überlegenheit aus. Auch im Hinblick auf die Themen Big Data, Social Media (unstrukturierte Massendaten) kann man schneller auf geänderte Marktanforderungen reagieren und neue Geschäftsmodelle und Applikationen aufsetzen.

ITM: Wo sehen Sie noch Hemmnisse für den verbreiteten Einsatz?
Siebert:
Aktuell ist sicher der Preis noch ein Hemmnis. Allerdings wird dieses kleiner, weil die Preise tendenziell sinken. Bekannte Schwächen, an denen seitens der Hersteller schon gearbeitet wird, sind Haltbarkeit und Lebensdauer.

ITM: Wie gestaltet sich die Integration in bestehende IT-Landschaften?
Siebert:
Einzelne Flash-Systeme lassen sich ohne Probleme in vorhandene Speicherlandschaften integrieren. Es macht jedoch Sinn, die Speicherarchitektur insgesamt zu analysieren. Ziel sollte ein Speicherkonzept sein, das die Performance der Flash-Speicher ausnutzt und mit den traditionellen Plattensystemen optimal nach wirtschaftlichen und technischen Anforderungen verknüpft.

ITM: Lassen sich sämtliche Daten auf Flash speichern, oder sollte selektiert werden?
Siebert:
Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten macht es Sinn zu selektieren. Daten mit hohen Zugriffsraten sollten tendenziell im Flash-Speicher liegen. Daten mit niedrigen Zugriffsraten oder Backup in kostengünstigere Plattensysteme.

ITM: Wie schätzen Sie die derzeitige Marktsituation für Speicherlösungen – speziell für kleine und mittelständische Unternehmen – ein?
Siebert:
Der Bedarf ist mit Sicherheit vorhanden – letztendlich fällt der Skalierbarkeit eine zentrale Bedeutung zu. Die Kosten, die erst nach der Anschaffung für Betrieb und Wartung entstehen, stellen für ein mittelständisches Unternehmen, das mit schlanken Strukturen arbeitet, einen überlebenswichtigen Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit dar.

Bei der Konfiguration maßgeschneiderter Speicherlösungen gilt es eine Vielzahl von Parametern wie Skalierbarkeit, Konsolidierung, Kosten, Funktionalität, Performance, Ausfallsicherheit und nicht zuletzt die Servicekomponente des Anbieters unter einen Hut zu bringen. Da ist die Auswahl des Partners entscheidend.

ITM: Welche speziellen Anforderungen haben Mittelständler in Bezug auf Speicherkonzepte?
Siebert:
Gerade der dynamische Mittelstand hat die Anforderung, die Speicherlösung nicht nur an den wachsenden Kapazitätsbedarf, sondern an die vorhandenen Geschäftsprozesse anzupassen.

ITM: Gibt es eine Alternative zu Flash-Speicher, die Sie Mittelständlern empfehlen würden?
Siebert:
Ein Trend geht dahin, dass gerade kleine und mittelständische Unternehmen zur Datenspeicherung und Daten-Archivierung Cloud-Dienste nutzen und keine eigene Infrastruktur mehr aufbauen. Cloud-Dienste bieten eine Reihe von Vorteilen: die vorhandenen, professionellere Infrastrukturen des Anbieters reduzieren die unternehmenseigenen Aufwendungen für Kauf, Betrieb und Aktualisierung von IT-Strukturen. Hinzu kommen permanent sichere und standortunabhängige Zugriffsmöglichkeiten. Auch neue Geschäftsmodelle lassen sich schnell und flexibel implementieren. Bei der Wahl des Cloud-Dienstleister empfiehlt es sich darauf zu achten, dass dieser die Speicherdienste in Deutschland unter Einhaltung deutscher und europäischer Datenschutzrichtlinien anbietet.

ITM: Welche Zukunft sagen Sie der Festplatte voraus?
Siebert:
Sie wird sicher längere Zeit dort überleben, wo es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten Sinn macht.

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