Optimierung durch DMS

Freie Fahrt für die Geschäftsprozesse

Seit das Autohaus Schmitz + Zinke in Erftstadt Anfang des Jahres ein Cloud-basiertes Dokumenten-Management-System eingeführt hat, befindet es sich auf Effizienzkurs. Täglich anfallende Dokumente des Mazda-Händlers werden digitalisiert und revisionssicher archiviert. So wird das Potenzial des vom Hersteller bereitgestellten Dealer-Management-Systems Macs sowie der Buchhaltungssoftware Datev erst richtig ausgeschöpft. Alle Belege können jederzeit direkt eingesehen werden – sogar mobil.

  • Autohauses Schmitz + Zinke

    Auf Bodenständigkeit, lokale Verbundenheit und einen kundennahen Service legt der Mazda-Händler nicht erst Wert, seit er im Jahr 2013 eine Kapitalgesellschaft wurde.

  • Autohauses Schmitz + Zinke

    IT-Leiter Reinhard Oborski (li.) und Geschäftsführer Andreas Watermann haben erfreut festgestellt, dass auch Vorgänge in der Werkstatt des Autohauses Schmitz + Zinke viel transparenter und effektiver ablaufen.

  • Autohauses Schmitz + Zinke

    „Als sich Ende letzten Jahres unser Buchhalter und unser Steuerberater zur Ruhe gesetzt haben, war dies der Anlass, uns neu zu organisieren.“ Reinhard Oborski (li.)

  • Virtual-Reality-Brille im Verkaufsraum

    Das Thema „E-Mobilität“ ist für Kunden in den Verkaufsräumen des Autohauses mit einer Virtual-Reality-Brille dreidimensional erlebbar.

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    „Aus meiner Erfahrung heraus hat so ein Projekt nur dann Erfolg, wenn die Mitarbeiter ein System leben und mitgenommen werden.“ Reinhard Oborski (re.)

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    „Bei einer Cloud-Lösung ist der Nutzen direkt erkennbar und die Kosten sind überschaubar.“ Andreas Watermann (re.)

Die Abläufe bei einem Autokauf sind komplex und das Aufkommen der notwendigen Belege ist entsprechend groß. Nach einem ersten Beratungsgespräch erhält der Kunde ein unverbindliches schriftliches Angebot. Es folgt eine Probefahrt mit einer erforderlichen Vereinbarung. Soll das alte Auto in Zahlung gegeben oder das neue finanziert bzw. geleast werden, muss auch das dokumentiert werden. Kommt es zum Kaufabschluss, werden eine verbindliche Bestellung und ein Ankaufsschein für das Gebrauchtfahrzeug, ein Kfz-Brief, Datenschutzerklärungen, etc. erstellt. Andreas Watermann, Geschäftsführer des Autohauses Schmitz + Zinke, und IT-Leiter Reinhard Oborski haben sich bewusst von den anfallenden „Papierbergen“ verabschiedet und tägliche Routinen sowie Prozesse hinterfragt. Im Interview erklären sie, wie das genau ablief.

ITM: Herr Watermann, Ihr Autohaus Schmitz + Zinke ist einer von rund 450 Mazda-Vertragshändlern in Deutschland. Ist es nicht schwierig in Zeiten von Corona, in denen Privat- und Geschäftskunden nicht gerade in Kauflaune sind, so viele Mitbewerber zu haben?
Andreas Watermann:
Es gab die Mitbewerber und einen recht intensiven Wettbewerb auch schon vor Corona, zumal im Großraum Köln jede Automobilmarke zu finden ist. Durch das Internet sind die Preise transparent und somit der nationale Markt immer mehr zu einem lokalen Markt geworden.

ITM: Welche Vorzüge ergeben sich durch Ihren Standort?
Watermann:
Am Rande einer Großstadt oder im ländlichen Raum herrscht eine etwas andere Wettbewerbssituation als in Ballungszentren. Während im Stadtbereich ein Großteil der Mitbewerber in wenigen Fahrminuten erreichbar ist, nehmen die Kunden im ländlichen Bereich schon mal längere Fahrzeiten in Kauf. Somit haben wir Kunden, die mehr als eine halbe Stunde Anfahrt auf sich nehmen, um zu uns in den Service zu kommen. Zudem sind wir mit einer Haltestelle direkt vor dem Betrieb an das ÖPNV-Netz angebunden und der S-Bahnanschluss nach Köln befindet sich ebenfalls relativ nah an unserem Standort.

