Zwei Mittelständler suchen gemeinsam nach ERP-Lösung

Hand in Hand zum ERP-System

Zur Auswahl einer neuen ERP-Software organisierte das Freiburger Unternehmen Beschläge Koch einen umfassenden Auswahlprozess mit einem befreundeten Beschlaghandel. Seit dem 1. Januar 2013 arbeiten 70 Anwender mit durchgehenden Prozessen.

Firmensitz von Beschläge Koch im Gewerbegebiet Freiburg-Hochdorf

Der im Jahr 2013 neu bezogene Firmensitz von Beschläge Koch im Gewerbegebiet Freiburg-Hochdorf

Das Freiburger Handelsunternehmen Beschläge Koch GmbH beschäftigt zusammen mit dem Schwesterunternehmen Rilling Sicherheitssysteme 78 Mitarbeiter. Zu den größten Kundengruppen zählen das holz- und metallverarbeitende Handwerk im südlichen Baden und im Schwarzwald. Als sich im Unternehmen abzeichnete, dass das 20 Jahre lang eingesetzte Warenwirtschaftssystem Sangross an das Ende des Produktlebenszyklus gekommen war, beschloss die Geschäftsführung im Herbst 2011 gemeinsam mit weiteren Firmen aus der Baubeschlag-Union, den Markt aktueller ERP-Systeme für den Großhandel aktiv zu sondieren.

Mit dem befreundeten Unternehmen Topf Baubeschlag wurde ein gemeinsamer Kriterienkatalog der Anforderungen an die neue Lösung erarbeitet. 15 Anbieter wurden schließlich angeschrieben, von denen acht ihre Software im Jahr 2012 präsentieren konnten. In dieser heißen Phase der Auswahl evaluierten Projektteams beider Firmen die Produkte. Am Ende standen zwei Produkte in der Endauswahl, welche die Hersteller in Workshops im Detail vorstellten. Beide Unternehmen entschieden sich anschließend unabhängig voneinander für Enventa ERP von Nissen & Velten. Die beiden Handelsunternehmen pflegen partnerschaftliche Kontakte und treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch über die Prozessoptimierung mit dem ERP-System und über Best-Practices in der Branche.

EDV-Abteilung kann Anpassungen selbstständig durchführen

Für die Software, so berichtet Astrid Aberle, Projektleiterin ERP-Auswahl und Produktmanagerin bei Beschläge Koch, hätten eine Reihe von Punkten gesprochen. Gefallen habe die webbasierte Architektur und vor allem die eigene Entwicklungsumgebung namens Framework Studio. „Die Entwicklungsumgebung erlaubt es unserer EDV-Abteilung, eigene Anpassungen kurzfristig und selbstständig durchzuführen, sodass hier eine hohe Flexibilität besteht“, erklärt Astrid Aberle. Wichtig sei auch gewesen, so ergänzt sie, dass alle Module von der Finanzbuchhaltung bis zur Warenwirtschaft aus einer Hand kommen und das der Aufbau und die Logik aus einem Guss sind.

Im März 2012 kam es zum Vertragsabschluss. Nach einem Workshop mit dem Anbieter, in dem auch die unternehmensspezifischen Programmierleistungen festgelegt und anschließend durchgeführt wurden, schulte das Softwarehaus im Juni 2012 die Hauptnutzer bei Koch, die wiederum im Herbst die Mitarbeiter ihrer Abteilungen mit der neuen Software vertraut machten. Am 1. Januar 2013 starteten die 70 Anwender bei Beschläge Koch und Rilling Sicherheitssysteme die Arbeit mit ihrem neuen ERP-System. Rilling wird als eigener Mandant in der Gesamtlösung geführt. Neben der Bedienungsfreundlichkeit und der Optik erachten die Mitarbeiter die Automatisierung vieler Vorgänge durch den Einsatz des „Job-Servers“ des ERP-Systems als Verbesserung: Im Einkauf beispielsweise den Bestellautomaten als Funktion zur Optimierung ihrer Prozesse. Dieser prognostiziert den zukünftigen Bedarf auf Basis der Vergangenheitswerte. Dann ermittelt es den optimalen Lagerbestand und erstellt eine nach Lieferkonditionen und Verbrauch optimierte Bestellung. Dabei wählt das ERP-System das jeweils passende mathematische Verfahren selbst aus. Auf diese Weise werden eine niedrige Kapitalbindung im Lager und eine hohe Lieferfähigkeit erreicht.

Durchgehende Logik

Generell sieht Astrid Aberle die durchgehende Logik und die Verknüpfung aller Module als vorteilhaft an: „Wenn ich eine Auskunft geben möchte, kann ich von einer Maske mit zwei, drei Mausklicks Informationen aus verschiedenen Modulen oder aus dem Dokumenten-Management-System Proxess ziehen, ohne dass ich meine Benutzermaske verlassen muss. Durch die vielfältigen Verknüpfungen innerhalb der Software ist die Handhabung heute sehr viel ergonomischer als in der Vergangenheit“.

Die Umstellung des Koch-Webshops auf das Modul E-Commerce der neuen ERP-Software fand schließlich als letzter Projektschritt nach dem Echtstart der Warenwirtschaft statt. Claudia Wagner, Marketing Managerin und verantwortlich für das E-Commerce-Projekt berichtet: „Unsere Vorstellungen in Bezug auf die Merkmalsverwaltung und den BMEcat-Import wurden vom Softwarehersteller umgesetzt.“ Beschläge Koch gestaltet eigene Produktkataloge in verschiedenen Branchenausprägungen. Dazu werden aktuell Produktdaten aus dem neuen ERP-System in eine eigene Katalogdatenbank von Koch importiert. Diese dient der Erstellung der Printkataloge. Dafür werden die ERP-Daten mit Marketingdaten angereichert. Anschließend werden sie in die Katalogverwaltung und den Webshop des ERP-Systems zurückgespielt.

Zu den noch offenen Themen an den Hersteller bei Beschläge Koch zählt die bessere Nachverfolgbarkeit der eigenen Supportanfragen und die Ausrüstung  des eigenen Außendiensts mit iPads und der Enventa-Außendienst-App Vermo+.

 

 

Beschläge Koch GmbH

  • Unternehmenssitz: Freiburg i. Br.
  • Mitarbeiterzahl: 78
  • Gründung: 1963
  • Geschäftsfeld: Handel mit Beschlägen, Industriebedarf sowie Sicherheitstechnik, Sicht- und Sonnenschutz
  • Umsatz: 18 Mio. Euro

 

 

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok