Notebooks und Co.: Aus alt mach neu

Hardware im Wiederverkauf

Im Interview erklärt Matthias Ress, Teamleiter Marketing bei der
 BB-net Media GmbH in Schweinfurt, worauf es bei der Aufbereitung ausgemusterter Hardware ankommt, um sie für den Wiederverkauf vorzubereiten.

Installationsbank für Notebooks zur Aufbereitung für den Wiederverkauf.

ITM: Herr Ress, Stichwort „Lebenszyklus-Management“: Auf welche Geräte legen Sie Ihr Augenmerk?
Matthias Ress:
Aktuell fokussiert sich unser Unternehmen ausschließlich auf die Aufbereitung von Notebooks, PC-Systemen und TFT-Displays. Als zusätzliches Randsortiment haben wir Smartphones und Tablets in der Aufbereitung. Das bedeutet, es geht um Geräte, die im zweiten Lebenszyklus auch bzw. insbesondere für Endkunden geeignet sind.

ITM: In welchen Abständen sollte man die Arbeitsplatzumgebung (PCs, Drucker, Multifunktionsgeräte, mobile Devices) erneuern?
Ress:
Unsere Hauptquelle für gebrauchte Hardware zur Wiederaufbereitung sind Leasing-Rückläufer, die in den meisten Fällen nach einer Zeitspanne von zwei bis drei Jahren von großen Unternehmen ausgetauscht werden. Aktuell stellen wir aber eine Verschiebung zu Leasing-Verträgen mit einer Laufzeit von drei bis vier Jahren fest. Tatsächlich ist der Austausch in dieser Frequenz in den letzten Jahren nur in den wenigsten Fällen auf die technische Notwendigkeit zurückzuführen. Besonders die Business-Produktlinien namhafter Hersteller sind auf eine langjährige Nutzung ausgerichtet, weshalb sie sich auch besonders gut für die Aufbereitung eignen. Selbst ältere Systeme können die Anforderungen normaler Büro-Anwendungen problemlos gerecht werden und über viele Jahre ihren Dienst tun.

ITM: Welches sind Ihrer Ansicht nach für Unternehmen die entscheidenden Kriterien für den Kauf gebrauchter oder recycelter Hardware?
Ress:
Neben dem leider nicht zu unterschätzenden Faktor „Preis“ stehen Zuverlässigkeit und Sicherheit für die Kunden im Vordergrund. Das beginnt damit, dass die Hardware ihre vorgesehene Aufgabe sicher erfüllt, ohne dass der Käufer sich Sorgen um mögliche Systemausfälle machen muss. Deshalb ist der wichtigste Faktor in unserer Produktion die Qualität. Jedes Gerät wird ausgiebig getestet, teilweise aufgerüstet und mit neuer Software versehen. Einwandfreie Systeme verlassen unser Haus mit dem Markenbranding „TecXL“. Zudem geht Sicherheit auch in die Richtung Rechtssicherheit. Alle Systeme verlassen unser Haus mit vorinstalliertem Windows-Betriebssystem und weiterer Software. Um dem Kunden mögliche Unsicherheiten zu nehmen, sind wir u.a. offizieller Partner von Microsoft, sodass wir die Authentizität aller Lizenzen gewährleisten können.

ITM: Welche „Hardware aus zweiter Hand“ fragen die Anwenderunternehmen derzeit am häufigsten nach? Und warum ist das so?
Ress:
Die gefragteste Produktsparte ist nach wie vor das Notebook. Darauf folgen PCs und TFT-Bildschirme, neue Devices wie Smartphone und Tablet sind eher nachrangig. Teils spiegelt sich hier der Neuwarenmarkt wieder. Der allgemeine Trend in Privat- und Berufsleben geht immer mehr zur Mobilität. Der feststehende Tower-PC, der an den immer gleichen Schreibtisch fesselt, passt nicht zu dieser Grundeinstellung und muss deshalb dem Notebook den Vortritt lassen. Das Notebook wiederum kann gegenüber den neuen Touch-Devices mit bekannter und bewährter Bedienung punkten und nimmt so den ersten Platz ein. Ein Grund für den geringen Anteil an Tablets ist sicher auch, dass es sich um eine verhältnismäßig junge Produktkategorie handelt.