ITM: Wie unterscheidet sich Schmitz + Zinke von anderen Autohäusern und worauf legen Sie besonderen Wert?
Watermann:
Wir sind ein alteingesessenes, ursprünglich familiengeführtes Unternehmen mit sehr engem Kundenkontakt, das besonderen Wert auf dauerhafte und nachhaltige Kundenbeziehungen und guten Service legt. Wir sind auf das ganze Spektrum der Mobilität spezialisiert und halten ein umfassendes Angebot an Neu- und Gebrauchtwagen vor. Seit kurzem haben wir auch Elektrofahrzeuge im Programm und eine öffentlich zugängliche Ladestation installiert. Dazu verfügen wir über einen großen Mietfuhrpark für Kurz- und Langzeitmiete und halten eine kleine Flotte an Serviceersatzfahrzeugen vor.

ITM: Der Service ist also nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal, sondern auch ein wichtiges Puzzleteil des Geschäftserfolgs, wenn ich Sie richtig verstehe.
Watermann:
Ganz genau, denn das erste Fahrzeug verkauft der Verkäufer, das zweite der Service.

ITM: Umso bedeutender ist es, auf qualifiziertes Personal zurückgreifen zu können. Wie halten Sie es damit?
Watermann:
Seit der Umfirmierung zur Kapitalgesellschaft im Jahr 2013 ist ein junges zielstrebiges Team zusammengewachsen, das gemeinsam am Erfolg des Unternehmens arbeitet. Wir bilden regelmäßig und kontinuierlich Kfz-Mechatroniker aus und unterstützen die Mitarbeiter bei der Qualifikation zum Kfz-Meister. Gleichermaßen legen wir großen Wert auf die Weiterbildung aller Mitarbeiter und darauf, dass alle hinter unserer strategischen Ausrichtung und der Marke stehen. Es ist wichtig, dass jeder einzelne von unseren Produkten überzeugt ist.

ITM: Wie gewährleisten Sie das?
Watermann:
Neben den vom Hersteller geforderten Pflichtschulungen für Vertrieb und Service ermöglichen wir allen Mitarbeitern Trainings zur individuellen Weiterbildung. Dies kann auch mal ein Training zum persönlichen Verhalten im Kundengespräch sein oder die Telefonqualität bei der Terminvereinbarung betreffen. Zudem haben wir als Regelkommunikation einen Jour fix eingeführt, dessen Ziel es ist, regelmäßig alltägliche Probleme anzuschneiden, Lösungen zu suchen und diese zeitnah umzusetzen. Vor allem spiegeln wir uns dabei Dinge wider, die besonders gut gelaufen sind.

ITM: Ist die räumliche Nähe zur Zentrale in Leverkusen hilfreich?
Watermann:
Ja, insofern als dass Aus- und Weiterbildung bei uns großgeschrieben werden und sich eines der Trainingszentren von Mazda in Leverkusen befindet. Kurze Wege sind ideal, um an den technischen und verkaufsfördernden Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen zu können. Es spart längere Anfahrtszeiten und Übernachtungskosten.

ITM: Als eine branchenübergreifende Herausforderung gilt der Fachkräftemangel. Trifft Sie dieser denn nicht?
Watermann:
Doch, der Fachkräftemangel macht auch vor uns nicht Halt, sei es im Vertrieb, in der Serviceannahme oder im Nachwuchs bei den Mechatronikern. Dabei spielen sicher die gestiegene Leistungsanforderung an die Berufsprofile eine Rolle. Auch hat die allgemeine Wertschätzung dieser Berufe meiner Meinung nach nachgelassen. Wir versuchen dem durch die Maßnahmen der persönlichen Qualifikation und der Teamentwicklung entgegen zu treten.

ITM: Ein anderer Prüfstein ist der der Digitalisierung. Wie schätzen Sie die Digitalisierungsbestrebungen des Mittelstands generell ein?
Reinhard Oborski:
Vor der Digitalisierung sollte sich keiner verschließen. Sie bedeutet mehr Transparenz in einem Unternehmen. Im Zusammenhang mit Mitarbeiterwechseln oder Ausfällen ist es z.B. wichtig, dass Geschäftsprozesse kontinuierlich weiterlaufen. Die Corona-Zeit lehrt uns ja gerade, was möglich ist. Darüber hinaus ist die Digitalisierung von wirtschaftlicher Bedeutung, weil durch sie Arbeitsprozesse verschlankt und effizienter gestaltet werden können.

