Fibu im Mittelstand

„Freeware ist keine Alternative!“

„Freeware ist im Bereich der Finanzsoftware für ein mittelständisches Unternehmen keine Alternative“, betont Angelika Benes. Schließlich müsse eine Finanzbuchhaltung immer den GoBD entsprechen, so die Geschäftsführerin der Syska GmbH im Interview.

Angelika Benes, Syska

„Die Fibu-Lösung muss die individuellen Anforderungen des Unternehmens erfüllen. Ausschlaggebend ist ihre hohe Integrationsfähigkeit in andere Branchensoftware“, betont Syska-Chefin Angelika Benes.

ITM: Frau Benes, welche Faktoren beeinflussen derzeit die Entwicklung von modernen Finanzsoftware-Lösungen?
Angelika Benes:
Eine hohe Integrationsfähigkeit der Finanzsoftware-Lösung prägt derzeit die Entwicklung. Aufgrund der wachsenden Komplexität der Unternehmensprozesse müssen Fibu-Lösungen vor- und nachgelagerte Systeme wie Warenwirtschaft-, Lohnprogramme oder Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) nahtlos in ihre Prozesse einbinden können.

ITM: Stichwort „Freeware“: Inwieweit lohnt sich diese für Mittelständler? Oder ist Vorsicht geboten bei kostenlosen Finanzlösungen?
Benes:
Freeware ist im Bereich der Finanzsoftware für ein mittelständisches Unternehmen keine Alternative. Schließlich muss eine Finanzbuchhaltung immer den GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) entsprechen und bestenfalls von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfergesellschaft daraufhin geprüft und zertifiziert werden. Ein mittelständisches Unternehmen kann es sich nicht leisten, aufgrund fehlender GoBD-Vorschriften eine Steuerschätzung hinnehmen zu müssen. Anbieter kostenpflichtiger Lösungen haben in der Regel einen tiefergehenden Background hinsichtlich der Anforderungen einer Finanzbuchhaltung und investieren viel in die Software und ihre Mitarbeiter, so dass auch gewährleistet ist, neben der fachlichen Beratung einen Support auf Augenhöhe zu erhalten.

ITM: Wie sollten Anwender bei der Anbieter- und Lösungsauswahl vorgehen? Was muss eine moderne Finanzsoftware für den Mittelstand heutzutage leisten können?
Benes:
Die Fibu-Lösung muss die individuellen Anforderungen des Unternehmens erfüllen. Ausschlaggebend ist ihre hohe Integrationsfähigkeit in andere Branchensoftware. Das ist auch die Grundlage, um sie als Controlling- und Steuerungsinstrument im Unternehmen einsetzen zu können. Der Anbieter sollte über eine langjährige Erfahrung in der Entwicklung von Software für das Rechnungswesen verfügen sowie über einen zufriedenen Kundenstamm, da der Einsatz einer Fibu-Lösung ebenfalls eine langfristige Investitionsentscheidung ist. Zudem sollte der Anbieter „auf Augenhöhe“ mit dem Mittelstand sein.

ITM: Wie wird sich der Bereich „Finanzsoftware“ Ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren weiterentwickeln?
Benes:
Die Digitalisierung wird weiter zunehmen. Die Anzahl der Unternehmen wächst, die branchen- und behördenübergreifende elektronische Rechnungsformate der Zukunft wie Zugferd verwenden. Insbesondere für den grenzüberschreitenden europäischen und internationalen Rechnungsverkehr. Auch Funktionen mit hohem Mehrwehrt, die die Fibu-Lösung mit externen Anbietern vernetzen, werden wichtiger. So kann heute die Fibu bereits Mahnungen per E-Post oder -Mail verschicken und das erweiterte Mahnwesen dank eingebundener Inkassoschnittstelle übernehmen sowie mittels Integration an Online-Banking-Software die Clearing-Daten verarbeiten, um daraus Aufträge an die Bank zu erstellen.

ITM: Welche Rolle spielt indes das Thema „Mobilität“ im Bereich „Finanzsoftware“ – etwa in Form von mobiler Finanzbuchhaltung? Nutzen Mittelständler das?
Benes:
Die Nachfrage ist hier bei unseren Kunden recht gering. Ein Grund sind Sicherheitsbedenken. Schwerwiegender ist aber die Tatsache, dass insbesondere auf einem kleinen Gerät ohne Tastatur nicht sehr effektiv gearbeitet werden kann. Einige unserer Kunden nutzen daher den Zugriff auf deren Installation über eine VPN-Verbindung und Remote-Desktop von z.B. einem Notebook aus, um hier den vollen Funktionsumfang wie gewohnt auch mobil nutzen zu können.

Bildquelle: Syska

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