ITM: Was sollten Anwenderunternehmen beim Kauf von gebrauchter Hardware auf jeden Fall beachten?
Ress:
Grundsätzlich sollte Hardware von einem professionellen Refurbisher aufbereitet worden sein, der sich mit der Materie auskennt und die technische Funktionsfähigkeit aller Geräte garantiert. Ist die einwandfreie Funktion des Systems mit allen Komponenten sichergestellt, sind die Mängel in den meisten Fällen optischer und kosmetischer Natur. Auch hier gilt es vorrangig darauf zu achten, dass keine Mängel vorhanden sind, die die Funktion beeinträchtigen, beispielsweise bei Displaykratzern oder blinden Pixeln in Displays. Was optische Mängel betrifft, geben wir bei allen Geräten eine Fehlerbeschreibung an, um unnötige Überraschungen beim Käufer von vorneherein auszuschließen. Einzige echte „Verbrauchskomponente“ ist der Akku bei Notebooks, dessen Leistung über die Zeit hinweg abnimmt. Hier gilt es auf die Angaben des Verkäufers zu achten, ob der Akku getestet wurde und wie er eingestuft wurde.

ITM: Wie sieht die Garantieleistung bzw. der Support für gebrauchte Geräte in der Regel aus?
Ress:
Wir geben auf alle Geräte erster und zweiter Wahl die unter der Zweitmarke „TecXL“ verkauft werden mindestens zwölf Monate Gewährleistung. Dieser Zeitraum kann für Unternehmen und Wiederverkäufer gegen Aufpreis auf 24 Monate verlängert werden. In diesem Zeitraum steht unser Serviceteam den Kunden zur Verfügung. Reklamationen und Servicefälle werden in der Regel innerhalb von 72 Stunden bearbeitet.

ITM: Worauf kommt es bei der Entsorgung der „Altlasten“ insbesondere unter Nachhaltigkeits- und Umweltaspekten an?
Ress:
Die fachgerechte Entsorgung beinhaltet die Demontage der Geräte und die sortenreine Trennung der verbauten Materialien, insbesondere der Metalle. Die Verpflichtung der Händler zur Rücknahme von Altgeräten durch das ElektroG ist deshalb ein sinnvoller Schritt für die Umwelt und Ressourcenschonung. Wir sind seit 2014 zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb nach ElektroG und führen die Demontage von ausgemusterter Hardware selbst durch. Speziell geschulte Mitarbeiter kümmern sich um die Trennung aller Materialien und die Rückführung in den Wertstoffkreislauf.

ITM: Stichwort „Sicherheit“: Wie kann man sichergehen, dass bei der Entsorgung von Hardware nicht irgendwo eine Festplatte mit sensiblen Firmendaten verlorengeht oder Daten nicht unwiederbringlich gelöscht werden?
Ress:
Auch hier ist die Zusammenarbeit mit professionellen Partnern der sicherste Weg. Dieser Faktor ist übrigens für Unternehmen, deren Hardware für eine Aufbereitung noch geeignet ist, mindestens genauso wichtig. Es gibt verschiedene Anbieter professioneller Datenvernichtung. Die Maßnahmen reichen dabei von einer Löschung mittels spezieller Tools bis hin zur mechanischen Zerstörung der Datenträger. Die Löschung bzw. Vernichtung wird in der Regel in speziellen Sicherheitsbereichen durchgeführt und ausführlich dokumentiert. Durch die tägliche Arbeit mit Hardware und Datenträgern aus zweiter Hand war es für uns ein logischer Schritt, diese zusätzlichen Leistungen ebenfalls durchzuführen, um optimale Datensicherheit zu bieten. Seit 2014 sind wir zertifizierter Datenvernichtungsbetrieb mit gesichertem Datenlöschraum und können die software-seitige Löschung oder mechanische Vernichtung selbst vornehmen.

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