ITM: … und sie steht einem im wahrsten Sinne gut zu Gesicht, wenn ich einen Blick in Ihre Verkaufsräume werfe und modernste, verkaufsfördernde Technologien entdecke.
Watermann:
Sie sprechen die Virtual-Reality-Technologie (VR) an. VR passt auf jeden Fall sehr gut in unsere auf die Zukunft ausgerichtete Strategie. Es gab vom Hersteller das Angebot, das Thema „E-Mobilität“ in seinen Verkaufsräumen dreidimensional erlebbar zu machen. Dafür wurden uns eine Präsentation sowie eine VR-Brille zur Verfügung gestellt. Diese Technologie, aber auch unsere neue DMS-Lösung sowie die E-Fahrzeuge mit den dazugehörigen Ladestationen, passen in das Bild eines modernen Unternehmens.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.


ITM: Sie sprachen die Identifikation mit der Marke an. Wie wichtig sind in dem Zusammenhang Corporate Identity und Compliance?
Watermann:
Innerhalb der Mazda-Organisation gibt es, wie bei anderen Marken auch, einheitliche „Spielregeln“ und Standards, die dazu beitragen sollen, ein gewünschtes Qualitätslevel dauerhaft zu gewährleisten. Standards legen die Mindestanforderung an die Betriebs- und Geschäftsausstattung fest und regeln Prozesse wie z.B. die Fahrzeugannahme, die Garantieabwicklung und den Auslieferungsprozess. Sie dienen dem einheitlichen Markenauftritt mit hohem Wiedererkennungswert und implizieren einen hohen Qualitätsanspruch.

ITM: Qualität kann mit einer strategischen Ausrichtung zusammenhängen. Wie wird Ihr Autohaus dabei vom Mutterkonzern unterstützt?
Watermann:
Es gibt den Schulterschluss zwischen dem Hersteller und dem Händlernetz. Gemeint ist damit, dass strategische Maßnahmen und Werbekampagnen im Gleichklang erfolgen, um somit größtmögliche Durchschlagskraft zu erzielen.

ITM: Hinter jedem einheitlichen Markenauftritt steht in der Regel eine konsistente IT. Mit welchen Vorgaben bzw. mit welchem IT-seitigen Support Ihres Mutterkonzerns können Sie rechnen?
Watermann:
Es gibt ein eigenes Dealer-Management-System namens Mazda Administration Communication System (Macs), das uns bei einer Vielzahl von Geschäftsprozessen und bei der Dokumentenverwaltung unterstützt. Es bietet Schnittstellen zur Unternehmenszentrale, etwa der Angebots- und Auftragserfassung, der Dokumentation sämtlicher Reparaturen oder dem Zugang zu Systemen der Teile- und Garantieabwicklung. Das System generiert bei den verschiedenen Geschäftsvorgängen wie dem An- und Verkauf von Gebraucht- und Neuwagen Dokumente wie Angebote, Rechnungen oder die Datenschutzerklärung aus den Prozess- und Kundendaten. Gerade im Zusammenhang mit der DSGVO hat Mazda uns eine Menge Arbeit abgenommen. Da allerdings immer noch fünf bis sechs Seiten Datenschutzerklärung ausgedruckt und vom Kunden unterschrieben werden mussten, haben wir die digitale Signatur eingeführt.

ITM: Wie wird dieser Service goutiert?
Watermann:
Unsere Kunden schätzen die digitale Signatur, weil sie komfortabel und umweltfreundlich ist und sie keine mehrseitige Datenschutzerklärung mehr in Papierform erhalten.

ITM: Das ERP-System strukturiert und verwaltet sämtliche Geschäftsprozesse. Bietet es neben der Transparenz noch weitere Vorteile?
Watermann:
Neben der erwähnten Reparatur- und Wartungshistorie erhalten wir über den Importeur, über den gesamten frei verfügbaren Fahrzeugbestand und über alle teilnehmenden Händler einen Überblick. Somit können Fahrzeuge rasch getauscht und Lieferzeiten verkürzt werden. Ähnliches gilt für die Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

ITM: Herr Oborski, was umfasst die IT-Versorgung durch den Hersteller noch?
Oborski:
Wir bekommen ein Sorglospaket mit Servern und Clients sowie der dazugehörigen Wartung zur Verfügung gestellt. Auch bei den Themen „IT- und Datensicherheit“ werden wir Händler unterstützt.

