Netzwerk-Monitoring

Flickenteppich adé

Die IT ist in sehr vielen mitelständischen Unternehmen längst geschäftskritisch. Umso wichtiger ist ein durchdachtes Monitoring-Konzept, das die IT-Infrastruktur im Auge behält, erklärt Gabriel Fuglii, Team Manager EMEA der Paessler AG, im Interview.

Gabriel Fuglii, Team Manager EMEA der Paessler AG

Gabriel Fuglii, Paessler AG

ITM: Herr Fugli, worauf sollten Mittelständler anno 2020 bei einer modernen Monitoring-Lösung achten?
Gabriel Fugli:
Ein strukturiertes Monitoring-Konzept ist unabdingbar. Statt Einzellösungen empfiehlt sich daher ein zentrales Monitoring-System, das Hardware, virtualisierte Umgebungen und Applikationen ebenso überwacht wie Bandbreiten und Netzwerk-Traffic. Es sollte folgendes bieten:

  • Umfassende Monitoring-Features für die herstellerunabhängige Überwachung von Geräten, Applikationen und Bandbreiten
  • Vordefinierte Abfragen für Einsatzbereiche wie virtualisierte Umgebungen, Webseiten, Datenbanken, Speichersysteme etc.
  • Unterstützung gängiger Protokolle wie SNMP, WMI, Flow, Packet Sniffing, FTP, HTTP etc.
  • Out-of-the-Box-Unterstützung der gängigsten Hard- und Softwareprodukte von Herstellern wie Cisco, VMware, Microsoft etc.
  • Zentrales Monitoring verteilter Standorte
  • Zentrale, individuell konfigurierbare Dashboard-Option
  • Alarmierungs- und Reporting-Funktionen
  • Einfache Installation, Konfiguration und Wartung

ITM: Wie ist gerade der Mittelstand aus Ihrer Sicht hier aufgestellt und können Sie Ihre Einschätzung kurz begründen?
Fugli:
Auch in kleinen und mittleren Betrieben ist die IT längst ein geschäftskritischer Faktor und oft schon über das Unternehmensgebäude hinausgewachsen. Funktionierende und performante Applikationen sind wesentliche Voraussetzungen für einen reibungslosen Geschäftsbetrieb. Verantwortliche müssen laufend über den Zustand der IT-Infrastruktur informiert sein, um im Störungsfall umgehend reagieren zu können.

Vielen mittelständischen Unternehmen fehlt jedoch oft ein strukturiertes Monitoring-Konzept. Vielmehr wird für jedes konkrete Problem – unerklärliche Abstürze der Firewall, ungewöhnlich hoher Netzwerk-Traffic o.Ä. – ein eigenes Tool installiert. So entsteht ein Flickenteppich aus Lösungen, der singuläre Probleme vielleicht kurzfristig löst, aber auch hohe Kosten und gesteigerten Arbeitsaufwand für all diese Tools mit sich bringt – zulasten eines zentralen Überblicks. Das erschwert das Erkennen komplexer Zusammenhänge und schränkt die Möglichkeiten ein, die Monitoring zum Beispiel hinsichtlich Kapazitätsplanung und Trendanalyse bieten kann.

ITM: Ihr Unternehmen bietet Monitoring-Lösungen für Unternehmen diverser Größen an – was unterscheidet eine Lösung, die sich für KMU eignet, von solchen, die sich an Großkonzerne richten?
Fugli:
Das besondere an unserer Netzwerk-Monitoring-Lösung ist, dass jede Lizenz – auch die kleinste – alle Features enthält. Bei wachsendem Bedarf kann über ein einfaches Upgrade auf eine Lizenz mit mehr Sensoren für größere Umgebungen gewechselt werden. Dadurch passt PRTG für Unternehmen jeder Größe. Für sehr große IT-Infrastrukturen ab etwa 1000 zu überwachenden Geräten kann es sinnvoll sein, auf unsere Subscription-Lizenz zu wechseln, die mit dem ITOps Board ein Enterprise-Dashboard bietet. Als Teil von Paessler PRTG Enterprise Monitor erweitert ITOps Board die PRTG Installation um eine serviceorientierte zentrale Übersicht über mehrere zugehörige Server.

ITM: Wie kann gewährleistet werden, dass ein Monitoring-Programm das bewachte System nicht zusätzlich belastet?
Fugli:
Unser Network Monitor ist agentenlos, weshalb auf den zu überwachenden IT-Komponenten keine Software installiert werden muss. Die Abfrage über den jeweiligen Gerätezustand erfolgt über sogenannte Remote Probes. Vor der Installation sollten IT-Administratoren aber natürlich die Systemanforderungen für den Server beachten, auf dem PRTG installiert werden soll.

ITM: Welche Vorteile bieten Open-Source-Lösungen beim Monitoring?
Fugli:
Die Installation einer Open-Source-Lösung ist zunächst kostenlos und erlaubt maximale Individualisierung des Monitorings. Solch ein Tool kann eine gute Lösung sein, wenn ein Unternehmen IT-Administratoren hat, die genug Zeit für die Implementierung und Bedienung mitbringen. Da Netzwerke „lebende Wesen“ sind, muss das Monitoring stets entsprechend angepasst werden. Mit einer Open-Source-Lösung kann Monitoring zu einem Vollzeit-Job werden. Um dem IT-Team die Möglichkeit zu geben, lieber Zeit in die Netzwerk-Optimierung zu investieren, lohnt sich der Griff zu einer kommerziellen Lösung meist. Auf kreative Individualisierungen müssen Admins aber auch bei PRTG nicht verzichten, da die Einbindung eigener Skripte möglich ist.

ITM: Auch im Mittelstand geht der Trend zur Cloud – was spricht aus Ihrer Sicht für/gegen Cloud-Monitoring-Lösungen?
Fugli:
Ein Vorteil einer Cloud-Monitoring-Lösung ist, dass keine dedizierte Hardware notwendig ist. Der Admin braucht keine Ressourcen außer einem Internetzugang. Auch um Wartung und Updates muss er sich so nicht kümmern. Finanziell kann eine Cloud-Monitoring-Lösung ebenfalls attraktiv sein, da statt einer größeren Anfangsinvestition monatlich gezahlt wird. Allerdings fühlt sich nicht jedes Unternehmen wohl bei dem Gedanken, Monitoring-Daten in der Cloud zu speichern. Bei Paessler überlassen wir dem Kunden die Wahl: Wir bieten sowohl eine Kauflizenz an, die der Administrator auf einem firmeneigenen Server installiert, als auch eine von uns gehostete Cloud-Lösung.

Bildquelle: Paessler AG

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