IoT-Pläne können häufig nicht umgesetzt werden

„Handwerkermangel“ bei Vernetzungsprojekten

Mittelständler finden für IoT-Projekte oft keinen Umsetzungspartner. Ein Grund dafür ist, dass die großen Mobilfunk- und SIM-Kartenanbieter den Betrieben nicht immer die Leistungen anbieten, die diese für die Umsetzung ihrer Pläne benötigen.

Sendemast

Eines der Probleme für den Mittelstand ist, dass die großen Telekommunikationsanbieter zwar die Hardware und SIM-Karten zur Verfügung stellen, aber üblicherweise nur bei größeren Aufträgen auch bei der Implementierung unterstützen.

 Der Druck auf Industrieunternehmen wie Maschinenbauer, Verpackungsproduzenten und Zulieferer von Automobilteilen wächst stetig. Im globalen Wettbewerb muss schnell reagiert und gehandelt werden. Jede Minute und Kostenersparnis zählen, gleichzeitig darf an der Qualität nicht gespart werden. Umso wichtiger ist es, die viel gepriesenen Vorzüge der Digitalisierung zu nutzen. Doch obwohl viele Mittelständler die Vorteile der Vernetzung von Entwicklung, Produktion und Wartung längst erkannt und entsprechende Konzepte entwickelt haben, kann die Umsetzung schwierig werden, weil für IoT- oder M2M-Projekte kein passender Partner gefunden wird.

Eines der Probleme für den Mittelstand ist, dass die großen Telekommunikationsanbieter zwar die Hardware und SIM-Karten zur Verfügung stellen, aber üblicherweise nur bei größeren Aufträgen auch bei der Implementierung unterstützen. Den fortwährenden Support, den viele mittelständische Unternehmen benötigen, bieten die Provider im Normalfall nicht an. In den Betrieben fehlt es jedoch häufig sowohl an Know-how als auch an Personal. Da der Bedarf an IoT-Experten eher an Projekte gebunden und über das Jahr nicht konstant ist, sind Festanstellungen selten.

Projekte im Mittelstand

Ein Anbieter, der sich auf mittelständisches Terrain wagt, ist Siwaltec, der kundenspezifische Dienstleistungen rund um Mobilfunk und SIM-Karten-Management liefert. Für die Stadt Crailsheim im Landkreis Schwäbisch Hall entwickelte das Unternehmen eine Konsolidierung aller Notruf- und Service-Leitungen in eine gemeinsame Lösung. So werden alle Aufzugnotrufe, Notrufe in Parkhäusern und andere Service-Rufe sowie Störmeldungen über SIM-Karten von Siwaltec in eine Telefonzentrale geleitet, die das Partnerunternehmen TG Services betreibt. Ein weiteres Partnerunternehmen ist die Telegärtner Elektronik GmbH, dass elektronische Baugruppen und Systeme für die industrielle Kommunikations-, Automatisierungs-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik entwickelt und fertigt. Bekannt ist Telegärtner Elektronik vor allem für seine Notrufsysteme für Aufzugsanlagen. In fast jedem Aufzug in Deutschland ist eine Lösung des Unternehmens im Einsatz. Siwaltec ist auch hier der Partner für das SIM-Karten-Management. Nicht zuletzt aufgrund des akuten Bedarfs in diversen anderen Branchen und Bereichen hat der Anbieter die Eigenschaften der SIM-Karte und die Dienstleistung dazu nunmehr so angepasst, dass diese für verschiedenste Bereiche einsetzbar sind – und das kundenspezifisch.

Mehr Spezialisten sind dringend notwendig

„Ob Aufzugsnotrufsysteme, Industrieanlagen oder IoT- und M2M-Komponenten betrieben und gewartet werden müssen: Die Anforderungen beim SIM-Karten-Management sowie beim Service sind zumeist ähnlich“, sagt Geschäftsführer Peter Matthes. „Deshalb lassen sie sich mit dem richtigen Know-how und einem ganzheitlichen Ansatz an das jeweilige Unternehmen anpassen.“ Zu diesem Ansatz gehört u.a. das SIM-Karten-Management inklusive Roaming. Dadurch ist sichergestellt, dass die Verbindung stets über das jeweils stärkste Netzwerk aufgebaut wird. Hinzu kommt die gezielte Betreuung durch auf den Mittelstand spezialisierte Experten. „Diese Betreuung können die großen Anbieter mit ihren Standardlösungen nicht leisten“, betont Matthes.

Ein Unternehmen wie Siwaltec allein wird allerdings nicht genügen, um den Bedarf des Mittelstands zu decken. So bleibt zu hoffen, dass andere Anbieter nachziehen. Denn ansonsten dürften die IoT-Pläne vieler Mittelständler in den Schubladen verstauben. Das wäre beim globalen Wettbewerb nicht gut für den Standort Deutschland. 

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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