ITM: Haben sich die Anforderungen an die IT-Struktur eines Vertragshändlernetzwerks der Automobilbranche verändert?
Oborski:
Über die historisch gewachsenen Anforderungen hinaus sind Kommunikationstechnologien dazugekommen – z.B. Microsoft-orientierte Produkte, die auch im Internet funktionieren. Ebenso ist es üblich geworden, dass dem Kunden Konfiguratoren beim Fahrzeugneukauf angeboten werden. Diese unterschiedlichen Lösungen und Systeme mit dem DMS zu kombinieren, ist die besondere Herausforderung an die heutige IT-Infrastruktur eines Autohauses.

ITM: Welche Notwendigkeit bestand konkret, das Management Ihrer Dokumente zu optimieren?
Watermann:
Sowohl Dokumente, die Macs erzeugt, als auch andere digitale Belege, z.B. per E-Mail eingehende Rechnungen und Lieferscheine, wurden im Autohaus auf Papier ausgedruckt, gestempelt, von Hand signiert, kopiert, Belege in verschiedenen Kladden gesammelt und mehr oder weniger unübersichtlich in Leitzordnern archiviert. Es kamen locker 150 Ordner im Jahr zusammen. In Form von PDF-Dateien wurden die Dokumente automatisch in einem Arbeitsverzeichnis auf dem zentralen Laufwerk abgelegt – dort jedoch nicht revisionssicher digital archiviert.

ITM: Waren noch andere Bereiche betroffen?
Oborski:
Auch die Buchhaltung arbeitete so: Belege wurden ausgedruckt, archiviert und die relevanten Daten von Hand in das verwendete Buchhaltungssystem Datev eingegeben. Die Organisation war weder effektiv noch entsprach sie den üblichen Compliance-Richtlinien. Und es kam zu Versäumnissen: wenn z.B. ein Kfz-Meister meint, es gehe auch ohne digitale Prozesse, weil es ja schließlich die letzten 30 Jahre auch ohne sie funktioniert habe. Als es dann zu einem Personalwechsel kam, haben wir die Chance ergriffen und den Reset-Knopf gedrückt.

ITM: Könnten Sie das bitte etwas genauer ausführen?
Oborski:
Als sich Ende letzten Jahres unser Buchhalter und unser Steuerberater zur Ruhe gesetzt haben, war dies der Anlass, uns neu zu organisieren. Eigentlich hatte ich bis dahin gar nicht im operativen Geschäft des Autohauses gearbeitet. Ich habe dann aber wie bei einem Beratungsauftrag die Prozesse genau analysiert und festgestellt, dass sich etwas im Dokumenten-Management grundlegend ändern muss. Da ich die Lösung von DocuWare und die Firma DocuScan – die ich mitgegründet habe – gut kenne, wusste ich, wer der richtige Partner für uns ist.

ITM: Wer hat diese strategischen IT-Entscheidungen mit wirtschaftlicher Reichweite bei Ihnen letztlich getroffen?
Oborski:
Da ich mich seit vielen Jahren als Inhaber einer Unternehmensberatung und eines Softwarehauses genau mit diesen Themen beschäftige, war es mein Job. Wir haben zunächst gemeinsam entschieden, dass wir die vorhandene IT-Infrastruktur professionalisieren. Wir hatten festgestellt, dass viele Dinge im hauseigenen Dealer-Management-System vorhanden sind, aber von uns überhaupt nicht genutzt und gelebt werden. Das Kontakt-Management war nicht entsprechend gepflegt, Vorgänge in der Werkstatt waren, wie gesagt, nicht dokumentiert.

ITM: Haben Sie keine Alternative bzw. vergleichbaren Lösungen in Betracht gezogen?
Oborski:
Doch, haben wir. Für DocuWare sprach, dass es sich um einen deutschen Hersteller handelt, der international am Markt ist, gute Einstiegsmöglichkeiten und eine reine Cloud-Version bietet.

ITM: Warum war eine Cloud-basierte Lösung für Sie die erste Wahl?
Oborski:
Weil ich für das Dokumenten-Management-System nur einen Internetbrowser oder eine Handy-App benötige, um auf alle Unterlagen zugreifen zu können. Damit können jederzeit und von überall die Geschäfte „remote“ geführt werden. Natürlich haben die Kosten für die Implementierung und externe Berater auch eine wichtige Rolle gespielt. Bei einer On-Premises-Lösung benötige ich womöglich Soft- und Hardware. Es ist ein Hemmnis für viele Mittelständler, erst einmal Geld zu investieren, ohne davon überzeugt zu sein – das Produkt zu kennen.

Watermann: Bei einer Cloud-Lösung ist der Nutzen direkt erkennbar und die Kosten sind überschaubar.

ITM: Inwiefern war Datensicherheit für Sie ein Thema?
Oborski:
Wir verfügen über keine unternehmensvertraulichen Daten, die wir in einem Tresor oder auf extra gesicherten Servern schützen müssten. Dennoch sichern wir Daten periodisch auf lokalen Servern.

ITM: Haben Sie auch Wert auf die vertragliche Bindung gelegt?
Oborski:
Vertragsmodelle sind heute in der Regel durchlässig und variabel zu gestalten. Verändert sich die Mitarbeiterzahl, können die User-Lizenzen entsprechend kurzfristig und flexibel angepasst werden.

ITM: Welche Veränderungen hat Ihnen eine Analyse
in Aussicht gestellt?
Oborski:
Zunächst einmal, Prozesse wesentlich effektiver gestalten zu können. Es ging ja nicht nur darum, das Papier abzuschaffen, sondern vor allem darum, die täglichen Routinen zu hinterfragen und Prozesse zu begreifen. Nach Erfassung und Analyse aller Dokumente und Geschäftsprozesse haben wir uns für die Definition und Einrichtung der elektronischen Archive „Geschäftsprozesse“, „Personal“ und „Leitung“ sowie ein Archiv zur Aufbewahrung der bereits vorhandenen Verkaufsakten entschieden. Alle Archive sollten mit unterschiedlichen Zugriffsberechtigungen versehen zum zentralen Dokumenten-Pool werden.

ITM: Was war Ihr Schwerpunkt bei der Umsetzung?
Oborski:
Bei der Einführung neuer Prozesse und der Reorganisation haben wir den Schwerpunkt nicht auf die Technologie gesetzt. Fragen nach Servern, Technologien, Programmiersprachen und Datenhaltung waren für uns Nebenschauplätze. Entscheidend für uns war es, Mensch, IT und Digitalisierung so miteinander zu vernetzen, dass sie zusammenpassen. Aus meiner Erfahrung heraus hat so ein Projekt nur dann Erfolg, wenn die Mitarbeiter ein System leben und mitgenommen werden. Es ist sinnvoll, genauer hinzusehen, was die Systeme für Abläufe vorsehen, und danach seine Organisation auszurichten.

ITM: Was hat letztlich den Ausschlag für den Anbieter gegeben?
Oborski:
Dass ich DocuWare wie gesagt kannte und ein Anruf reichte, um den Beratertermin und die Freischaltung zu veranlassen. Wir haben uns in der ersten Januarwoche entschieden, auf ein DMS umzustellen. Die ersten Geschäftsprozesse und Unterlagen gingen bereits ein und mussten schnell dokumentiert werden. Der Go-Live war schon am 1. Februar. Insofern war wichtig, dass wir die Lösung sofort vollumfänglich nutzen und sie schnell einsetzen konnten.

ITM: Was hat sich konkret an der Administration, an Prozessen und Aufgaben für die Mitarbeiter verändert?
Watermann:
Insbesondere in der Handhabung, dem Ablauf der Organisation und den Arbeitsprozessen der Mitarbeiter hat sich einiges geändert. Ein Beispiel: Die Rechnungseingangsbuchung erfolgt nur noch online und der bearbeitende Mitarbeiter muss seine Kennung vermerken. Sind wir früher nach dem Vier-Augen-Prinzip verfahren, müssen jetzt drei Kollegen ihr Okay geben, bevor Letzterer die Zahlung freigibt. Insofern existieren mittlerweile mehr Kontrollmechanismen als vorher. Prozesse sind wesentlich transparenter geworden, es müssen keine Unterlagen mehr aufwendig gesucht werden – oder gehen ganz verloren. Die Mitarbeiter bestätigen sogar, sich durch diese Transparenz sicherer und wohler zu fühlen.

ITM: Warum?
Watermann:
Wir haben immer wieder einen Aha-Effekt festgestellt. Den Mitarbeitern wurde nach und nach bewusst, wie einfach Prozesse sind und wieviel Zeit sie sparen können. Die Erkenntnis, dass nicht das System sich an sie anpassen muss, sondern sie sich mit ihrer Arbeitsweise an der Lösung orientieren müssen, war dabei von großer Bedeutung.

ITM: Haben Sie auch ein Beispiel für den praktischen Nutzen der DMS-Lösung?
Oborski:
Es ist möglich, unter einer Klammer Dokumente und Prozesse zu bündeln. Bei einem Schadensfall lässt sich z.B. schnell auf einen Blick erkennen, in welchem Status sich der Vorgang befindet. Hat die Versicherung bereits bezahlt? Gibt es noch Streit mit dem Anwalt? Muss der Kunde einen Eigenanteil zahlen? Solange der Prozess nicht abgeschlossen ist, erscheint er als eine Art „To-do-Liste“ für jeden ersichtlich auf dem Bildschirm.

ITM: Das DMS ist also viel mehr als ein reiner, zentraler Dokumenten-Pool?
Watermann:
Es ist bei uns der Dreh- und Angelpunkt aller Geschäftsprozesse. Jede Änderung und Version eines Dokuments wird dokumentiert, die digitalen Originalbelege bleiben wie gesetzlich gefordert unangetastet. Mitarbeiter können sowohl in der Mazda-Software als auch in Datev über einen DocuWare-Button direkt auf Dokumente zugreifen.

Oborski: Das sind die Basisprozesse. Das System lässt sich aber auch immer weiter automatisieren. E-Mail-Postfächer lassen sich z.B. überwachen, verschlagworten und archivieren.

ITM: Wir haben das Thema „remotes Arbeiten“ bereits angesprochen. Was hat die Lösung dahingehend zu bieten?
Oborski:
Auch von unterwegs oder aus dem Homeoffice haben Zugriffsberechtigte jederzeit Einsicht in Briefkörbe, Archive und Aufgabenlisten. Über wichtige Post wird die Geschäftsleitung umgehend per Alarm informiert, egal wo sie sich befindet. Und mit der DocuWare-App PaperScan können Dokumente sogar unterwegs qualitativ hochwertig abfotografiert und archiviert werden.

ITM: Welche Möglichkeiten ergeben sich durch die Cloud?
Oborski:
DocuWare Cloud umfasst einen virtuellen Drucker, der von jeder Anwendung aus nutzbar und in der Mazda-Software als Standarddrucker eingestellt ist. Damit werden etwa 30 verschiedene Dokumentenarten als PDF-Dateien direkt im richtigen Archiv oder Briefkorb ablegt – und zwar als unveränderbare Originale, wie sie der Gesetzgeber definiert. Wird ein Original auf Papier benötigt, wird dieses an einen stationären Drucker weitergeleitet. Rechnungen oder andere Dokumente, die per E-Mail eingehen, werden einfach in ein Verzeichnis verschoben und dort von DocuWare abgeholt und automatisch verschlagwortet.

Watermann: Auch der externe Wirtschaftsprüfer, der für die Buchhaltung des Autohauses zuständig ist, hat Zugriff auf den Dokumenten-Pool in der Cloud und kann sich zu jedem Vorgang die Originalbelege aufrufen.

ITM: Gab es bei der Umsetzung auch Situationen, mit denen Sie nicht gerechnet haben oder auf die Sie flexibel reagieren mussten?
Oborski:
Wir sind zunächst von weniger Lizenzen ausgegangen, haben dann aber schnell festgestellt, dass jeder, der einen Bildschirmarbeitsplatz hat, auch einen eigenen Zugang benötigt. Um Arbeitsschritte rückwirkend einem Mitarbeiter zuordnen zu können, ist das erforderlich. Das hat die Kosten der Implementierung ein wenig erhöht.

Watermann: Betrachtet man diese Kosten und setzt sie ins Verhältnis zu denen eines Arbeitsplatzes, also zu verschenkter Arbeitszeit durch unnötige Wege ins Archiv oder einstige Falschbuchungen, ist der Unterschied marginal. Da ist mir die Zufriedenheit der Mitarbeiter viel mehr wert.

 

Autohaus Schmitz + Zinke GmbH

Auf Bodenständigkeit, lokale Verbundenheit und einen kundennahen Service legt der Mazda-Händler nicht erst Wert, seit er im Jahr 2013 eine Kapitalgesellschaft wurde. Auch schon bei der Firmengründung des damals noch familiengeführten Autohauses vor rund 30 Jahren wurden Kunden wie VIPs behandelt. Neben einem großen Fuhrpark an Ersatzfahrzeugen und einem komfortablen Abholservice von Reparaturfahrzeugen bietet der im Ortsteil Erftstadt-Köttingen ansässige Mittelständler seinen Kunden eine fachkundige Beratung, die durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie die Ausbildung des eigenen Nachwuchses gewährleistet wird.

 

Bildquelle: Claus Uhlendorf

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